Es gibt einen Trick, um die Gefahr von Krankenhauskeimen zu reduzieren


Habt ihr schon mal von Krankenhauskeimen gehört? Ich nur am Rande. Ich wußte, dass es es sie gibt und dass sie echt gefährlich sein können – aber ich dachte, dass die Auswirkungen nicht schlimmer als leichter Magen-Darm-Infekt wären. Neulich habe ich erfahren, dass eine ehemalige Mitschülerin von meiner Carina daran gestorben ist.

Carina erzählte, dass ihre damalige Schulfreundin einen Fahrradunfall hatte. Nichts Großes. Eine größere Wunde am Fuß. Die junge Frau wollte sich nicht lange damit aufhalten, aber die Polizei, die eingeschaltet wurde, bestand darauf, sie zum Verbinden in ein Krankenhaus zu bringen. Was auch geschah. Einige Tage später war die 27-jährige tot. Der Grund dafür war eine scheinbare Infektion durch Krankenhauskeime. Viele Infos habe ich nicht und ich will keine Panik machen. Vermutlich war ihr Herz durch eine vorangegangene Grippe sowieso geschwächt, aber das wissen wir alle nicht genau…

Aber auch wenn die Sache nicht immer tödlich endet, so ist eine Infektion durch Krankenauskeime eine ernste Gefahr für die Gesundheit. Und fürs Wohlbefinden sowieso.

Ich habe auf Berlin.de folgende leicht verständliche Infos zu Krankenhauskeimen gefunden:

Krankenhauskeime gefährden vor allem Kinder!

„Den Angaben zufolge infizieren sich in Deutschland jährlich etwa 600.000 Menschen mit diesen Erregern. Etwa 22.000 sterben daran. Das größte Risiko haben Kinder, weil sie ein noch nicht voll ausgebildetes Immunsystem haben, und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem wie Alte oder Kranke.“

Infektionen sind schwer oder gar nicht behandelbar

«Infektionen, die durch sogenannte multiresistente Bakterien verursacht sind, sind nur noch durch wenige, im ungünstigen Fall gar keine Antibiotika mehr behandelbar», sagte die Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen Julia Seifert. Dass es immer mehr solche Keime, die meistens von Außen in die Kliniken eingeschleppt werden gibt, hat diverse Gründe.  Vor allem der vermehrte Antibiotika-Einsatz in der Tiermast und die Verunreinigung von importiertem Fleisch und Fisch ist ein Problem. „Auch Bauern und Tierärzte trügen die Erreger weiter. Touristen verbreiteten die Bakterien von Land zu Land. In vielen Ländern gelten nicht so strenge Hygiene-Vorschriften. Hinzu komme der laxe Umgang mit Antibiotika. In Italien und Griechenland etwa gäben Apotheken ohne Rezept Antibiotika heraus.“ – steht dort.

Ich habe mich gestern mit einer jungen Krankenschwester darüber unterhalten, und sie sie hatte noch eine zusätzliche Erklärung für die Infektionen:

Sie sagt, dass es sehr oft die Ärzte selbst sind, die für die Verbreitung von Keimen verantwortlich sind. Sämtliches Krankenhauspersonal, also auch die Ärzte, trägt die bekannten „Kasacks“ – diese typische Krankenhauskluft in Pastellfarben von Hellgrün nach Blau oder manchmal auch Rosa. (Vor allem Grey’s Anatomy Liebhaber wissen, wovon ich rede, aber auch in den deutschen Krankenhäusern ist das völlig normal.) Diese Kleidung hat kurze Ärmel und wird täglich gewechselt.

Ärzte haben aber auch noch die berühmten Weißkittel! Tja, eigentlich sind sie nur für Konsultationen vorgesehen, aber viele von ihnen würden auch Erste Hilfe und weitere Handlungen an Patienten mit Weißkittel an vornehmen… weil es ja mehr Autorität verleiht. Diese Weißkittel werden aber ganz oft nur wöchentlich gewechselt und sind, auch wegen den langen Ärmeln, eine Bakterienbrutstätte. Es gibt dazu Studien, die das belegen. Inzwischen haben ganze Kliniken die Ärztekittel abgeschafft. Forscher sind dabei, neue Materialien zu entwickeln, die durch Nanopartikeln aus Kupfer eine Art Bakterienbremse buchstäblich eingewoben haben.

Bis solche Neuerungen Realität in allen Krankenhäusern werden, kann allerdings Zeit vergehen. Was tun, wenn man gerade in einem nicht so innovativen Krankenhaus Patient ist, oder gar mit den Kindern behandelt wird?

Ganz einfach: Bittet einfach den Arzt, sein Kittel auszuziehen.

Hahaha… wollt ihr wirklich diese Diskussion haben? Naja. Ich schon: Wer gute Nerven hat und über ein starkes Durchsetzungsvermögen verfügt, der fährt damit am besten. Klar formulieren, notfalls auf Patientenrechte hinweisen, fertig. So bin ich. Meistens passiert, was ich will. Aber die besagte Krankenschwester meint, dass die meisten Patienten, gerade aufgeregt Eltern mit einem verletzten Kind, genau diese Klarheit nicht haben und die daraus entstehende Auseinandersetzung nicht brauchen.

Also gibt hier gibt’s den wahren Trick:

Gebt gleich vor der Behandlung an, dass der Patient (also ihr oder euer Kind) ein Weißkittel-Syndrom habt.

Die Krankenschwester erklärte mir: Ein Weißkittel-Syndrom ist eine besondere Form von Panikattacke, die bei Menschen mit Angst vor Ärzten durch den Weißkittel getriggert wird. Das Blutdruck geht in die Höhe, die Atmung verändert sich, die Patienten verkrampfen sich. Darauf hat kein Arzt Zeit und Nerven und wird freiwillig die Bakterienschleuder ausziehen.

Findet ihr das gemein? Oder nützlich?

Können wir gern diskutieren – und ich lese gern, was andere, die in Krankenhäusern arbeiten, dazu zu argumentieren haben. Ich bin selbst kein Mediziner. Daher betrachtet bitte den Blogpost als eine Anregung, damit wir alle hinterher schlauer sind.

Liebe Grüße,

Béa

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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Christian
Antworten 19. Juli 2018

Hallo Bea, das ist auf jeden Fall ein guter Weg und kann einen Teil der nosokomialen Infektionen verhindern.
Einen anderen Weg schlagen Start-Ups wie HyHelp, Hygnova und GWA Hygiene ein. Die messen das Hygieneverhalten und kontrollieren wie viel Desinfektionsmittel entnommen wird und welcher Spender demnächst nachgefüllt werden müssen.
Denn häufig erlebe ich, dass viele Spender in Krankenhäusern leer oder beschädigt sind. Leider :(

    Béa Beste
    Antworten 19. Juli 2018

    Spannend! Danke für dieses Kommentar - das Thema Hyghieneverhalten hatte ich gar nicht auf den Schirm. Liebe Grüße, Béa

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