Einen Bilderrahmen selber bauen – das können nicht nur Männer


Neulich stand Tochter die Zweite im Baumarkt vor den vielen Bilderrahmen und konnte sich nicht entscheiden. Zu dies, zu das, zu teuer. Einer gefiel ihr dann doch ganz gut, aber auch mit dem war irgendwas nicht in Ordnung. Gar nicht lange hin und her überlegt, den können wir auch selbst bauen. Im Baumarkt waren wir sowieso schon.

Und dann sind wir sehr lange durch den Baumarkt geschlendert.

Ja, geschlendert. Durch einen Baumarkt. Von vorne nach hinten und zurück, und am Ende war klar, was das Kind wollte: Eine Stunde später verließen wir mit einer sehr langen Leiste und einer rechteckigen Platte das Geschäft. Alles andere würde sich zu Hause in unserem Fundus finden.

Unser Bilderrahmen ist inzwischen fertig.

Wie wir das gemacht haben und was wir alles dafür verwendet haben, erzählen wir euch hier:

Material:

eine Rahmenleiste aus Holz oder eine geeignete Sockelleiste

eine rechteckige Platte

Schnur

Deko-Wäscheklammern

Leim

Werkzeuge:

Metermaß

Bleistift

Gährungssäge

Tacker

Vorab ein paar Überlegungen, nach denen wir unser Material ausgewählt haben:

Wir wollten möglichst wenig sägen. Deshalb haben wir uns für eine sehr günstige Hartschaumplatte entschieden, die es in verschiedenen Farben und Größen in unserem Baumarkt zu kaufen gibt. Unsere Platte hat ein Maß von 25×50 cm und ist 3 mm dünn. Daran wollten wir nichts weiter ändern.

Bei der Auswahl der Leiste kam es uns darauf an, dass sie einen einfachen „Falz“ hat und ansonsten ohne viel Geschnörkel daherkommt.

Richtige Rahmenleisten nach unseren Vorstellungen haben wir in unserem Baumarkt nicht gefunden. Dafür aber eine Sockelleiste mit einem ganz einfachen Profil. 240 cm lang, das passt.

Es ist erstaunlich, wie viel Leiste man braucht, um so ein kleines Brett damit zu umrahmen.

Unsere Sockelleiste hat auch eine „Nut“, so einen Schlitz. Die Nut ignorieren wir einfach, unsere Hartschaumplatte passt dort sowieso nicht rein.

Und nun geht es los:

Überlegt euch, wie groß euer Bilderrahmen werden soll. Richtet euch dabei nach der Größe eurer Platte. Unsere Hartschaumplatte hat ein Maß von 25×50 cm.

Wenn ihr schon genau wisst, wie lang eure Rahmenleisten sein sollen, könnt ihr sie euch im Baumarkt zuschneiden lassen. Das geht schnell und ihr habt weniger Arbeit.

Wenn ihr euch mit den Maßen noch nicht sicher seid, dann geht es so weiter:

Damit die Ecken des Bilderrahmens gut aussehen, sägt die Leisten im 45-Grad-Winkel, also „auf Gehrung“. Verwendet dafür am Besten eine Gehrungssäge. So groß wie unsere muss eure Säge nicht sein. Es gibt auch kleine, handliche, die sägen allerdings nicht so genau.

Schaut euch mal einen fertigen Bilderrahmen an: Die Außenkanten sind länger als die Innenkanten, darauf müsst ihr beim Sägen unbedingt achten.

Macht zu allererst mit der Gehrungssäge einen 45-Grad-Schnitt. Übertragt erst dann das erste Maß eurer Platte auf die Sockelleiste, und zwar auf die Kante des Falzes.

Keine Sorge, mein Daumen ist noch dran! Ist nur ein bisschen unvorteilhaft fotografiert 😉

Dann sägt euer erstes Rahmenstück zu.

Das wiederholt ihr, bis ihr 4 Rahmenleisten habt. Und achtet wirklich immer drauf, dass ihr so sägst, dass die Außenkanten länger werden als die Innenkanten!

Jetzt könnt ihr aus den einzelnen Leisten schon den Rahmen zusammensetzen. Wir haben die Ecken „ganz elegant“ geleimt und auf der Rückseite getackert.

Fertig ist der Rahmen, jetzt ist die Platte dran.

Als nächstes haben wir zwei Schnüre über die Platte gespannt. An den Schnüren sollen später die Bilder befestigt werden.

Probiert selbst aus, wo ihr eure Schnüre platzieren möchtet.

Wir haben jeweils 4 cm links und rechts vom Mittelpunkt der kurzen Seiten aus kleine Schlitze in den Rand gesägt. Unsere Platte ließ sich einfach mit einem scharfen Messer einschneiden.

Klemmt eure Schnüre in die Schlitze. Auf der Vorderseite überspannen die Schnüre die ganze Platte, auf der Rückseite sind sie einfach verknotet.

Jetzt könnt ihr die Platte in euren vorher schon fertig gebauten Rahmen legen und sie einfach (wieder „sehr elegant“) fest tackern.

Eigentlich ist euer Bilderrahmen jetzt schon fertig. Was noch fehlt, ist eine Möglichkeit ihn aufzuhängen.

Auch dafür haben wir wieder Schnüre genommen. Die haben wir auf der Rückseite des Rahmens mit dem Tacker befestigt. Eine Schur an einer kurzen Seite und eine Schnur an einer langen Seite. So könnt ihr euch jederzeit umentscheiden, ob der Rahmen quer oder hochkant hängen soll.

Jetzt ist der Bilderrahmen wirklich fertig und ihr könnt ihn mit euren Lieblingsbildern bestücken. Eure Bilder befestigt ihr ganz einfach mit kleinen Deko-Wäscheklammern an den Schnüren.

Bitte nicht schimpfen: An zwei Ecken stehen die Leisten ein bisschen auseinander. Asche auf mein Haupt, da ist mir der fertige Rahmen runtergefallen. Das muss ich nochmal nacharbeiten.

Wie ist das eigentlich bei euch? Wer nimmt da das Werkzeug in die Hand?

Zu Zeiten, als der Vater meiner beiden jüngeren Kinder noch bei uns wohnte, durfte ich nicht mal eine Glühbirne auswechseln!!! Ich gebe zu, ich bin wirklich froh, dass der Werkzeugkoffer wieder mir gehört und das nutze ich auch gerne aus 😉

Viele Grüße und viel Spaß beim Nachbauen

Eure Doro und Tochter die Zweite

Doro
About me

Vom Stadtkind zur Landmama. Heimwerkerin und Basteltante, Bücherratte und Bilderdenkerin. Gnadenloser Optimist. Nachteule und Langschläfer. Immer neue Flausen im Kopf. Single-Mom in einem 4-Kinder-Haus und Vollzeit im Beruf. Büroflüchtling, wann immer ich kann. Verliebt in den Himmel und die Magie von Büchern ... Und irgendwann schreibe ich selbst ein Buch.

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4 Kommentare

helga
Antworten 16. November 2018

Tolle Tipps zum Bilderrahmen! Das hat meiner Tochter bei ihrer Fotoausstellung geholfen:) Ich aber habe mir lange Sorgen um unseren Bilderrahmen gemacht, den wir vom Opa geerbt haben https://www.vollmann-rahmen.de/f-vollmann/restaurierung Dank einer fachlichen Restaurierung hat unser Familienfoto endlich seinen Platz im Wohnzimmer gefunden. In einem vergoldenden Rahmen soll es eine gute Erinnerung für alle sein:) Danke für diesen Erfahrungsaustausch!

Laura
Antworten 6. Dezember 2018

Ich habe die Idee, das ich dieses Weihnachten meiner Familie schöne Bilder schenke. Meine beiden Schwester sind in neue Wohnungen umgezogen und ich finde schöne Bilder machen die Wände schnell schön! Ich habe bei mir ein paar alte Bilderrahmen gefunden, die ich restaurieren müsste, oder ich bastele selber! Das habe ich noch nie gemacht, aber die meisten Zubehör habe ich schon Zuhause und basteln macht schon Spaß!

Tobias Müller
Antworten 18. Dezember 2018

Danke für die Tipps, einen Bilderrahmen selber zu bauen. Ich bin auch der Meinung, dass handwerkliches Talent nicht vom Geschlecht abhängt. Zu Weihnachten möchte ich mich mit Bildrahmung beschäftigen, um die antiken Kunstwerke meiner Großeltern neu zu berahmen.

Lukas
Antworten 6. März 2019

schöner Artikel, ich empfehle es jedem

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