Die verrückte Entscheidung für einen Familienhund – Gastbeitrag von Tamara Tavella


Heute Abend habe ich etwas besonders Schönes und Zartes für euch: Eine Liebeserklärung an dem Familienleben mit Hund und eine Verlosung von Kunstwerken, ganz für euch.

Aber nun eins nach dem anderen. Die Künstlerin Tamara Tavella schreibt für uns:

Die verrückte Entscheidung für einen Familienhund

Ist es verrückt sich als berufstätige Mama einen Hund ins Haus zu holen?
Ich sage “Ja”. Aber warum ich es trotzdem tat, was ich daraus für mein Leben lernte, und warum ich drei Kunstdrucke verschenke, erfährst du in dieser Geschichte.


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Wir Mamas jonglieren ständig mit unserer Zeit. Ich habe zwei Kinder. Sie sind vier und sechs Jahre alt.
Ich bin Künstlerin, liebe meinen Job und stecke viel Zeit und Herzblut hinein. Und alles unter einen Hut zu bekommen ist manchmal nicht so leicht.

Ihr kennt ihn bestimmt auch diesen Spagat zwischen Familie, Haushalt und Arbeit. Sich dann noch mehr Arbeit mit einem Hund ins Haus zu holen klingt zugegebenermaßen etwas unlogisch.

Ein Hund ist eine Bereicherung für die ganze Familie

Nach eineinhalb Jahren ohne Hund wurde der Wunsch danach jedoch immer größer. Es fehlte etwas.

Ein Hund gehört für mich einfach zum Familienleben dazu. Mir fehlten diese Herzensmomente zwischen meinen Kindern und unserem Sammy, der mittlerweile verstorben war.

Genau diese Momente, voller Freundschaft und Liebe, die mich zum Thema in meiner Kunst führten, und die tagtäglich mein Herz erwärmten. Augenblicke, die ich auch für meine Kunden immer wieder in Kunstwerken festhalten darf.

Momente, die berühren und uns zeigen, dass es nichts Schöneres für Kinder gibt, als mit Tieren aufzuwachsen.

Mein Mann war aber nicht gerade begeistert von meinem Wunsch. Für ihn waren die Arbeit und die Einschränkungen, die wir hatten, als unser alter Hund noch lebte, sehr präsent.
Auch ich wusste natürlich ganz genau, was da auf uns zukommen würde. Das dachte ich zumindest.

Irgendwann gab mein Mann schließlich nach. Bei der Frage, ob wir ein Tier aus dem Tierheim, oder bei einem Züchter holen, waren wir uns einig.
In einem Tierheim fand ich dann unseren Hund.
Laut Beschreibung ein lieber Kerl, der mit Katzen und Kindern klarkommt.
“Perfekt!”, dachte ich mir.

Natürlich muss man sich so eine Entscheidung gut überlegen, denn so ein Tier hat eine Vergangenheit.

Doch ich habe ja Hundeerfahrung und kenne das Tierheim, das sehr gewissenhaft arbeitet.

Die Entscheidung war gefallen. Dann ging alles ganz schnell und dieser Hund, den wir Mio tauften, lag plötzlich bei uns im Wohnzimmer.

Ein Hund aus dem Tierschutz. Eine gute Idee?

Mir war natürlich klar, dass Mio noch viel lernen musste. Doch, dass es so schwierig werden würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Er hatte nicht viel kennengelernt in seinem bisherigen Leben und es dauerte lange, bis er verstand, dass er hier bei uns sicher ist und er sich nicht mehr zu sorgen braucht.

Ein halbes Jahr später, hatte ich, trotz professioneller Hilfe, das Gefühl nicht mehr wirklich mit ihm voranzukommen.

“Mio, komm schon.”, sagte ich. Mit einem etwas ungeduldigen, aber auch verzweifelten Unterton. Wir waren im Garten und der Nachbar hatte gerade die Autotür zugeschlagen.
Nichts Außergewöhnliches, das diesen Hund aber aus der Fassung brachte.
Mit eingezogenem Schwanz stand er nun vor der Haustüre, und wollte rein.


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Der perfekte Familienhund. Erstmal nicht.

Laute Stimmen, fremde Menschen, alltägliche Geräusche machten ihm Angst, Spazierengehen war ein Ding der Unmöglichkeit.

So langsam wusste ich nicht mehr weiter. Ich hatte das Gefühl, dass alles Training, das wir mit ihm machten, umsonst war. Mio entsprach nicht meinen Vorstellungen vom perfekten Familienhund.
Ich öffnete die Tür und ließ den Hund ins Haus.
“Was machen wir bloß mit dir?”, fragte ich. Verzweifelt stand ich im Türrahmen.

Da kam meine vierjährige Tochter an. “Mio, was los?”, fragte sie.
Sie ging zu ihm in den Hausflur und setzte sich auf den Boden. Mio kam angeschlichen und legte sich auf ihren Schoß.
Sie lachte, gab ihm einen Kuss und sagte: “Ich hab dich lieb. Brauchst du keine Angst zu haben. Ich bin ja da.”

Ich war den Tränen nahe, als ich das sah. Meine Kinder lieben diesen Hund.
Und er liebt sie. Sie nehmen sich so wie sie sind.

Mio ist für mich nicht perfekt, aber für meine Kinder schon.

Ein Ideal existiert nicht

So ließ ich ihn los, diesen Gedanken von Perfektion und plötzlich lief es immer besser. Mio blühte auf.
Mittlerweile ist er schon über ein Jahr bei uns. Er hat sich sehr verändert und freut sich seines Lebens. Es geht ihm gut und viele Ängste sind verschwunden. An manchen müssen wir noch arbeiten, ohne Druck, ohne Erwartung, mit viel Liebe und Geduld.

Nicht nur der Hund hat viel gelernt in dieser Zeit. Nein, auch ich. Ich habe gelernt, dass kein Ideal existiert. Ich habe gelernt die Perfektion loszulassen. Ich habe gelernt, dass auch Minimikroschritte Fortschritte sind, und man sie sehr bewusst wahrnehmen sollte.
Auch die eigenen.

Nein, es muss nicht immer alles perfekt sein. Es kann gar nicht immer alles perfekt sein.
Und das ist in Ordnung. Denn es gibt ganz viele kleine Dinge dazwischen, die es doch irgendwie perfekt machen. Es gilt nur, diese ganz bewusst wahrzunehmen.

Kleine Momente, festgehalten auf Leinwand

Ich halte solche Momente, die perfekter nicht sein könnten, zwischen Kindern und Tieren in meiner Kunst fest. Momente, die unser Herz aufgehen lassen. Augenblicke voller Leichtigkeit, Unbeschwertheit und bedingungsloser Liebe.

In dieser jetzigen Zeit, wo vieles so richtig richtig unperfekt scheint, wo wir immer wieder an unsere Grenzen gelangen, möchte ich diese drei limitierten und signierten Kunstdrucke auf Leinwand verschenken.

Bilder, die uns daran erinnern die kleinen Augenblicke wertzuschätzen und Kraft daraus zu schöpfen, und tagtäglich in Form von Kunst daran erinnert zu werden.

Möchtet ihr am Gewinnspiel teilnehmen?

Hier könnt ihr euch anmelden: KLICK!

Zur Transparenz: Ich unterstütze Tamara gern und ohne eine Gegenleistung. Ich freue mich, wenn gerade eine Künstlerin es schafft, aus der Masse herauszustechen und solche liebevollen Themen in Bildern fasst. 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Kristina Heinen
Antworten 3. April 2021

Eine schöne Geschichte. Ja Tiere aus dem Tierheim haben leider meist einen traurigen Start. Ich habe es am meinen zwei Kater gemerkt, sobald mal was runtergefallen ist oder wir gerufen haben sind sie abgehauen und haben sich versteckt. Mittlerweile sind die zwei schon 14 Jahre bei mir und es ist immer noch nicht besser 😊😊☺️☺️. Aber meine Tochter 7 und ich lieben die zwei

Diana Achtzig
Antworten 23. Mai 2021

Eine wirklich tolle Tier-Geschichte. Das Konzept der Künstlerin Tamara Tavella finde ich sehr gut, ihre malerische Umsetzung und Bildkompositionen sind besonders lobend zu erwähnen. Diana Achtzig Tiermalerin und Galeristin

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