Mein Kind allein unterwegs mit dem Betreuungsdienst der Bahn – Erfahrungsbericht von Nadine Kamilli


Neulich hat mir meine Freundin Nadine erzählt, dass ihre Tochter Lea  mit der Bahn allein (also mit Betreuungsdienst) reisen würde. Das ist bestimmt auch für euch interessant, oder? Nadine war so lieb, für euch dieses Erfahrungsbericht aufzuschreiben.

Um es gleich zu sagen: Das ist keine Werbung, Nadine hat alles selbst bezahlt. Wir haben keine Kooperation mit der Bahn.

Ab hier schreibt Nadine über ihre Erfahrung mit dem betreuten Reisen mit der Bahn für ihre 11jährige Tochter

Wie in jedem Jahr stellen mich die Ferien vor eine große Herausforderung: Wann ist das Kind bei seinem Vater, zu welcher Zeit hat die Oma Urlaub und was mache ich mit dem Lieblingskind?

Seit einigen Jahren bin ich nun alleinerziehend, mit großartiger Unterstützung im Freundes und Bekanntenkreis. Nur bei der Ferienplanung hänge ich irgendwie allein da. Ferien zu planen mit kleinem Budget sind nicht gerade meine Lieblingsaufgabe…

Nunja. Das Lieblingskind (11) soll es dennoch schön haben. Also geht es in die Ferien mit Oma.

Oma holt das Kind aus Berlin ab und beide fahren mit der 1. Klasse der Bahn, Oma`s Reisepunkte zahlen sich hier aus, Richtung Aachen zum Urlauben und um den restlichen Teil der Familie zu besuchen. Eine Woche später soll das Lieblingskind mit der „Kid on Tour Bahnbetreuung“ alleine zurückreisen, sagt Oma. Denn Oma muss wieder arbeiten und keiner kann das Lieblingskind nach Berlin begleiten.

Oma hatte die Idee das Kind mit der Bahn alleine zurückzuschicken, was mir erst einmal ein paar Bauchschmerzen bereitete.

Meine Tochter ist kommunikativ und sehr selbstständig, aber alleine über 400 km mit der Bahn durch Deutschland? Alleine!!??

„Früher haben wir Euch auch alleine in den Bus gesetzt und ihr seid am Ziel angekommen, jetzt haben alle ein Telefon zum mitnehmen dabei.“ – sagt Oma.

Was soll schon passieren?

Nun, ja wenn Oma sagt?!? Da ich selbst keinen Urlaub habe, steht zur Wahl den Urlaub für das Lieblingskind abzusagen oder den inneren „Schweinehund“ zu überwinden, „Oma sagt“ auszublenden und das ganze in die eigene Idee umzuwandeln. (damit die Bauchschmerzen weggehen)

Ich gehe also online und möchte ein Ticket für das Kind buchen. Auf die einzelnen Schritte der Online Buchung mag ich nicht eingehen, nur soviel:
Bisher fand ich für meine Anforderungen die Seite der Bahn übersichtlich, dass buchen der Fahrkarte für das Kind habe ich dann doch lieber telefonisch gemacht. Denn dieser Service wird nur telefonisch angeboten.

DeutscheBahn> Reisen und Service> Kinderbetreuungsangebote stößt man auf das Angebot „Kids on Tour“ und auch zu weiteren Informationen auf welchen Strecken und zu welchen Zeiten das Angebot besteht. Hier erhält man auch den Hinweis, dass eine telefonische Bestellung erfolgen sollte.

Die telefonische Bestellung erfolgte dann auch sogleich, die Bearbeiterin freundlich und aufmerksam und fragte geduldig alle Informationen zur Reise ab. Im Anschluss erhält man per Post einen Vertrag, die Fahrkaren und weitere Informationen wie z.B. Gepäckgröße, Essen und Trinken und ganz besonders wichtig: Übergabe und Ablauf am Bahnhof.

Wichtig mindestens 7 Tage vorher sollte der Service gebucht sein besser noch früher, da es nur bedingt Plätze gibt. Also rechtzeitig reservieren ist wichtig.

Heute ist nun der Tag und die Rückreise von Lea steht bevor…

Meine Mutter brachte Sie zum Bahnhof zur Bahnhofsmission, wo sie von ihrer Betreuerin herzlich empfangen wurde.

Mit meiner Lea sollte sie zu Beginn die Reise mit einem weiteren Kind antreten und später weitere Kinder einsammeln. Im Übrigen gibt es hier auch eine Begrenzung bei der Anzahl der zu betreuenden Kinder auf einer Reise.

Klingt einfach, aber einige Abenteuer gab es noch zu überwinden:

Leider war es nun so, das der Zug ausgefallen ist.

Ich hatte diese Information von meiner Mutter erhalten, da sie den Zugausfall noch vom Nachbargleis mitbekommen hatte. Eine telefonische Information zur Verspätung habe ich von der Bahnhofsmission wie in der Kids on Tour – Vereinbarung beschrieben, ca. 45 min vor geplanter Ankunft in Berlin erhalten – während ich bereits schon auf dem Weg zum Hauptbahnhof war, um meine Tochter dort bei der Bahnhofsmission in Empfang zu nehmen.

Leider trug es sich nun zu, dass der nachfolgende Zug auf der Strecke gestoppt wurde, da ein Noteinsatz auf der Strecke stattfand. Nach einer etlichen Verzögerung strandeten die Kinder mit der Begleiterin erst einmal in einer anderen Stadt, wo sie dann nach einer weiteren Wartezeit von einer Stunde die Fahrt fortsetzen konnten.

Die Gruppe hat dann statt 18.11 Uhr Berlin Hauptbahnhof gegen 21.30 Uhr erreicht!

Dank der guten Betreuung waren die Kinder trotz der anstrengenden Fahrt gut drauf. Es gab gute Unterhaltung und auch Spiele für die Kinder von der Begleiterin im Gepäck.

Fazit: Alles in allem war unsere erste Reise mit der Bahn und Kids on Tour eine ziemlich aufregende und anstrengende Erfahrung.

Dass der Zug ausfiel, die Strecke gesperrt war und dann die Verbindung nicht gleich klappte lag an der Bahn aber nicht an der Kids on Tour Begleitung. Ich habe die gesamte Zeit bei der Bahnhofsmission verbracht, mir wurden Getränke angeboten und das dort anwesende Team hat immer direkt Informiert, wo die Kinder sind und wann diese voraussichtlich eintreffen werden. Viele arbeiten dort ehrenamtlich.

Ich bin sehr dankbar, dass es die Möglichkeit der Unterstützung bei Reisangelegenheiten durch die Bahnhofsmission gibt, im übrigen auch für Senioren, Menschen mit Unterstützungsbedarf (Behinderungen), für ungewollt irgendwo Gestrandete und generell für Reisende aller Art.

Liebe Grüße,

Nadine

P.S. Herzlichen Dank, liebe Nadine, dass du diese Erfahrungen für uns aufgeschrieben hast!

Frage an euch: Bei wem war auch das Kind allein unterwegs mit dem Betreuungsdienst der Bahn? Oder allein geflogen? Wie war es?

Übrigens, Carina ist als Kleinkind viel allein geflogen, soll ich euch das mal bei Gelegenheit auch mal erzählen?

Liebe Grüße auch!

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Statt Aufregen: Ablenken für Erwachsene oder der Nähkästchen-Trick
15. Nov 2018
5 Gründe, warum es toll ist, eine Tante und einen Onkel zu haben
10. Nov 2018
5 Vorteile, wenn Kinder mit ihren Großeltern aufwachsen
20. Oct 2018
Der beste Hustensaft der Welt war der von meiner Oma!
11. Oct 2018
„Mein Kind ist genau richtig, so wie es ist“ – Gedanken von Heidemarie Brosche
28. Aug 2018
Wegen Oma und Opa unser Leben umkrempeln? – Wenn die Eltern älter werden
27. Aug 2018
Der ultimative Trick für kreative Urlaubsfotos mit Kindern: #forcedperspective
01. Aug 2018
#GestenderLiebe: Worte und Gesten können die Seelen von Kindern stärken. Lasst uns das nutzen!
31. Jul 2018
Urlaub mit Kind – die lustigen Tweets
10. Jul 2018

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.