Advent, Advent, die Seele brennt… Depressionen in der Weihnachtszeit


Ihr Lieben, gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn es jetzt auf Weihnachten zugeht, werden viele Menschen von Depressionen geplagt. Unsere geschätzte Gastautorin mindfulsun hat sich Gedanken gemacht und schreibt hier für alle, von euch, die mit diesem Thema direkt oder indirekt zu tun haben…

Die dunklen Gedanken werden kommen, dieses Mal werde ich vorbereitet sein!

Mitte November werde ich langsam unruhig und ängstlich. Die Adventszeit naht und die war in den letzten 20 Jahren für mich regelmäßig die Hölle. Am liebsten würde ich JETZT und SOFORT meinen Koffer packen und vor mir selbst weglaufen. Aber in diesem Jahr werde ich etwas verändern.

Meine Depression rieb sich beim Anblick der weihnachtlichen Artikel in den Geschäften schon die Hände und kicherte gehässig:
„Dich bekomme ich klein, wie jedes Jahr!“

Selbst Mutter werden, änderte nichts an dem Gefühl der Einsamkeit in der Vorweihnachtszeit. Einsam mit den schwarzen Gedanken im Kopf, einsam mit den Suizidgedanken, die mich täglich seit vielen Jahren begleiten. Daran änderte auch die weihnachtliche Beleuchtung nichts, nicht das Plätzchen backen mit meinen Jungs, nicht die Vorfreude in den Augen meiner Kinder.

Ich fühlte mich in der Adventszeit bedroht, bedroht von all dieser zwanghaften Besinnlichkeit, gelähmt davon, dass ich Glück ausstrahlen musste und niemandem diese Zeit verderben wollte, niemandem eine Last sein.

Adventszeit war purer Stress für mich!

…Stress trotz der Depression alles für die Kinder auf die Beine zu stellen, eine Maske tragen, besinnlich zu wirken. Beim „geselligen“ Zusammensein mit Familie und Freunden einfach daneben sitzen, lächeln, nicken, beteiligt wirken und eine Rolle spielen: Es ist Advent und ich bin fröhlich, fühle die Besinnlichkeit.

In diesem Jahr werde ich das anders angehen. In diesem Jahr werde ich versuchen, der Depression nicht die Oberhand zu geben. Ich werde Dinge ändern.

Achtsamer sein und mir und den Kindern eine kleine, gemütliche Adventshöhle zaubern. Und ja möglicherweise auch mit Elementen, die an das Frühjahr und den Herbst erinnern, weil ich diese Jahreszeiten am meisten mag. Wer sagt denn eigentlich, wie Adventsdekoration aussehen soll?

Ich werde auch den Jungs freie Hand lassen und am Ende wird die Wohnung wahrscheinlich eine Mischung aus: Herbstwald, Minecraft und Star Wars Landschaft, inmitten von Weihnachtskugeln, Schneemännern und Kerzen.

Ich will bewusst genießen: Das Backen mit den Kindern und dabei Weihnachtslieder schmettern, Weihnachtsgeschichten erfinden und basteln. Aber auch ein Glas Rotwein, ein gutes Buch, Kerzenschein und ich ganz für mich alleine.

Die Balance finden für die Seele und mir Auszeiten gönnen.

Adventskränzchen mit Freunden und Familie nur noch besuchen, wenn ich das wirklich kann und mich danach fühle. Meinen Kindern werde ich das natürlich alles ermöglichen! Sie sollen die gesamte Palette an Adventsfreude haben, die sie wollen und brauchen.

Aber ich werde mich nicht mehr zwanghaft an allem beteiligen.

Ich werde oft nein sagen: Nein zur zwanghaften Besinnlichkeit, nein zum Umfeld, nein zum Stress, nein zu allem was ich gerade nicht kann.
Die dunklen Gedanken werden kommen, dieses Mal werde ich vorbereitet sein.

Vielleicht werde ich ihnen kurz ein Plätzchen anbieten, sie in meinem Kopf zu einem Weihnachtslied vertonen und dann auf die Reise zum Nordpol schicken.

Vorsichtshalber werde ich ganz viele Plätzchen backen!

Und ihr? Wer hat auch Erfahrungen mit Depressionen in der Weihnachtszeit?

Liebe Grüße,

mindfulsun

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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