Was ist eigentlich „Fast Food“?


Wenn es um das Thema Ernährung geht, lehnen viele Fast Food  konsequent ab. Obwohl der Begriff sehr geläufig ist, habe ich festgestellt, dass es viele Definitionen für den Begriff gibt und mich gefragt, was „Fast Food“ überhaupt bedeutet.

Wenn ich Fast Food höre, sind die erste Assoziationen in meinem Kopf Pizza, Pommes und Burger. Ich stelle mir ein amerikanisches Diner vor, das all diese Gerichte in XXL Größe serviert, dazu großen rosa 1L Michshake mit tausenden von Kalorien. Das Klischee aller Klischees, ich weiß.

Aber ist das wirklich Fast Food?

Ist es was anderes, die Pizza im Restaurant zu kaufen? Oder in Italien, wo sie ein gängiges Gericht und nicht ist? Und überhaupt – wo beginnt Fast Food und wo endet es? Wenn Döner und eine Currywurst zu Fast Food zählen, dann auch Salat und Sushi?

Fast Food = Schnelles Essen?

Laut Wikipedia ist Fast Food die Bezeichnung für Gerichte, die in der Massenproduktion hergestellt werden und zum schnellen Verzehr gedacht sind. Als beispielhafte Konzerne werden Namen wie McDonalds oder Burger King genannt, die auf Fertigprodukte zurückgreifen und schnell zubereitet werden können.

Würde ich mich nur auf die Definition stützen, wüsste ich nicht, wo ich beginne und ende. Schließlich wird doch heutzutage fast „alles“ in Fabriken hergestellt und ist zum schnellen Verzehr gedacht. Ich meine damit nicht nur Tiefkühlgerichte, sondern auch Brötchen vom Bäcker. Da ich selbst mal in einer Bäckerei gearbeitet habe, weiß ich, dass die meisten Bäckereien die Brötchen liefern, auftauen und früh am Morgen backen. Das Gebäck ist dann schon verzehrfertig und kann schnell verputzt werden. Laut Definition wäre das dann auch Fast Food, oder? Aber für wen ist schon ein stinknormales Brötchen Fast Food?

Und was ist mit Kaffee? Keinen normalen schwarzen, sondern einen mit schön viel Milch, Haselnusssyrup, Sahne und Streuseln von Starbucks… ist das auch Fast Food? Schließlich muss Fast Food nicht immer nur zum Kauen sein, oder? Und auf Twitter bekamen wir auch solche Antworten:

Junk Food = Fast Food?

Für mich war fast Food immer ein Synonym für Junk Food – also kein Brötchen, sondern eher das klassisch englische Frühstück, wie Dosenbohnen, in Fett getränktes Bacon, deftige Eier und Toast. Sehr kalorienreich und eher ungesund (im Sinne von nährstoffarm). Für mich war auch das der Grund, warum es mir als Kind so oft verboten wurde.

Fast Food = Alles, was kalorienreich ist?

Ich habe meine Eltern gefragt, ob sie den Begriff Fast Food aus Marokko und Sri Lanka kennen. Beide sagten mir, dass es ihn in ihrer Kindheit nicht wirklich gab und auch erst mit der globalen Mc’s und Pizzahut Invasion kennenlernten. Regionale Gerichte bezeichneten sie selbst nicht als Fast Food. Deshalb war ich auch so überrascht, als ich von Freunden hörte, dass ein Chicken Curry für sie Fast Food ist, aber Spätzle von der Oma nicht. Allerdings kategorisierten sie nicht alles Kulinarische in Fast Food. Ein Bulgur Salat zum Beispiel zählte für sie keineswegs zu Fast Food. Mir schien, als machten sie den Begriff nicht vom Essen, sondern von der Kalorienanzahl abhängig.

Gesunde, schnelle Gerichte = kein Fast Food?

Doch was ist mit Sushi? In Japan gibt es die kleinen Röllchen, insbesondere Onigiris (zu Dreiecken geformt) an jeder Ecke wie beim Bäcker. Schnelles Essen also, aber trotzdem deutlich kalorienärmer und gesünder als ein Burger. Ich frage mich, ob Sushi trotzdem zum Fast Food zählt, oder rausfällt, weil es noch in die Kategorie „gesund“ geordnet wird.

Béa nennt ihre „Schnellsten Nudeln der Welt“ auch Fast Food, übrigens.  Voll gesund!

Kalorien sagen nicht zwangsläufig etwas über die gesunden Werte aus.

Da ich mich durch die Essstörungsvergangenheit in der Vergangenheit viel mit Kalorien auseinandergesetzt habe, weiß ich heute, dass der starre Blick auf die Kalorienangaben im Grunde nichts sagend ist. Viele Kalorien sorgen dafür, dass der Körper zwangsläufig zunimmt, aber er sagt immer noch nichts über die Gesundheit aus.


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Konzerne wie McDonalds werben seit einigen Jahren mit ihren Kalorienangaben. Der klassische Hamburger hat nur 253 Kalorien – gar nicht so viel also, wenn man bedenkt, dass ein Salat mit Schafskäse, Kürbiskernen und Olivenöl auf dieselbe Kalorienangabe kommt. Aber habt ihr euch mal die Nährstoffe angesehen? In einem solchen Burger ist „nichts“ drin! Niemand ist nach einem Burger richtig satt, auch nicht nach zweien oder dreien.

Da ich gebrandmarkt bin, sehe ich eine große Gefahr darin, sich immer blind für die kalorienärmsten Gerichte zu entscheiden. Ihr tut dem Körper damit keinen Gefallen und seid dadurch viel anfälliger für Heißhungeranfälle und Essattacken. Nicht selten kann eine restriktive Ernährung zu einer Essstörung führen.

Aber worauf will ich eigentlich hinaus?

Ich wünsche mir, dass der Begriff Fast Food ein bisschen mehr Klarheit erlangt und sich nicht hinter tausend Definitionen stützt. Ich wünsche mir, dass Menschen ein Gericht aufgrund hoher Kalorien nicht sofort ablehnen, weil sie glauben, dass es ungesund für sie ist. Ich wünsche mir, dass Zunahme nicht sofort mit überflüssigem Fett und einem ungesunden Körper in Verbindung gebracht wird. Und ich wünsche mir, dass ungesundes Essen nicht per se verteufelt wird.

Wenn ich an meine eigene Kindheit denke, weiß ich, dass ich viele Dinge (zum Beispiel Süßigkeiten) nur deshalb so gern wollte, weil ich wusste, dass sie verboten sind. Meiner Meinung nach bedeutet gesunde Ernährung aber nicht ausschließlich Gemüse und Obst. Gesunde Ernährung ist für mich eine ausgewogene Ernährung – mit ausreichend Nährstoffen, ausreichend Kalorien und gerne auch mal ein bisschen ungesunden Mist.

Was ist eure Haltung zu Fast Food? 

Liebe Grüße

Mounia

PS.: Wir verlinken euch mal ein paar Gerichte – ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr sie als Fast Food bezeichnen würdet oder nicht. 🙂

Leckere frische Trüffeln selbst machen – Rezept für Schokotrueffeln DIY

Grünkohl-Chips – easypeasy – perfekt für nach dem Plätzchenessen

Herzhafte Kürbis-Muffins mit Kindern selber machen – super schnell und super einfach!


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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