Mit dem iPad in der Schule – Erfahrungsbericht eines Teenagers


Stift und Papier, oder iPad und Apple Pencil in der Schule – sie gelten als digitaler, schneller und angenehmer, doch kann dieses Versprechen eingehalten werden? Sind iPads der Cheatcode zu den guten Noten oder bleiben sie ein teures Gimmick?

Die Digitalisierung hat mittlerweile auch in die deutschen Schulen gefunden, Kreidetafeln werden von Whiteboards abgelöst, statt mit Overhead-Projektoren, werden Tafelbilder mit Beamern an die Wände projiziert. All dieses ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Auch Stift und Papier haben einen modernen Konkurrenten gefunden: iPad und Apple Pencil. Die Nutzung hat ihre Vorzüge, aber beinhaltet auch Nachteile.


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Ich berichte euch von meinen Erfahrungen, die ich in der Schule gemacht habe. Ich, das ist Bosse, der Schülerpraktikant in den nächsten 3 Wochen bei Tollamedia, Béas kleine Firma, die auch diesen Blog hier rausgibt. Neben der Autorenbeschreibung unten möchte ich euch noch über mich erzählen, dass ich gerne koche und kreativ tätig bin, aber davon mehr in den nächsten Tagen – auch als Blogposts. Jetzt geht es um iPads!

So sind meine Erfahrungen mit dem iPad in der Schule

Ich bekam mein iPad letztes Weihnachten, mit Hülle und einem Apple Pencil. Ein Wunsch, den ich auch schon mit der Idee, das iPad in der Schule zu nutzen, auf meinen Wunschzettel schrieb. Demnach freute ich mich riesig und war sehr dankbar, als ich das Geschenk unter dem Weihnachtsbaum vorfand. Nach Ende der Winter-Ferien, war es dann so weit, mit Hülle und einer „Paperlike-Folie“ ausgestattet, konnte ich das Gerät mit zur Schule nehmen. Ich nutze es also jetzt seit 4 Monaten in der Schule. Ich möchte erwähnen, dass es sich hierbei um keine Produktplatzierung handelt, und ich lediglich meine ehrlichen Erfahrungen mit euch teilen will.

Erschwinglichkeit

Das iPad hat einen stolzen Anschaffungspreis, es handelt sich nun mal um ein Markenprodukt von der Firma Apple. Wer auch den Apple Pencil nutzen will, zahlt, nochmals bis zu 130 Euro extra. Ich nutze ein iPad der 9. Generation, welches für mich vollkommen ausreicht, zusätzlich haben mir meine Eltern den Luxus des Apple Pencil der 1. Generation gegönnt. Und dieser lohnt sich, für das Anfertigen von Mitschriften innerhalb der Stunde ist er essenziell. Es ist also nicht notwendig, das teuerste und angeblich beste iPad mit 256 GB Speicher und SIM-Kartenslot zu kaufen, wenn man es nur privat und in der Schule verwendet.

Software

Für das iPad ist eine Menge Software erhältlich, die den Lernalltag vereinfachen sollen. Ich nutze, um meine Mitschriften anzufertigen und um Lernzettel zu erstellen, die App „Goodnotes„. Sie hat ein einfaches Interface und ist nicht unnötig kompliziert. Angefertigte Notizen können einfach in der App, in Ordnern sortiert, gespeichert werden. Mittlerweile ist die App kostenlos im App-Store erhältlich, allerdings empfehle ich die Zusatzfunktionen für 8 Euro freizuschalten. Ein Kauf, der sich langfristig für mich gelohnt hat. Des Weiteren verwende ich für den Mathe-Unterricht „GeoGebra„, eine Matheapp, die mir mit ihren vielen Funktionen weiterhilft. Es ist schwer auf dem iPad Graphen und Parabeln zu zeichnen, doch mit GeoGebra kann ich diese einfach darstellen. Die App bietet auch interaktive Materialien und ist obendrein noch gratis. Mit diesen Apps habe ich gute Erfahrungen gemacht.


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Vorteile des iPads in der Schule

Seitdem ich das iPad in der Schule nutze, kann ich auf Hefter verzichten. Es ist deutlich angenehmer, alle Fächer kompakt auf einem Gerät gespeichert zu haben. Anstatt mich morgens beim Rucksack packen mit den vielen Heftern herumzuschlagen, kann ich einfach das iPad in den Rucksack stecken und bin praktisch startbereit. Ich bin absolut kein Morgenmensch, wie wahrscheinlich jeder Teenager. Jeden morgen ist es ein Kampf, mich überhaupt aus dem Bett zu bewegen, nicht nur mein Schlaf leidet darunter, sondern auch der Stresspegel meiner Eltern. Also ist es eine große Erleichterung für beide Parteien, das iPad am Morgen nur in den Ranzen werfen zu müssen, um startbereit zu sein.  Das alle Hefter im Gerät gespeichert sind, macht sie unmöglich zu vergessen: Noch ein Problem, welches ich seit der Nutzung nicht mehr hatte. Das iPad hilft mir auch, die Mitschriften ordentlich und auseinander zuhalten, wo ich vorher mit analogen Mitteln Probleme hatte. Jetzt reicht es gegen Ende der Stunde, das Dokument im jeweiligen Ordner abzuspeichern. Insgesamt hilft mir das iPad in der Schule ordentlich zu arbeiten und spart mir am Morgen Zeit und Nerven.

Nachteile des iPads im Schulalltag

Das iPad wird oft als optimale Ablenkungsmöglichkeit bezeichnet, und das scheint auch auf erstem Blicke plausibel. Mit dem iPad hat das Kind Zugriff auf die unendlichen Weiten des Internets und das verlockt erstmal. Aber da mein iPad über keinen SIM-Kartenslot verfügt, habe ich ohnehin keinen Zugriff auf das Internet. Und hey: Wer sich wirklich ablenken will, schafft das auch mit Stift und Papier.

Auch mit Apple Pencil und einer Paperlike-Folie auf dem iPad kann ich nicht so schnell schreiben wie mit einem herkömmlichen Stift. Zwar sieht meine Handschrift auf dem iPad besser aus, dafür schreibe ich langsamer. Etwas, das in schreibintensiven Fächern, wie z.B. dann doch nervig werden kann. Es gibt auch ein gewisses Diebstahlrisiko, welches aber innerhalb einer Schule tagsüber kaum erwähnenswert wäre.

Bilanz

Auch wenn die Anschaffungskosten hoch sind und meine Schreibgeschwindigkeit unter dem iPad leidet, vereinfacht es mir den Schulalltag sehr. Ich lasse mich wenig bis gar nicht im Unterricht von dem Gerät ablenken. Insgesamt nimmt mir das iPad viele Lasten ab und ist ein fester Bestandteil meines Schulalltags geworden. Da jeder Schüler individuell lernt, kann ich nicht behaupten, dass das iPad ein Must-have ist und automatisch für gute Noten sorgt. Aber ich kann für mich behaupten, dass das iPad ein praktischer Begleiter in der Schule ist.

Nutzen eure Kinder iPads oder andere Tablets in der Schule?

Und wenn nicht: Würdet ihr euer Kind ein iPad in der Schule gerne oder ungern nutzen lassen?

Viele Grüße,

Bosse

Bosse
About me

Hallo, ich bin Bosse! Schüler und Schülerpraktikant bei Tollabea, Ich freue mich die Perspektive eines Teenagers und Schülers mit euch zuteilen.

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1 Kommentare

Tine
Antworten 17. Juni 2022

Ein interessanter Bericht! Bei meinem Sohn in der 7.Klasse Gymnasium gibt es auch einige, die dies nutzen. Allerdings wird das gar nicht gern gesehen und heute soll es eine Abstimmung in der Schulkonferenz geben, die die iPad-Nutzung als Heftersatz komplett verbieten soll (Lehrer und Schulleitung wollen das Verbot in der Schulordnung verankern). Schüler und Eltern wollen dagegen stimmen - die Aufregung um das Thema ist riesengroß... Ich bin gespannt, wie das ausgehen wird. Aber über kurz oder lang werden solche digitalen Mittel definitiv auch dauerhaften Einzug in den Schulalltag halten, da bin ich mir sicher. Auch wenn wir persönlich es uns nie leisten könnten, solange der Staat das nicht bezuschussen würde....

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