Interview mit der Autorin Rike Drust alias „Muttergefühle“


So ist Rike mir aufgefallen: Mit dem Twitternamen "Muttergefühle". Dann habe ich gestöbert und ihr Buch entdeckt: Muttergefühle. Gesamtausgabe. Ich musste das sofort auf meinem Kindle haben und habe mich damit köstlich amüsiert. De facto beinhaltet das Buch genau das, was ich richtig mag: Geplauder aus dem Mutter-Nähkästchen – emotional, selbstkritisch, lustig –  und dann immer zum Schluss eines Kapitels "Gerlerntes".  Man bekommt damit genau das Wissen, das man gern vorher gehabt hätte… Oder witzige Antwort-Vorlagen auf doofe Bemerkungen. Zum Beispiel, wie cool wäre es, wenn jemand uns belehren will, was das eigene nörgelige Kind hat, kaltschnäuzig zu sagen: "Danke für den Hinweis. Ich habe es gerade erst entführt und kenne es noch nicht so gut." Herrlich! Auch ganz besonders gut finde ich es, dass Rike ehrlich Dinge thematisiert, bei denen ich mich auch mal schuldig gefühlt habe, dass ich sie so empfinde. Zum Beispiel wie langweilig ein Kleinkind sein kann: "Mama Handy. Handy Mama. Mama Handy." Konversationen sind einfach zum Einschlafen (wenn man das nur könnte…).

Dann habe ich erfahren, dass Rike gerade ein neues Buch draußen hat, Familiensafari: Roman … und da wir inzwischen im Austausch sind (Rike hat auch schon mal die Tollabox getestet), habe ich auch Familiensafari zum Lesen bekommen. Das ist ein klasse Buch voller Situationskomik, das euch allen eine Perspektive geben kann, wie sich das Leben mit Pubertierenden und großen Kindern anfühlt. Mit meinem TV-Wissen (habe ich euch schon mal verraten, dass ich 4 Jahre lang bei SAT.1 gearbeitet habe?) sage ich: Das ist Stoff für ein super Film! Garantiert! 

Familienmutter Jutta, die als Hippie-Tochter lieber auf Sicherheit setzt und in einer Bank arbeitet, erlebt einen Banküberfall… Daraufhin muss sich etwas in ihrem Leben änden und der Beschluss, verschiedene Termine der einzelnen Familienmitglieder zu einer "Safari" zu vereinen, steht fest. Weder Mann Alex, noch Tochter Anna, die mit ihren 18 Jahren eigentlich TV-Moderatorin werden will, noch Sohn Lars, der mitten in der Pubertät ist, haben wirklich Lust dazu. Aber das Besorgnisgefühl um die Krise der Mutter nach dem Erlebnis mit dem Überfall lässt sie dem Reiseplan zustimmen. Und dann gesellt sich noch die Hippie Oma Rose dazu… Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Humor in den darauffolgenden Szenen steckt! Ich habe das ganze Buch in einem Rutsch gelesen und schallend gelacht!

So wollte ich etwas mehr über Ulrike wissen – hier ist das Interview:

Liebe Rike, wie wurdest du zur Buchautorin?
Eher zufällig. Eigentlich bin ich Werbetexterin. Nebenbei habe ich für Magazine und meinen Blog geschrieben. Meine Notizen über die erste Zeit als Mutter hat dann mein jetziger Agent in die Finger bekommen und ein Jahr später erschien „Muttergefühle. Gesamtausgabe". Und da ich dann beim Verlag ja schon mal einen Fuß in der Tür hatte, habe ich weitergemacht und meinen ersten Roman „Familiensafari“ geschrieben, der im Mai 2014 erschienen ist.
Was bedeutet Social Media für dich?
Meine Facebook-Seite ist die logische Weiterführung des Buches. Auf ihr poste ich alles, was mich beschäftigt, aufregt, amüsiert, rührt, das geht von youtube Videos über Texte von der Huffington Post, zu politischen Themen und – was für mich am wichtigsten ist – Fragen von LeserInnen, die ich per Mail bekomme. Besonders an meiner Seite finde ich, dass die Gesprächskultur für eine Muddiseite wirklich gut ist. Klar gibt es immer ein paar zickige Ausnahmen, aber 99,99% „meiner" Eltern sind tolerant, voller Mitgefühl und geben wirklich tolle Tipps. Ich habe schon so viele Antworten für meine Familie und mich nutzen können, und aus Gesprächen und Mails weiss ich, dass es den anderen Eltern auch so geht. Genau genommen ist Social Media für mich also eine Selbsthilfegruppe, aber eine coole natürlich. 🙂
Geht mir auch so, liebe Rike! Tolle Community…
Wie schreibst du? Woher kommen die Ideen, wie werden aus ihnen Worte, Sätze, Seiten?
Das ist ganz unterschiedlich. Mal kommt die Idee einfach von irgendwoher und bleibt. Das war zum Beispiel bei meinem Roman so, da hatte ich ein Auto und eine Familie im Kopf und hab dann nach und nach die Figuren und die Handlung ausgedacht. Bei den Elternthemen sind es meist konkrete Ereignisse, die mich zum Schreiben bringen. In beiden Fällen tippe ich Fragmente in mein Handy oder kritzel Sätze in mein Notizbuch und schreibe daraus Texte, wenn meine kleine Tochter mal länger schläft. Also nicht so oft.
Wir haben uns über die Passage mit den Antworten auf blöde Bemerkungen kennengelernt. Hast du noch mehr? 
Ja. Dieses Thema beschäftigt mich fast jeden Tag, weil ich mich andauernd ärgere, nicht schlagfertig genug zu sein. Mein bester Freund hat für mich auch aus Sätzen von mir mal Karten zum Ausdrucken und Überreichen gemacht. Und ich habe vor Kurzem für die Brigitte einen Text mit dem Titel „Wer zicken will, muss freundlich sein.“ geschrieben. Der handelt auch vom Meckern – und wie mein Sohn mir den besten Umgang damit gezeigt hat. 

Was sollten deine LeserInnen noch über dich wissen? Was liegt dir ganz besonders am Herzen? 
Zwei Sätze: "Alle sollen alle in Ruhe lassen" und "Es gibt kein Falsch, sondern nur ein Anders". Es wäre so toll, wenn wir alle mit offenen Augen durchs Leben gehen könnten und bei Familien, die es anders machen, nicht anfangen zu lästern, sondern neugierig sind und vielleicht einfach mal nachfragen. Ich schaffe das leider auch nicht immer, dabei entwickeln sich daraus häufig spannende Gespräche und ein größeres Verständnis für andere Lebensentwürfe. Manchmal gucke ich mir auch was ab. Wenn wir alle das immer schaffen würden, wäre das Leben viel netter. Auch auf dem Spielplatz.
Was kommt als nächstes? 
Die nächsten Monate werde ich mit meinem Sohn Hochschüsse üben und meiner Tochter dabei zugucken, wie sie Laufen lernt. Wenn sie im April in die Krippe kommt, werde ich alle meine Notizen sichten und hoffentlich noch mindestens ein Buch schreiben. 
Dein dringlichster Wunsch?
Ich wünschte ich könnte bei der letzten Frage etwas schreiben, das bei den LeserInnen hängen bleibt und zum Abschluss richtig Eindruck macht, aber mein dringlichster Wunsch ist einfach nur: Schlafen.

Vielen Dank fürs Interview!
Und jetzt kommt’s:  Wir verlosen exklusiv für euch 3 x das Buch "Familiensafari" (carl’s books Verlag) …

…und 3 x das Buch "Muttergefühle. Gesamtausgabe" (C. Bertelsmann Verlag) von Rike Drust! 

Um bei der Verlosung mitzumachen, teilt bis zum 29.09.2014 unser Post auf Facebook und kommentiert etwas Nettes dazu, zum Beispiel warum ihr gern gewinnen wollt – vor allem welches der beiden Bücher euch lieber wäre! Oder teilt via Twitter@Tollabox. Wer nicht so gern Social Media nutzt, teilt am besten über Email und lässt es uns mit einer Email an info(at)tollabox.de wissen! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Die Gewinner geben wir auf Facebook bekannt und wenn nötig, über Mail oder Twitter.

Wer lieber gleich kaufen will, hier links:

Muttergefühle. Gesamtausgabe.

Familiensafari: Roman

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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