Papa am Rande der Gesellschaft meiner Tochter


Liebe Community, eine Mutter, die hier anonym bleiben möchte, hat uns diesen Text geschickt. Es geht um die die Gefühle ihrer Tochter zusammen mit der Frage, ob ihr schon mal durch eine ähnliche Situation gegangen seid und was eurem Kind geholfen hat.

Die Verfasserin meint, sie hätte dies für ihr eigenes Seelenheil geschrieben – und auch für ihre Tochter, damit sie später merkt, dass sie als Mutter alles versucht hat, ihr den Vater näher zu bringen.

Papa am Rande ihrer Gesellschaft

Es geht um meine Tochter…. ja genau nicht unsere, es ist nur meine. Einen Sohn habe ich auch noch, den betrifft das jedoch nicht wirklich, denn es ist ihm egal.

Es handelt sich um eine Trennungsgeschichte.

Mein Ex-Ehemann hat mich betrogen. Als ich das herausfand, ist er stante pede ausgezogen und mittlerweile auch mit dieser Dame verheiratet. Klar, dass es sich hier auch vielleicht um verletzte Gefühle meinerseits handelt. Jedoch bin ich stolz auf mich, denn ich habe versucht, meine Kinder aus diesem Drama so gut es geht herauszulassen.

Mag sein, dass er es anders sieht. Er war immer viel unterwegs, da er Musiker ist und ist nun mit einer Künstlerin verheiratet, die in einer anderen Stadt, in einem anderen Land, mit ihm lebt. Anfangs stimmte mich das froh, dass er beiden Leben trennte, d.h. meine Kinder kennen seine neue Frau nicht. Es ist nun sechs Jahre her.

Das Problem an sich ist nicht unsere Trennung, obwohl das sicher auch schlimm für Kinder ist, aber wenn beide sich gut verstehen und sich zurücknehmen, handelbar. Das Problem ist, dass er kaum am Leben seiner Kinder teilnimmt und meine Tochter nimmt das extrem mit. Sie, die jetzt zehn ist, traut sich nicht ihm was zu sagen, denn die wenige Zeit will sie ihn nicht mit Problemen belasten. Sie hat Angst, dass sie ihn dann gar nicht mehr sieht.

Mein Engel weint fast jeden Tag wegen Papa und das seit sechs Jahren.

Ich habe es mehrfach angesprochen, aber er sieht es nicht ein. Sein Argument ist, dass er Musiker ist und immer wenig Zeit hatte und nun auch noch den Termindruck seiner neuen Frau auferlegen ist.

Fakt ist, dass er, wenn es gut läuft, alle zwei Monate für knapp zwei Tage die Kinder nimmt. In den Ferien fast nie, letzte Sommerferien hat er die Kids fünf Tage gehabt und mit ihnen einen kleinen Sommerurlaub gemacht…. alleine ohne seine Frau.

Ich bin mit meinem neuen Mann umgezogen – mit meinen Kindern in eine Stadt, die sogar noch näher dran ist an der Stadt der Vaters. Ich versuche alles, alles möglich zu machen dass der Vater die Kinder sehen kann.

Seit den Sommerferien gab es nur zwei kurze Besuche während Konzertreisen. Eine sogar nur während eines Wettkampf eines der Kinder an einem Sonntag. Jetzt ist der nächste Besuch vielleicht irgendwann im Januar oder Februar geplant. Auch Anrufe gibt es kaum! Einmal einige Tage vor Weihnachten und einmal um Silvester rum.

Unklar ist, wann er kommt und dann muss ich sofort zusagen, egal welche Termine von uns geplant sind, denn sonst kommt er gar nicht. Ach ja, seine neue Frau möchte meine Kinder überhaupt nicht in seinem Leben haben, er jedoch kümmert sich rührend um ihre Tochter, die ein Jahr älter ist als meine Tochter, aber um meine (biologisch definitiv auch seine) Kinder kaum.

Er bekommt von dem Leben meiner Kinder nichts mit. Er lebt komplett am Rande ihrer Gesellschaft.

Ich kann das nicht verstehen und bin täglich aufs Neue entsetzt. Ich weine oft, meine Tochter auch, mein Sohn nicht. Der kennt seinen Vater nicht und nennt meinen neuen Mann ganz oft „Papa“. Man kann leider Anwesenheit nicht einklagen!

Warum hat jemand das Recht einfach aus dem Leben seiner Kinder zu verschwinden?

Ich habe ihm einmal gesagt, dass ich den Schaden, den er meiner Tochter damit antut, nicht verzeihen könnte. Seine Antwort: “Du wirst mir eh nie irgendetwas verzeihen!“.

Das stimmt aber nicht, denn dass er weg ist, ist für mich ein Segen und ich bin glücklich, dass er so selten hier ist.

Meine Tochter jedoch nicht, und um die geht es hier. Sie vermisst ihren Vater.

Und es bricht mir das Herz.

Denn ich habe irgendwo gelesen, dass Väter im Leben ihrer Töchter stark prägen, wie sie ihr Liebesleben angehen. Und ich wünsche meinem Kind aus dem Herzen ein glückliches und erfülltes Leben! Und da gehört Liebe dazu.

Wie kann ich ihr besser helfen?

Hat jemand von euch bislang eine gute Lösung gefunden für diese Art von Problem – Papa am Rande der Gesellschaft seiner Kinder?

Liebe Grüße

von der anonymen Mutter und

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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8 Kommentare

Steff
Antworten 8. Januar 2019

Hallo an die anonyme Mama.
Vorweg: Ich habe leider keine Lösung. Aber vielleicht kann ich doch was beisteuern. Ich war auch so ein Kind. Ich habe viel geweint. Als Kind, als Jugendliche, auch als Erwachsene. Weil ich meinen Papa vermisste, der fast nie da war.
Ich habe heute einen tollen Mann und zwei Kinder, man kann auch ohne Vater Männer lieben. Auch wenn es sicher schwerer ist zu vertrauen.
Meine Bitte an dich als Mama: Sei da für sie. Halt sie fest, wenn sie es zulässt. Lass sie nicht alleine beim weinen. Das habe ich immer vermisst.
Ich habe später dann die Klärung mit meinem Vater versucht, hat nie wirklich geklappt. Wir waren zu weit voneinander entfernt. Mittlerweile ist er leider tot... Und noch heute bin ich traurig.
Viele liebe Grüße!

Gigi
Antworten 8. Januar 2019

Diese Geschichte geht ins Herz! Sehr authentisch und ehrlich geschrieben. Auch wenn ich nicht in der gleichen Situation bin, fühle ich mit Euch und wünsche der Mama und der Tochter ganz viel Kraft!!!

Charlotte
Antworten 9. Januar 2019

Liebe anonyme Mama,
Ich kann mir vorstellen, dass das für euch beide eine schwierige Situation ist... ohne Papa aufzuwachsen ist auch nicht leicht, selbst wenn dein neuer Partner für sie da ist. So wie ich es bisher verstanden habe, ist der sinnvollste Weg, das zu lösen, den Umgang mit der Situation zu ändern. Wenn er nichts ändern will, seid ihr da ja machtlos. Vielleicht können deiner Tochter da Familienaufstellungen helfen? (Z.B. Günter Schricker, es gibt auch etliche andere, nur der ist mir persönlich bekannt) es geht also vielmehr darum, dass deine Tochter lernt, mit dem (scheinbaren) Verlust ihres Vaters klar zu kommen und gut umgehen zu lernen, was sicher ein Stück Arbeit ist, aber vielversprechender als zu versuchen, dass er widerstrebend mehr Zeit für sie hat...
Vielleicht kann dir das ein wenig weiterhelfen, ich schicke euch jedenfalls ganz viel Liebe und Kraft!

Reiner Neumann
Antworten 9. Januar 2019

Ich finde es gut, dass du für einen besseren Kontakt zum Vater sogen möchtest. Bei mir ist es genau anders herum: ich möchte meine Tochter gerne öfter sehen, jedes 2. Wochenende ist mir zu wenig. Aber die Mutter lässt das nicht zu.
Schlag ihm vor, die Tochter einmal in der Woche von der Schule abzuholen und mit ihr Eis essen zu gehen. Und wenn es nur für eine Stunde ist. Wichtig ist die Regelmäßigkeit des Kontakts. Und spreche nicht schlecht über den Vater in ihrer Anwesenheit, auch wenn dich die Situation nervt. Denn er ist ein Teil von ihr. Wenn du ihn schlecht machst, machst du sie auch schlecht.
Auch für deinen Sohn ist der Kontakt wichtig, auch wenn er es nicht so zeigt.
Wünsche dir von Herzen viel Erfolg. Falls der Vater partout nichts ändern will, schlag deiner Tochter vor, dass sie einen Brief an ihren Papa schreiben soll, mit ihren Wünschen an ihn.

Anja
Antworten 9. Januar 2019

Deine Tochter hat ein Recht darauf ihren Vater zu sehen und das kann man mittlerweile auch einklagen. Aber oft ist das keine angenehme Sache. Mein Kinder haben irgendwann verstanden das der Erzeuger keine Zeit für sie hat. Mittlerweile gibt es seit 4 Jahren gar keinen Kontakt zum Erzeuger und das war die beste Lösung. Dieses hin und her macht die Kinder kaputt. Seitdem das nicht mehr ist, geht es ihnen deutlich besser. Sie sind gefestigt und durch meinen Mann haben sie auch einen Stiefvater der für sie da ist.

Veit Geiger
Antworten 10. Januar 2019

Ich hatte mal ein Kind .Ein Besseres findest du nicht . Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Es kam die Mutter Angeflogen und Ries es mit . Mein Kind wollte mir die Hand noch reichen u ich sah es Leiden . Ich rief meiner Tochter noch nach ich kann dich in deinem weiteren Leben nicht mehr begleiten deine Mutter kann das nicht leiden . Ich hatte mal ein Kind ein besseres findest du nicht .Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Die Mutter wollte das vermeiden u konnte es gar nicht Leiden .Sie brachte das Jugendamt gleich mit . Ich sagte Tochter hier wird sich unser Weg nun Scheiten wir werden jetzt beide Lange leiden bitte vergiss mich nicht . Ich hatte mal ein Kind ein besseres findest du nicht .Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Tochter deine Mutter hat mich aus deinem Leben gerissen u das Jugendamt macht gerissen . Ich hatte mal ein Kind ein besseres findest du nicht .Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Ich dachte ich bin ein Leben lang ein Vater u habe eine Pflicht .Aber das wollte deine Mutter nicht u hat das Jugendamt gerufen um gemeinsam deinen Vater zu Verfluchen .Auch hat man zusammen das Familiengericht angerufen um den Vater herab zu stufen . Aus Vater wurden unerwünschter Kinderschänder aber dabei habe ich Jugendamt beim Bescheißen erwischt . Ich hatte mal ein Kind ein besseres findest du nicht .Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Ich habe laut gerufen Hilfe Deutschland hier wird man als Kind um seinen Vater beschissen . Mein Hilfe Ruf verhalte ungehört oder habe ich wenn beim wegsehen gestört . Ich hatte mal ein Kind ein besseres findest du nicht .Mein Kind ging an meiner Seite durch Leben Schritt für Schritt . Jetzt ist das Leben meines Kindes Staatlich zerstört . Ich habe gelernt aus der Gesicht traue Deutschen Behörden nicht . In Deutschland werden viel Kinder um den Vater Beschissen und bekommen diesen grundlos aus ihrem Leben gerissen . Hast du der BRD die Maske heruntergerissen erkennst du man wird auch in einem Rechtssaat beschissen .

Mona
Antworten 11. Januar 2019

Liebe Bea,
als ich ein kleines Mädchen war, war es bei uns ganz ähnlich. Mein Papa verließ meine Mama und hatte danach kaum noch Zeit für mich und meine Schwester. Es gab viele Momente, gerade wenn andere Kinder beide Eltern dabei hatten, in denen es weh getan hat, dass er nicht da ist. Ich wollte ihm das aber auch nie sagen, weil ich nicht wollte, dass dann unsere Treffen weniger schön sind. Leider hat er auch manchmal blöde Sachen über meine Mama gesagt, die gar nicht stimmten. Das kann einen ganz schön verwirren. Ich bin mir heute ganz sicher, dass er das alles nicht böse gemeint hat und das er mich bis heute trotzdem sehr liebt. Das merke ich, wenn er mich ganz fest in den Arm nimmt. Papas sind manchmal große Trotteltiere und kriegen es nicht unter einen Hut, sich um ihr neues Leben zu kümmern und trotzdem ganz viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Mamas sind da einfach oft viel größere Organisationstalente. Auch wenn man als Kind nicht mit dem Papa reden will, muss man traurig und auch unbedingt wütendt sein dürfen! Weil die Situation ja auch traurig ist. Deine Mama kann das aushalten und es ist völlig ok, wenn ihr zusammen weint. Manchmal hilft es auch mit jemanden ganz anderen zu sprechen. Das was mir am meisten hilft (weil mein Papa auch heute noch nicht so viel Zeit für mich hat, wie ich es mir wünsche) ist das meine Mama, meine Schwester und ich ein super tolles Team sind und dadurch noch fester zusammen gewachsen sind! Eine so feste Verbindung ist etwas sehr Besonderes und das hilft mir in meinem Leben sehr <3 Heute bin ich sogar manchmal ganz froh, dass er so früh weggegangen ist, denn manchmal ist er ein bisschen doof, dass habe ich aber erst jetzt gemerkt. Er hätte vielleicht ziemlich viele Fehler mit uns Kindern gemacht (zum Beispiel hätte er viel mehr geschimpft als Mama). Es ist auch schön zu wissen, dass es anderen genauso geht und man nicht als Einzige sowas erlebt. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft um mit dieser Situation umzugehen. Ich bin mir sicher, dass Dein Papa Dich trotz allem sehr liebt! Daran darfst Du nie zweifeln!

Liebe Mutter von Bea,
..bei mir war es früher ähnlich und das was am besten hilft ist tatsächlich der unglaublich feste Verbund zwischen meiner Mama, meiner Schwester und mir <3 Der ist dadurch umso stärker und hält ein Leben lang..ansonsten denke ich, dass es Kindern hilft, darüber zu reden (was ihr ja bestimmt tut) und man sollte immer wieder versuchen zu erklären, dass es die Umstände sind und nicht die Schuld der Tochter (dass es nicht an ihr liegt). Der Vater sollte wissen, wie sehr die Tochter leidet und wenn er immer nur mit so blöden Antworten reagiert (auch das kommt mir seeehr bekannt vor, nur dass er solche Dinge leider uns Kindern und nicht meiner Mama gesagt hat) dann wäre ein Gespräch mit einer professionellen Begleitung vielleicht hilfreich, so kann es vielleicht klappen, dass es nur um die Kleine und eine bessere Lösung geht und nicht um die Beziehung zwischen den Erwachsenen (für meinen Vater war immer meine Mutter Schuld an allem und ich hätte mir sehr gewünscht, dass ihn mal jemand von dieser Idee in seinem Kopf abbringt, meine Mutter war nämlich auch nach dem Trennungsschmerz letzendlich froh, ihn los zu sein, aber traurig wegen uns Kindern. Dass ist leider nie bei ihm angekommen. Und heute weiß ich, dass er es wirklich so empfunden hat, warum auch immer. Auch für ihn wäre alles viel entspannter gewesen, hätte ihn diesbezüglich jemand Neutrales in die Realität zurückgehohlt! Und vielleicht hilft etwas Druck von Außen, ihn dazu zu bewegen trotz seines neuen Lebens mehr Zeit zu investieren, vielleicht bewegt es etwas in ihm, wenn er von einem Psychologen oder von einer Beratungsstelle hört, wie sehr sich seine Abwesenheit auf seine Tochter auswirkt. Vielleicht wäre es auch gut (wenn so etwas denn überhaupt infrage kommt) wenn die professionelle Person ihm das Gespräch vorschlägt, damit er gleich weiß, dass es um das Leid der Tochter geht und nicht um die ehemalige Beziehung. Wichtig für die Tochter (oder damals für mich) ist, dass der Verlust unbedingt betrauert werden darf (Raum dafür geben, aushalten, mitgehen). Ich kenne übrigens auch diese Ängste, dass man sich beim Vater nicht beschweren will. Vielleicht ist es ja sogar auch möglich ein begleitetes Gespräch mit der Tochter und dem Vater zu ermöglichen (je nachdem wie viel man dem Vater zutrauen kann, denn wenn er dann verletzend wird, kann es für das Kind noch schlimmer werden, bei meinem wäre das sicher keine gute Idee gewesen). Es kann sicher außerdem helfen, wenn das Kind noch einen anderen Ansprechpartner hat als die Mutter (denn auch da will man als Kind rücksicht nehmen)..aber das würde ich nur als Vorschlag anbieten, nicht als ein "Muss"..
Nun im Erwachsenenalter bin ich wie schon oben erwähnt eigentlich ganz froh, dass mein Vater immer weit weg war, da ich immer wieder bemerke, dass er er uns Kindern wahrscheinlich mit seiner Anwesenheit viel mehr geschadet hätte, da er manchmal einfach ziemlich unsensibel und überfordert ist (und wäre eurer viel toller, würde er sich jetzt wohl anders verhalten). Ich weiß auch und daran habe ich auch als Kind nie gezweifelt, dass er mich immer geliebt hat, dass war auch extrem wichtig für mich. Meine Mutter hat so gut wie nie schlecht über ihn geredet, obwohl er manchmal ihr gegenüber ein ganz schönes Arschloch war (dadurch musste ich als Kind nie Partei ergreifen, dafür lästern wir heut gern alle gemeinsam über ihn, wenn er sich mal wieder scheiße verhält). Alles in einem kann ich sagen, dass es zwar ein Verlust war und das ich auch heute noch manchmal traurig bin, dass wir keine tiefere Vater Tochter Bindung und Beziehung haben, aber dass mich das auch stark gemacht hat. Ich komme auch "ohne" ihn sehr gut mit meinem Leben zurecht und bin eine sehr glückliche Frau geworden. Das wichtigste in all dem war die Erkenntnis, dass er es einfach nicht besser umsetzen konnte und auch dass er es heute selbst bereut, dass er seinen Verlust auch bemerkt und erkannt hat.
Ich wünsche Euch viel Kraft und Power um mit dieser Situation umzugehen und trotzdem daran zu wachsen so gut es geht!

Ganz liebe Grüße, Eure Mona

Mona
Antworten 11. Januar 2019

Liebe Mutter von Béa,
ich habe gerade schon an Euch geschrieben und habe nun nochmal alles überflogen. Wenn es Euch seid so langer Zeit so schlecht mit der Situation geht, würde ich wirklich unbedingt professionelle Hilfe dazu hohlen und alles dafür tun, auch den Vater mit ins Boot zu hohlen (auch für die Tochter, nicht nur als Vorschlag). Sechs Jahre sind schon wirklich ein langer Leidensweg und vielleicht kommt ihr da alleine einfach nicht raus, aus diesem Kreislauf von Enttäuschung und Sorge. Wenn Du Hilfe hinzuziehst, musst Du diese Traurigkeit auch nicht ganz allein auffangen und kannst selber wieder Kraft tanken. Es gibt wahrscheinlich nicht viel Schlimmeres im Familienleben, als jeden Tag seine Tochter weinen zu sehen. Es gibt tolle Psychologen, die auf dieses Thema spezialisiert sind, aber auch Beratungsstellen für Familien. In der Wahl einer Anlaufstelle würde ich mich vorher gut informieren, es ist wichtig, dass ihr Euch dort wohl fühlt. Ich wünsche Euch von Herzen, dass die Tränen weniger werden und das die Abstände der traurigen Momente weniger. Ob mit oder ohne dem Vater! Nochmal ganz liebe Grüße

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