Jetzt mal ganz ehrlich, Mama! Das etwas andere Bloggerinnen-Interview mit Laura Fröhlich von „Heute ist Musik“


Neulich erzählte ich meiner Blogger-Kollegin Laura Fröhlich von „Heute ist Musik“, dass ihr, liebe LeserInnen, meine mühsam ausgedachten Interviews nicht so zahlreich lest wie andere Artikel. Laura meinte, ich solle bessere Fragen stellen! Und um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat sie hier sowohl die Fragen gestellt als auch die Antworten gegeben…

Wenn mich jemand an Kreativität überbietet kann ich mich nur verneigen: Hier kommt Laura von Heute ist Musik mit den selbst ausgedachten Fragen und ganz tolla Antworten…

Das etwas andere Bloggerinnen-Interview bei Tollabea

Was würden deine Kinder sagen, wenn sie zwei deiner negativen Eigenschaften benennen müssten?

Eindeutig: Jimmy, Luise und Oskar würden meine mangelnde Nervenstärke nennen. Und die Tatsache, dass ich dauernd an ihnen rummeckere!

Welche war deine schlimmste Drohung?

Oh je, ich habe Jimmy mal gesagt, dass er zu Oma und Opa ziehen muss (die er übrigens sehr lieb hat), wenn er sich weiterhin mit seiner Schwester streitet. Mein Mann war schockiert über meine Drohung und mir hat es auch wirklich schrecklich leid getan. Das habe ich Jimmy dann gesagt und mich aus ganzem Herzen bei ihm entschuldigt…

Warst du schon einmal gemein zu deinen Kindern?

Ja, das bin ich ab und zu und darauf bin ich nicht sehr stolz. Wenn ich drohe, die rumliegenden Spielsachen in den Keller zu bringen zum Beispiel. Oder wenn ich von merkwürdigem Zeug wie Sandmann-Verbot und Vorlese-Stopp erzähle. Ich bin vor allem dann gemein, wenn ich im Stress bin und die Kinder auf keine meiner Bitten hören möchten. Dann sage ich manchmal doofe und sinnlose Sachen, die in meinen Augen pädagogischer Quatsch sind. Oder ich lege ein Lieblingsspielzeug hoch auf das Regal. Richtig ätzend!

Benutzt du Schimpfwörter vor deinen Kindern?

Ja, vor allem im Auto rutscht mir manchmal eines raus. Und natürlich sage ich dieses schlimme Wort mit Sch.. Vor allem dann, wenn ich gerade dabei bin zu explodieren. Witzigerweise höre ich dann manchmal bei meinen Kindern genau dieselben Flüche in der gleichen Tonlage.

Wann ist dein schlechtes Gewissen am größten?

Wenn ich mittags den Fernseher einschalte oder in Gegenwart meiner Kinder aufs Smartphone oder in den PC schaue. Und natürlich wenn ich bemerke, dass es heute eindeutig mehr Gummibären als Vitamine gab.

Wann hört das Verständnis für deine Kinder auf?

Wenn ich ruhig und sachlich mit ihnen spreche, sie um etwas bitte und sie dann doch nicht hören. Zum Beispiel meine freundlich vorgetragene Anfrage, ob sie denn bitte nach Schule und Kindergarten ihre Jacken aufhängen und die Butterbrotdosen in die Küche bringen mögen. Luise schmeißt einfach alles auf den Boden und rennt in ihr Zimmer… Dann frage ich mich manchmal: wieso tun sie mir nicht einfach diesen kleinen Gefallen? Aber eigentlich weiß ich ja, dass Kinder einfach Kinder sind und ihnen Ordnung nicht so viel bedeutet wie mir.

Welche Charaktereigenschaft nervt dich an deinen Kindern am meisten?

Manchmal nervt es mich, dass sie weinerlich sind in Situationen, die sie eigentlich locker meistern können. Die Unterhose oder die Schuhe anziehen, das ist dann manchmal ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn ich gestresst bin, kriege ich einen Vogel dabei. Wenn ich dann wieder unterkomme wird mir klar, dass sie eigentlich nur ein bisschen bemuttert oder bevatert werden wollten und finde es nicht mehr so schlimm. Mich nervt übrigens total, dass sie sich taub stellen, wenn sie aufräumen sollen. Geht’s ums Fernsehen oder um Süßigkeiten, hören sie dagegen genau hin.

The terrible two – das habe ich neulich irgendwo gelesen. Zwei Jahre, das ist ein sehr süßes und ein anstrengendes Alter. Oskar treibt mich gerade in den Wahnsinn: drei Mal am Tag legt er sich schreiend auf den Boden und heult, weil er nicht fernsehen darf oder er die Sprudelflasche wieder hinstellen soll. Wenn ich ihn trösten will, stößt er mich weg. Zum Glück kenne ich dieses Verhalten von den anderen Kindern und weiß, dass das normal ist. Trotzdem stresst es mich, denn nicht immer habe ich die Zeit, mich neben ihn zu setzen und mit ihm zu sprechen. Wenn ich dann etwas später zu ihm gehe, dann beruhigt er sich schnell und lässt sich drücken. Aber ich könnte den kleinen Mann dennoch ab und zu auf den Mond schießen, auch wenn er gerade anfängt zu sprechen und das so unglaublich süß ist. Besser wird’s, wenn er sich mal etwas schneller ausdrücken kann. Ich weiß zur Zeit auch manchmal einfach nicht, was er will?! #toddler #terribletwos #lebenmitkindern #trotzphase #momlife #familygoals #blogger #bloggerlife #blogger_de #elternblogger_de

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Was spielst du besonders ungern mit deinen Kindern?

Ich mag es nicht, durch die Wohnung zu rennen. Daher spiele ich ungern Fangen, Verstecken oder solche Sachen. Lieber setze ich mich mit einem Buch hin und lese vor, faul wie ich bin.

In welchen Situationen möchtest du das Haus verlassen?

Hin und wieder möchte ich gegen 19 Uhr das Haus verlassen. Dann haben die drei Kinder das Sandmännchen gesehen und sollen ins Bett. Ich muss hinter Luise her rennen, die nicht Zähne putzen will, 12 Seiten Jim Knopf vorlesen, bis der Mund trocken ist, ewige Diskussionen führen über den Zeitpunkt, wann endlich das Licht aus sein muss, sieben Mal ins Zimmer laufen um Wasser, Taschentücher, Taschenlampe, Kopfhörer zu bringen…. Ich würde viel lieber ein Buch lesen, joggen oder mit einer Freundin in die Lieblingsbar gehen und gegen 22 Uhr mit einem kleinen Prosecco-Rausch zurückkehren.

Welche Bitte schlägst du deinen Kindern auch mal aus?

Manchmal schlage ich aus, mit ihnen zu spielen. Das kommt vor, wenn Wäsche- und Geschirrberge auf mich warten oder ich einfach mal hundemüde bin. Ich finde aber auch, dass Kinder sich durchaus mit sich selbst beschäftigen dürfen!
Ich setze mich dann mit einem Buch aufs Sofa und erkläre, dass jetzt Mama-Zeit ist!
Manchmal lehne ich auch die Bitte ab, mit Knete zu basteln, weil ich keine Lust habe, hinterher diese 1.000 bunten Krümel aufzusaugen. Wirklich, ich HASSE Knete.

Hast du dir schon einmal gewünscht, wieder kinderlos zu sein?

Ja, neulich gab es da so einen Moment. Ich war fix und alle und dachte an meine Schwester, die in München lebt. Freunde, Sport, Ausgehen, Shoppen und Chillen gehört zu ihren Freizeitaktivitäten. Ich hätte zu gerne mal eine Zeit mit ihr getauscht. Wenigstens zwei Tage. Länger hielte ich es dann aber ohne meine Kinder auch nicht aus…

Vielen Dank, liebe Laura, für die tolla Fragen und ehrlichen Antworten! 

Liebe Grüße, Béa

Über die Bloggerin von „Heute ist Musik“

Laura Fröhlich lebt mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern (*2011, *2013, *2016) in der Nähe von Stuttgart und ist 34 Jahre alt, was sie an manchen Tagen immer noch ungläubig bestaunt. Weil sich anfangs das Mutterglück als nicht so selig machend herausstellte, wie es die Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs versprach und sie ihre verstörenden Erfahrungen mit humorlosen Müttern in der Krabbelgruppe verarbeiten musste, beschloss sie, alles in einem Blog aufzuschreiben. Mittlerweile ist sie genauso gern auf Instagram unter heuteistmusiklaura unterwegs und streut dort Glitzer in den Mama-Alltag.

An all die wunderbaren Eltern da draußen! Aus der Froschperspektive sieht mein Alltag so aus: Kinder, die nicht gerne darauf hören, was ich sage. Massenhaft viel zu putzen und aufzuräumen, Berge voller Wäsche. Hitze, Stress und Müdigkeit, sich überwinden müssen, bei dem Wetter etwas zu unternehmen. Streitereien schlichten und Diskussionen führen, Kinder überall in der Gegend suchen und genervt sein von all dem. Abends drei müde Meckermäuse ins Bett bringen und eigentlich viel lieber fernsehen. Wenn ich mich dann wie ein Vogel erhebe und von oben auf unser Leben schaue, dann sehe ich etwas ganz anderes. Dann sehe ich Kinder, die ihre Meinung sagen dürfen. Eltern, die gemeinsam für ein sauberes und gemütliches Zuhause sorgen. Ein heißer Sommer mit Wasserspaß und Eis. Geschwister, die sich aneinander reiben dürfen und ganz viel Freiheit haben. Die nach einem langen Tag zusammen mit Mama und Papa im Bett liegen und sich geborgen fühlen. Eine Frau, die statt irgendeine Serie zu gucken eine Träne verdrückt, weil es so rührend ist, was das Schulkind abends noch erzählt. Öfter mal die Vogelperspektive einnehmen und den Frosch gegen die Wand schmeißen – wie wärs? #momlife #familie #familygoals #froschperspektive #lebenmitkindern #blogger #bloggerlife #blogger_de #elternblogger

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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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