Reicht quietschbuntes schrilles Plastikzeug oder ist schönes Design für Kinder besser?


Leute, ich habe hier einige Gedanken von Rike von Round-not-Square, einem kleinen Verlag, das wunderbare Sachen macht: Buchrollen. Ja, ihr habt richtig gelesen! Der Verlag macht besonders schöne Bücher auf Rollen, und für Kinder ganz wunderbare Malbücher.

Und weil ich den Ansatz und die Produkte toll finde, kommen hier einige Gedanken von Rike, die mir aus dem Herzen sprechen!

Es geht um den Stellenwert von schönem Design für Kinder – also um Ästhetikbildung

Eltern kennen das: Wochenlang macht man sich Gedanken über das schönste Geschenk fürs Kind – und dann freut es sich am Ende am meisten über den rosa Plastikzauberstab von Tante Ute oder das billige Spielhandy von Opa Hartmut.

Manchmal klafft der Geschmack von Kindern und Eltern meilenweit auseinander.

Da fragt man sich dann schon mal, ob es sich überhaupt lohnt in besonderes Spielzeug, Gebrauchsgegenstände oder Möbel zu investieren. Wenn doch das Kind auch mit dem 0815 Kram glücklich ist? Und über Geschmack lässt sich schließlich bekanntermaßen nicht streiten … Oder doch?

Tatsächlich gibt es gute Gründe, warum es für Kinder sehr wichtig ist, schon von klein auf mit gutem Design in Berührung zu kommen. Aber es geht dabei nicht darum ihnen vorzugeben, was sie schön finden sollen.

Worum sonst?
Ganz kurz gefasst: Gutes Design macht schlau und glücklich – doch zuerst muss man es lernen.

Kleine Kinder lernen durch ästhetische Erfahrungen. Das Wahrnehmen ihrer Umwelt mit allen Sinnen ist die Grundlage für die Entwicklung aller weiterer Fähigkeiten. Das heißt, wie Kinder sich motorisch, aber auch kognitiv, sozial und emotional entwickeln, all das hängt unmittelbar mit den Dingen und Räumen zusammen, die sie umgeben.

Die Beschäftigung mit Gegenständen, die vielleicht auf eine ungewohnte Art funktionieren, mit ungewöhnlichen Materialien spielen oder vielseitig einsetzbar sind, stimuliert die Sinne und fördert so eine differenzierte Wahrnehmung. Und damit auch die Entwicklung von Eigenschaften wie Fantasie, Sinnlichkeit und Kreativität.

Und Problemlösungskompetenz: Wer schon als Kind lernt, genau hinzusehen, und Dinge zu hinterfragen, dem fällt es auch als Erwachsenem leichter, “out of the box” zu denken, Gesetztes zu hinterfragen und durch das Einnehmen ungewohnter Perspektiven neue Ansätze zu finden.

Die Begegnung mit gutem Design ist auch eine gute Basis dafür, dass Kinder ein Verständnis für Kunst entwickeln.

Die meisten Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder zu kulturell interessierten Wesen heranwachsen. Weil es eine Art der Teilhabe an unserer Gesellschaft ist, aber vor allem, weil es das Leben reicher macht. Ein Interesse an Kunst und Gestaltung wird sich umso natürlicher entwickeln, wenn frühe ästhetische Bildung die Einstiegshürden senkt. Die Begegnung mit besonderen Produkten in ihrer alltäglichen Umgebung vermittelt Kindern auf entspannte Weise ästhetische Grundlagen und sensibilisiert sie für Qualität.

Trotz alledem hat Designbildung in Deutschland keinen hohen Stellenwert.
Niemand bringt Kindern bei, wie (gute) Gestaltung funktioniert.

Und in den Schulen werden die musischen Fächer immer weiter vom Lehrplan gekürzt. Dabei werden schon Kinder mit einer schier unüberschaubaren Menge an Produkten konfrontiert. Erste Erfahrungen mit gutem Design geben da wichtige Orientierung und können dabei helfen, Dinge und Werbung kritisch zu bewerten.

Am allerwichtigsten aber: Die Gestaltung ihrer Umgebung hat enormen Einfluss darauf, ob Kinder sich wohlfühlen. Unsere Umgebung formt uns. Und wir formen unsere Umgebung. Kinder, deren Wahrnehmung für gutes Design früh geschärft wird, werden sich auch später leichter damit tun, selbst eine Umgebung zu gestalten, in der sie sich wohl fühlen.

Rike von Round not Square

Round not Square ist ein kleiner Verlag, der ausschließlich Buchrollen herausgibt. Bücher also, die auf eine einzige sehr lange Seite gedruckt werden, durch die der Leser sich dann von links nach rechts oder unten nach oben durchrollt. Kinder finden das Format ziemlich cool und gehen damit oft gleich viel mutiger um als Erwachsene.
Alle Buchrollen werden von Hand gebunden. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Produkt zwischen klassischem Buch und Kunstdruck für Leser die Bücher lieben und sie gerne anfassen.

Für Kinder hat der Verlag eine zehn Meter Ausmalbuchrolle im Programm:

Außerdem gibt es zwei Kinderbücher auf Buchrolle: „Wilma und Wolf“, eine fröhliche Neuinterpretation von Rotkäppchen

und „Die Höhle“, eine Entdeckungsreise zweier Kinder in eine fantastische Zauberwelt 

 

Zur Transparenz: Den Beitrag bringen wir, weil uns das Thema am Herzen liegt und die Produkte schön finden, ausnahmsweise ohne Honorar oder andere Gegenleistung des Verlags. 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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