Eine Wissenschaft für sich: Die persönlichen Naschgewohnheiten


Andere Haushalte, andere Sitten – ist zwar kein Spruch, sollte es aber sein. Ich habe mir mal Gedanken zu den persönlichen Naschgewohnheiten gemacht, die für uns „normal“, aber für andere seltsam sein könnten.

Essen ist nicht nur ein Grundbedürfnis des Menschen, sondern auch unglaublich vielfältig. Je nach Kultur, Einfluss oder Geschmack fallen die Essgewohnheiten ganz unterschiedlich aus. Das gilt auch fürs Naschen.

Wart ihr jemals irgendwo zu Besuch und dachtet euch: lustig, dass du das isst! Ich esse was ganz anderes! Mir geht es ganz oft so, wenn es ums Naschen geht.

Naschen als unabhängige Essgewohnheit

Bevor ich zu den Naschgewohnheiten komme, muss ich zunächst einmal den Begriff näher erläutern. Naschen hat nämlich nichts mit Hunger zu tun. Wir naschen, weil wir Lust haben, zu essen, nicht, weil unser Körper Energie braucht.

Das Naschen fungiert zudem passiv. Naschen wir, sind wir meist nur halb beim Essen. Wir schauen fern, lesen ein Buch, unterhalten uns mit jemandem – und naschen.

Was naschen wir überhaupt?

Nun, das ist von Ort zu Ort und Haushalt zu Haushalt abhängig. Sitzen wir im Kino, fällt die Wahl oft zwischen Popcorn (bei mir auf jeden Fall süßes!) oder Nachos aus. Gehen wir in den Supermarkt, begrüßen uns in der „Naschabteilung“ die Klassiker wie Chips, gesalzene Nüsse, Schokolade und Kekse.

Ist Naschen Süßes oder Herzhaftes?

Für viele ist Naschen immer nur etwas Süßes. Googlet man das Wort kommen auch nur „süße“ Vorschläge wie Schokolade, Gummibärchen oder kleines Gebäck. Allerdings ist das nur die „europäische“ Auffassung von Nascherei. Das Naschen ist nicht nur ein individuelles Phänomen, sondern auch ein kulturelles.

Andere Länder, andere Naschgewohnheiten

In Japan werden Mochi (Klebreiskuchen mit einer süßen Bohnenfüllung) genascht. Sie haben eine sehr weiche, fast schon gummiartige Konsistenz. Ich finde sie sehr lecker, weiß aber, dass andere beim Geschmack das Gesicht verziehen würden. Nur Béa nicht. Sie steht da auch total drauf.

Im orientalischen Raum isst man geröstete Sonnenblumenkerne. In Marokko gibt es sie an gefühlt jedem Kiosk. Sie sind noch warm, werden je nach Grammangabe verkauft und in einer weißen Spitztüte serviert. Das Lustige ist, dass sie noch ihre Schale haben. Man muss sie also erst mit den Zähnen „aufbeißen“ und kann deshalb auch nicht alle auf einmal essen.
Béa hat noch die krassere Erfahrungen dazu: Ihre Geburtslandsleute, die Rumänen, schaffen es, sich davon ca. 10 Stück Sonnenblumenkerne auf einmal in den Mund zu packen und sie händefrei im Mund mit Zähnen und Zunge zu „schälen“… um dann die Schalen durch eine maschinengewehrartige Spucktechnik wieder loszuwerden!

In der Türkei wiederum (und in anderen orientalischen Räumen) gibt es die fast schon zuckerschock-süßen Baklava, bestehend aus Blätterteig, Nüssen und gaaanz viel Honig.

Und in Großbritannien gibt es die berühmten Scones – sowohl süße als auch herzhafte. Vor einiger Zeit habe ich die leckeren Cheddar Scones für mich entdeckt und war sofort verliebt.

Ihr seht also, dass Naschereien sowohl herzhaft als auch süß sein können und jede Region ihre eigenen Traditionen hat.
Das gilt aber auch für jeden Haushalt…


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Meine Naschgewohnheiten

Meine Naschgewohnheiten sind nicht gerade das, was man klassisch nennt. Sie setzen sich aus meinen Geschmäckern, meiner Kultur und meinen Einflüssen zusammen.

1. Trockenfrüchte

Da meine Mutter aus Marokko kommt und in diesem Land viel Trockenobst verzehrt wird, haben wir immer Datteln im Haus. Oft liegt eine Packung auf dem Fernsehtisch und wird bei einem netten Gespräch zu einem schwarzen Kaffee genascht. Ich liebe aber auch fast jedes andere getrocknete Obst – getrocknete Äpfel, getrocknete Aprikosen, getrocknete Kiwi…Leider teilt mein Bekanntenkreis diese Liebe nicht. Ihnen sagt weder das Aussehen noch der Geschmack zu. Da sieht man wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker sind.

2. Käse

Vielleicht findet ihr das komisch, aber manchmal schneide ich mir diverse Scheiben verschiedener Käsesorten und imitiere eine hochwertige Käseplatte. Das snacke ich dann vor dem Fernseher. Meine Familie fand das immer sehr suspekt und dachte, dass ich vom Abendessen noch nicht richtig satt war.

3. Edamame

Vielleicht kennt ihr die leckeren Soyabohnen, die gedämpft und anschließend aus der Hülle herausgedrückt werden. Ich habe Edamame fast immer in meinem Gefrierfach und esse sie am liebsten vor dem Fernseher. Sie liegen leichter im Magen als Chips, von denen mir manchmal schlecht wird. Manchmal werde ich komisch angesehen, wenn ich zum Fernsehen meine grünen Bohnen auspacke. Aber so ist das eben mit den Naschgewohnheiten. Sie sind bei jedem anders.

4. Kolrabi

Ähm…Kolrabi?! Das Gemüse Kohlrabi? Jawohl, das Gemüse Kohlrabi! Meine Schwester und ich lieben es, rohen Kohlrabi in Stücke zu schneiden und zu snacken. Eine Freundin meiner Mutter hatte das damals als „Snack“ für uns Kinder bereitgestellt. Anfangs noch leicht abgeneigt, entdeckten wir ein neues Lieblingsgemüse für uns – Kohlrabi! Bescheuert, ich weiß. Aber so ist das eben mit den individuellen Naschgewohnheiten.

Was sind eure Naschgewohnheiten?

Habt ihr irgendwelche ganz ausgefallene Naschgewohnheiten? Eine seltsame Kreuzung zwischen süß, sauer und scharf? Irgendwas, was bei anderen keinen Hunger, sondern Ekel auslöst? Lasst uns doch gern eine abgefahrene Liste erstellen – vielleicht entdecke ich dabei sogar eine neue Lieblingsnascherei!

Liebe Grüße
Mounia


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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1 Kommentare

Gela
Antworten 8. Juni 2020

Also, liebe Mounia, ich muss dir zuerst beipflichten: Naschgewohnheiten sind individuell! Bis auf das Trockenobst (das ist mir zu süß und zu zäh, hab ich nur in der zweiten Schwangerschaft mal einen kleinen Abstecher gemacht ;) ) und die Edamama (die kenne ich schlichtweg nicht), bin ich bei rohem Kohlrabi, Nüssen in jeglicher Art (ohne Rosinen!) dabei. Baklava, Schoko und das Süße ist eher selten.. aber es muss manchmal auch sein ;) Chips vertrage ich im Magen gut... die Figur grüßt zurück :( Ich kenne aus meiner Kindheit noch die Tschechischen Oblaten (ich mochte sie sogar mit Zimt und Zucker, aber auch gern mit Kakao ...ja der bittere... ) . Das war immer ein Highlight wenn mein Papa das von "hinter der Grenze" mitgebracht hat! Manche Freunde mochten es gar nicht, andere waren total begeistert und haben speziell nach den Oblaten gefragt ;) In diesem Sinne, jedem das Seine! Lasst uns naschen was uns glücklich macht :)

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