Bilderbuchfamilie – bewegende Reaktionen: Eine Story und zwei Statements


Ihr Lieben, als Mounia neulich den Beitrag zum Thema „Bilderbuchfamilie“ schrieb, habe ich nicht geahnt, dass wir so viele wundervolle und realitätsnahe Reaktionen haben würden. Ich habe hier diejenigen in einem Blogpost zusammengefasst, die mich beim Lesen am meisten bewegt haben:

1. Bilderbuchfamilie ja, aber nur bis zum Coming Out (anonym)

Bilderbuchfamilie… Ich hatte sie. Ich hatte sie immer. Für mich. Dachte ich.


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Meine Eltern sind geschieden, meine Mutter heiratete schnell neu. Ich habe zwei Geschwister. Eine Schwester aus der Ehe mit meinem Vater und eine Schwester aus der Ehe mit dem Mann meiner Mutter.

Zu meiner Mutter pflegte ich immer ein sehr enges freundschaftliches Verhältnis. Bis ich eines Tages erklärte, dass ich mich in eine Frau verliebt habe.

Ihre Tochter so „quer“ in der Gesellschaft… Um Himmels willen!

Endlose Diskussionen, eine doch scheinheilige „Akzeptanz“ nach 3 Jahren Beziehung & dann wollten wir nach 6 Jahren Beziehung heiraten und entschieden uns für den Weg zu einem Baby.

Als ich schwanger wurde, wurde es komisch.

Sätze wie: „Na ob das so wird, wie du es dir vorstellst, mag ich zu bezweifeln“ bis hin zu „Wie kann ich MEINEM Kind nur antun, mit zwei Frauen aufzuwachsen“ , waren nichts, was man als glückliche Schwangere von seiner Mutter hören möchte. Und doch musste ich es. Der Schmerz, das Unverständnis und diese elende Verbohrtheit.. Ich war es so leid!

Warum lässt sie mich nicht einfach leben, wie ich möchte?

Sie behandelte mich wie ein Kind. Meinte, ich wüsste ja gar nicht, was auf mich zukommen würde und dass dies ja nicht ist, was sich eine Mutter für ihre Tochter wünscht. All diese Dinge schmerzten so sehr! Ich war es leid, mich ständig rechtfertigen musste, warum ich glücklich mit einer Frau lebe, sie nach 6 Jahren heiraten möchte und wir ein Kind bekommen… Ich war zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt und fühlte mich vor meiner Mutter wie 12.

Eine Entschuldigung, ein Umdenken ihrerseits… Vergebens.

Stattdessen, versuchte sie mir einzureden, wie schlecht meine Frau für mich sei und Geschichten zu erfinden. Meine Frau hatte ihr nie etwas getan, stattdessen war sie trotz der vorherigen Beleidigungen am Anfang unserer Beziehung, die ganzen Jahre immer freundlich. Aber es passte ihr einfach nicht! Sie hätte auf einem weißen Ross daher geritten kommen können… es hätte alles nichts genutzt.


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Zum Schutz zu mir selbst und meiner kleinen Familie blieb mir nichts weiter als der Kontaktabbruch.
Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen!
Dies ist nun bereits 3 Jahre her!

Heute leben wir (fast 4 Jahre verheiratet und fast 10 Jahre unseren Weg gemeinsam beschreitend) mit unserem 3 1/2-jährigen Kind in Ruhe.

Ich will nicht sagen, dass es leicht ist. Es gibt Tage, da ist es einfach nur verdammt schwer. Aber ich bin ich. Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen, mich erklären.

Ich hatte eine gute Kindheit, tolle Erlebnisse und für einige mag es unverständlich klingen, aber manchmal geht nur dieser radikale Weg, um nicht selbst völlig zu zerbrechen…

2.  Alleinerziehend mit drei Kindern von zwei Vätern, gehe 40h arbeiten und studiere nebenbei – noch Fragen? 😅

Franziska Diehn schreibt:  Falls ja, ich liebe es, mit den Kids auf der Couch zu essen, wenn es mir am Morgen zu stressig wird, dann wird halt manchmal schon 7.00 die Glotze angemacht, damit ich alles in Ruhe vorbereiten und fertig machen und meine Scheißtasse Kaffee trinken kann. Ich schaffe es einfach nicht jeden Nachmittag ein Unterhaltungsprogramm mit Spielplatz, Wildpark, Picknick im Park oder Indoor-Spielplatz zu bieten, weil die vorgestern frisch gewaschene Wäsche leider noch immer in der Waschmaschine ist und auf einen neuen Waschgang wartet oder das Herbarium vom Großen am nächsten Tag abgegeben werden muss, was mir durch die Eltern WhatsApp Gruppe und der Frage, ob die Blätter in Klarsichtfolie müssen oder nicht bewusst wurde.

Auch wenn es hier wirklich mal drunter und drüber geht und ich Phasen habe, wo ich tatsächlich ins Kissen heule, ich bin schon ziemlich stolz auf uns.

3. Bilderbuchfamilie, Satire-Version ab 18!

Judith Frentrup bringt ihr Leben auf den Punkt:

Meine Familie ist ein bunter Haufen von Chaoten.

Bilderbuch? Vielleicht. Aber die Satireversion ab 18.

Und ich liebe sie alle bis zum Mond und zurück.

Nicht trotzdem, sondern genau deshalb 🥰

Ist das nicht schön? Und habt ihr noch mehr aus eurem Leben zum Thema Bilderbuchfamilie?

Liebe Grüße,

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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