Bock aufs Gärtnern – mit Kindern!


Also, ich bin super mit Pflanzen… in Zusammenhang mit einer Bratpfanne! Jepp, hier ist eure Béa, das Gegenteil von einem grünen Daumen, sozusagen der Bock beim Gärtnern. Aber Gärtnern mit Kindern ist bekanntlich bereichernd! Deswegen ist Nina alias Frau Papa eingesprungen mit einem Gastbeitrag, der mir fast Lust macht, es doch noch mit einem Topf und etwas Erde auf der Dachterrasse hier in Berlin was zu versuchen.

Hier, lest mal: 

Es wird Frühling

Ja, ich weiß, draußen ist es noch ziemlich grau und richtig warm ist es auch noch nicht. Aber diese Woche hat mein Jüngster beim Abendessen bemerkt, dass es nicht mehr so früh so dunkel ist – und damit hat er recht. Der Mittlere bemerkte daraufhin, dass es langsam Zeit wird, etwas für den Garten zu machen – und auch er hat recht.

Heute haben wir die ersten Pflanzen für unseren Garten eingesetzt. Auf der Fensterbank stehen nun drei Minigewächshäuser, in denen hoffentlich bald die ersten Triebe sprießen. „In jedem Samen steckt ein der Bauplan für eine Pflanze,“ sagte ich meinem Mittleren vor etwa zwei Jahren, als wir zum ersten Mal einen Blumenkasten mit Erde füllten und darin Karottensamen vergruben. Er schaute die Samen skeptisch an. Aus diesen kleinen Körnern sollte eine Karotte wachsen? Und alles, was man dafür braucht, ist ein Kasten voll Dreck und Wasser?

Kind4_zaehlt_Samen

Als ein paar Tage später die ersten grünen Punkte erschienen, wurde er umso neugieriger. Wenig später wucherte grünes Gestrüpp, aber es dauerte noch eine ganze Weile, bis die erste Karotte geerntet werden konnte. Ja, unser erster Garten war auf der Fensterbank.

Ich wuchs ohne Garten auf

Meine Familie hatte keinen Garten. Eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass ich in einer eher ländlichen Gegend aufgewachsen bin. Meine Eltern wohnten in einer kleinen Mietwohnung mit Balkon und meine Großeltern in einem Häuschen, in einem verwinkelten Hinterhof. Ein paar Blumentöpfe mit Blumen waren das, was ich an Pflanzen kennen lernte. Niemand in meiner Familie hatte einen echten Garten, maximal ’ne Wiese, die regelmäßig gemäht werden musste.

Als Kind fand ich Gärten trotzdem sehr faszinierend. Besonders, wenn darin Johannisbeeren und Himbeeren wuchsen. Mit wenigen Handgriffen konnte man eine kleine Schüssel voll süßer Früchte ernten, durfte dabei naschen und oft gab es von der Nachbarin hinterher noch frischen Obstkuchen zur Belohnung für die Hilfe.

In unserem Garten gibt es ein Kinderbeet

Einen Garten zu haben ist mit viel Arbeit verbunden. Ein großes Feld fürs Gemüse, die Obstbäume, der Rasen, die Blumen, irgendwo ist immer was zu tun. Als wir unseren Garten bekamen, hatten wir eine Idee: Jedes Kind sollte ein eigenes Beet bekommen und dort darf es einsetzen, was es will, muss das Beet aber auch versorgen. Der Gedanke dahinter war, den Kindern zu zeigen, dass eben auch Arbeit nötig ist – ohne sie immer für die Arbeit an den großen Bereichen einzuspannen. Also bekam jedes Kind einen Bereich von ungefähr 2 Quadratmetern und alle Werkzeuge, Samen und Hilfe beim Einpflanzen und Betreuen der Pflanzen, die nötig war.

Kind3_im_Beet

Die Kinder wollten am liebsten Karotten, Radieschen, Erbsen und anderes Gemüse anbauen. Am Rand vom Beet, da sollten Blumen stehen. Besonders die beiden kleinsten waren Feuer und Flamme für ihren kleinen Garten. Schnell lernten sie, ihren Bereich zu versorgen, zu gießen und auch Unkraut zu zupfen. Höhepunkt war natürlich die Ernte, aber davon sind wir dieses Jahr noch weit weg.

karotten_von_der_fensterbank

Heute wurde der Esstisch zur Gärtnerzone

Da wurden Samen sortiert und Topf mit Erde befüllt. Mit viel Gefühl wurden Saatrillen gezogen und Pflanzlöcher in die Erde gedrückt. Anders als vor zwei Jahren, waren es nicht meine Hände, die dabei schmutzig wurden. Bei vielen Schritten konnte ich daneben stehen und einfach zusehen. Der sechjährige zählte die Samen ab und sein achtjähriger Bruder gab genaue Anweisungen, wohin diese dann gelegt werden sollten. Sie unterhielten sich darüber, welcher Mais am besten schmeckt und welche Pflanzen wir noch einsetzen müssen.

Lediglich als es ans Aufräumen ging, da waren meine beiden kleinen Gärtner schnell verschwunden.

Aber das ist eine andere Geschichte. Die könnt ihr eigentlich hier nachlesen. 

Und wie ist es bei euch? Wer gärtnert gern mit Kindern und wer nicht? 

kinderbeet_2015

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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1 Kommentare

Hanna
Antworten 27. Februar 2017

Oh - wir müssen uns da Bea anschließen: wir sind totale Nieten, was Blumen angeht. Wir sind froh, dass unser Schwager Gärtner ist. Der darf dann ab und zu mal kommen und uns sagen, was wir wie machen müssen ?

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