Sabine Lohf: Eine Frau mit dem besonderen Blick


Liebe Sabine, du spielst, bastelst und experimentierst die ganze Zeit, hast sogar beim Verlag „Spielen und Lernen“ gearbeitet. Was hat dich zu dem gemacht, was du heute bist?

Schon als Kind habe ich gebastelt und experimentiert. Meine Großmutter hatte ein Schneider-Atelier. Da durfte ich mit den Stoffresten spielen, mit Schneiderkreide Muster malen und tolle Sachen erfinden. Auch habe ich viel in der Natur gespielt. Die war magisch besetzt. Blüten waren meine Prinzessinnen, Stöcke und Äste irgendwelche verzauberten Waldwesen. Ich wollte immer viel malen und bauen. Aber ich musste ja auch zur Schule gehen, was ich eher langweilig fand. Trotzdem habe ich die Schulzeit überstanden und das Abitur gemacht. Ich wollte unbedingt Kunst studieren. Und das habe ich auch gemacht.


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Danach hatte ich das Angebot, bei der Zeitschrift SPIELEN UND LERNEN zu arbeiten. Die hatten in der Mitte eine Extra-Zeitschrift für Kinder, mit Reportagen, Geschichten und Bastelseiten. Genau das Richtige für mich. Da konnte ich weiter experimentieren, basteln, Geschichten ausdenken.

Nebenbei habe ich dann aber auch noch richtige Bücher gestaltet, und das mache ich auch heute noch. Gerade habe ich das GROSSE BUCH VOM BASTELN UND SPIELEN fertig gestellt. Auf 160 Seiten konnte ich ganz viele Ideen unterbringen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Ich habe auch einen kleinen Film zu dem Buch gedreht. Den könnt ihr auf meiner Website ansehen.

Erzähle uns etwas über deine Bücher. Wie entwickelst du sie?

Bei den Büchern ist meistens erst einmal ein Thema da. Ein Verlag möchte zum Beispiel ein Buch über Naturbasteln machen. Dann schreibe ich eine Liste, was im Lauf der Jahreszeiten draußen wächst und schaue mich im Wald und auf der Wiese um. Beim Sehen entdecke ich meistens noch mehr. Da habe ich dann plötzlich so eine Idee, dass man aus Gänseblümchen auch eine Gans basteln könnte, oder dass eine Löwenzahnblüte aussieht wie ein Eidotter. Also die meisten Ideen entstehen direkt beim Machen. Ich habe in meinem Atelier alles Mögliche gesammelt: Zweige, Stoffe, Korken, schöne Papiere…, außerdem habe ich Farben, Pinsel, Leinwände und ein kleines Fotostudio. Dort baue ich meine Objekte zusammen, verändere sie oft noch, und dann fotografiere ich. Entweder im Studio oder manchmal auch draußen. Meine Ideen bespreche ich dann mit einer Lektorin aus einem Verlag, und wenn die alles gut findet, dann werden die Seiten zusammengestellt und layoutet, bevor es dann zum Drucken geht.

Du machst auch Theaterprojekte und zwar um dich in die magische Welt der Kinder zu vertiefen. Wie funktioniert eigentlich so ein Theaterprojekt?

Das letzte Theaterprojekt ist schon eine Weile her. Leider fördern die Schulen das nicht mehr so stark. Mein liebstes Projekt habe ich an einer integrierten Gesamtschule gemacht. Da haben auch behinderte Kinder mitgemacht. Und die hatten so tolle Ideen für ihre Kostüme.


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Ich habe in groben Zügen eine Geschichte geschrieben. Es ging dabei um eine Reise durch die Jahreszeiten. Manche Kinder wollten Blumen sein, andere Schneeflocken, eine Sonne gab es auch, einen Winterkönig und noch viele mehr. Wir haben gemeinsam die Kostüme gebastelt. Zum Glück haben nette Menschen Materialien gespendet, so dass wir Folien, Stoffe, Leinwände, Farben, Pinsel und alles, was das Bastelherz begehrt zur Verfügung hatten. Die Zeit beim Kostümeschneidern ist wie im Flug vergangen.

Was können Eltern tun, um die Kreativität der Kinder zu erhalten und zu entfachen?

Kreativität fängt für mich damit an, Sehen zu lernen, also Dinge einfach einmal länger zu betrachten, und dazu eigene Überlegungen anzustellen. Assoziationsketten zu bilden, wie zum Beispiel in einem früheren Buch von mir „ALLES BANANE?“. Sieht eine Banane nicht aus wie ein Halbmond, oder wie ein Boot, oder wie ein Mund, oder wie ein Tukanschnabel?

Am leichtesten geht es mit Wolken am Himmel. Hat die Wolke mir gerade zugelächelt, ist sie ein Schaf oder ein Fisch. Dazu lassen sich wunderbar Geschichten erzählen.

Die Geschichten kann man auch malen, und zwar nicht nur auf genormten Zeichenblöcken, sondern auch gerne einmal auf einer Riesenrolle Packpapier. Darauf haben mich Kinder gebracht, die Dinosaurier malen wollten. Sie sagten, dass die ja mindestens so groß seinen, wie das ganze Zimmer. Also haben wir eine Rolle Packpapier auf dem Boden ausgerollt und ein Riesentier darauf gemalt.

Waldspaziergänge sind auch wunderbar geeignet, das kreative Sehen zu schulen. Ich habe früher für meine Kinder immer Knete in die Tasche gesteckt. Damit haben wir dann Bäumen Augen angeklebt, Äste in Schlangen oder Monster verwandelt und uns riesig gefreut, wenn andere Spaziergänger dann riefen: Huch, da ist ja ein Ungeheuer! Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten. Am besten fangt ihr gleich damit an!

Was liegst dir sonst am Herzen?

Eigentlich ist es das alles, was ich vorher beschrieben habe, was mir am Herzen liegt. Dass Kinder, aber auch Erwachsene mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Erwachsenen sollten dabei sehen wie Kinder und sich das bewahren und in den Alltag retten.

Ach ja, und Tiere liegen mir noch am Herzen. Seitdem ich auf dem Land lebe, habe ich einige Tiere. Wenn ich mich mit ihnen beschäftige, fallen mir auch gleich wieder Sachen für meine Bücher ein. Und mit meinen Büchern möchte ich Kindern und Erwachsenen ein Stück von meinen Welten  öffnen und sie animieren selbst zu basteln, bauen und experimentieren. Ich hoffe, dass mir das gelingt! Auf jeden Fall habe ich noch viele Ideen.

Jetzt kommt’s: Sabine verlost 3 ihrer Bücher „Das große Buch vom Basteln und Spielen“ unter unseren Tolla Blog LeserInnen. Um bei der Verlosung mitzumachen, teilt bis zum 1.8.2013 diesen Blogbeitrag oder unseren Post auf Facebook, taggt uns darin (@TOLLABOX.de damit wir es mitbekommen) oder teilt via Twitter @Tollabox. Wer nicht so gern Social Media nutzt, teilt am besten über Email und lässt es uns wissen mit einer Email an info@tollabox.de !Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Den Gewinner geben wir Ende der Woche hier bekannt.

Die Tolla Glücksfee war unterwegs und hat die drei Gewinner ausgelost. Gewonnen haben: Monique Qayyum, Anja Hochmuth und Carsten Schildt. Wir gratulieren und wünschen viel Spaß beim Basteln!
Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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