Body Positivity? Nichts wird sich ändern, wenn es nur ein Trend bleibt


Wir alle kennen sie – die typischen Modelplakate mit „perfekten“ Menschen. Seit einiger Zeit wird versucht, das vermeintliche Ideal von seinem Thron zu stoßen. In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum sich aber nichts ändern wird, wenn Body Positivity lediglich ein Trend bleibt.

Willkommen bei einer neuen Folge von: Mounia ist stinkich!

In der heutigen Ausgabe: Modefirmen, die immer mal wieder ein paar Body Positivity Kampagnen starten, aber nichts an ihrem Konzept ändern!


ANZEIGE


Die Rede ist von H&M, ZARA und sonstigen großen Namen, die wir alle kennen. In ihren Kampagnen zeigen die Models ihre Narben, Dellen, Pölsterchen und sonst alles, was zum Menschen gehört. Als ich auf die erste Kampagne stieß, war ich in reger Freude. Endlich würden auch andere Körperformen als Size Zero repräsentiert werden. Endlich würde sich was ändern.

Spoiler Alert: Das tat es nicht. Jahre später ist alles gleichgeblieben. Wenn ich durch die H&M, ZARA oder Zalando Kataloge stöbere, begegnen mir ausschließlich schlanke Körper. Nur ab und an kommen ein paar Plus Size Models zum Vorschein. Der Trend kommt, geht viral und verzieht sich anschließend wieder wie die Jahreszeiten.

Das Thema geht mir deshalb so nahe, weil ich mich schon seit Jahren mit den Themen Körper, Körperbild und Körpergefühl auseinandersetze. Die meisten Menschen sehen nicht aus wie Models, und nicht wenige leiden darunter. Trotzdem zeigen die Plakate nach wie vor „den einen“ Körper.

Einfach hinnehmen?

Ich habe schon oft überlegt, „drüberzustehen“. Wenn ich es nicht an mich ranlasse, dann sollte es mich auch nicht stören – dachte ich. Aber ich lag falsch, weil es mir erstens nicht gelang und ich zweitens zu dem Entschluss kam, dass das Körperbild schon sehr früh geprägt wird – noch bevor man es richtig reflektieren kann. Das gesellschaftliche Bild von Schönheit ist unrealistisch und gefährlich, wenn ihm zu sehr nachgeeifert wird.


ANZEIGE


Und überhaupt ist es einfach komisch, mir diese Models anzusehen und mich in keiner Weise mit ihnen identifizieren zu können. Ich habe keine schmale Hüften und lange Beine, ich habe auch keinen üppigen Vorbau und ein exakt symmetrisches Gesicht. Die meiste Kleidung, die ich anprobiere, gebe ich wieder zurück, weil sie mir nicht so steht, wie dem Model.

Aber ich will auch nicht nur klagen. Einiges hat sich mit den Jahren schon verändert.

Diversität!

Was sich glücklicherweise zum Positiven geändert hat, ist die Diversität. Im Gegensatz zu den letzten Jahren haben die Models viele verschiedene Hautfarben und Haarstrukturen. Ebenfalls überrascht haben mich einige Piercings und Tattoos der Models. Es ist offensichtlich, dass sich was ändert.

Aber reicht das auch?

Warum bleiben diese Kampagnen nur ein Trend?

Meine Theorie? Kampagnen bringen viel Geld ein, behindern jedoch nicht das eigentliche Ideal. Die meisten Produkte lassen sich eben nach wie vor besser verkaufen, wenn dünne Models sie tragen. Für die Kampagne ist das eine Win-Win Situation, weil die Presse positiv darüber berichtet, dass sie, die Modehäuser, den Zahn der Zeit treffen. Aber eigentlich ändert sich nichts. Es ist schade, weil auf diese Weise noch immer das gesellschaftliche Konstrukt von Schönheit erhalten bleibt. Und Body Positivity bleibt eben nur ein Trend.

Deshalb dieser Post. Ich möchte meinen Teil beitragen und das Bewusstsein für Body Positivity stärken. Ich möchte mit diesem Beitrag eine der entgegensteuernden Stimmen sein, die das Problem der Kampagnen auf den Punkt bringen: Heuchelei. H&M hat sein Mindset nicht geändert, zumindest nicht weltbewegend. Dabei ist es so wichtig, Mode für alle Körperformen zu kreieren und auch jene zu repräsentieren.

Natürlich wird sich nichts ändern, nur weil ich es mir als kleines Individuum wünsche, am Ende entscheiden die Konzerne. Aber je mehr Menschen ihre kritische Ansicht teilen, desto mehr werden sie gesehen und gehört.

Soweit meine Meinung: Ein Trend ist sinnlos, wenn er nur ein Trend bleibt.

Wie seht ihr das?

Liebe Grüße

Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Wie erkläre ich Kindern Body Positivity?
01. Jul 2020
Nachtrag zum Beitrag übers Lästern – mit einem besonderen Dank auch an die Kritiker
10. Jun 2019
Sommer – Sonne – Lästern über das Aussehen von anderen Menschen
08. Jun 2019
„Es begann in der Schulzeit“ – Mit Kindern und Teenies über die Gefahren von Essstörungen reden
27. Apr 2019
Pummelhummel – ein Gedicht zum Thema Gewicht für eure Kinder von Christina Beckmann
11. Sep 2018
Bemalte Lippen – eine 26jährige Australierin feiert virale Erfolge im Netz: Jazmina Daniel
21. Aug 2018
Die Top 10 Community Erfahrungen über Body Positivity
09. Feb 2018

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.