Wenn Kinder zu viel „zocken“ – 7 Meinungen und Ideen der Tollabea Community zum Thema Computerspiele begrenzen


Willkommen in der digitalisierten Welt der Computerspiele! Kinder der heutigen Generation vergnügen sich oft mit elektronischen Medien. Ob Fernseher, Spielkonsolen oder Smartphones – die allgegenwärtigen Hobbies haben sich seit der Kindheit mancher Eltern stark verändert. Soll man das einschränken?

Eine Mama bat eigentlich ursprünglich das Scoyo-Eltern-Magazin bat um Rat – und Béa schaltete mal kurz die Schwarmintelligenz ein. Sie wollte wissen, wie sie Computerspiele begrenzen sollte:
<<Ich habe zwei Söhne (8 & 9 Jahre alt), die sehr gerne „zocken“. Zu Hause habe ich die Spielzeit auf eine halbe Stunde pro Tag begrenzt und am Sonntag darf gar nicht gespielt werden. Leider gibt es bei den Nachbarskindern gar keine Regeln, daher möchten meine Kinder nur noch dort spielen. Wenn ich sie ließe, würden sie den ganzen Tag Playstation spielen. Mit den Eltern reden hat keinen Sinn.>>

Daher ihre Frage an euch:

<<Was soll ich machen? Meinen Kindern selber eine Spielkonsole kaufen, damit alle Kinder auch mal bei uns spielen und ich ein Auge darauf habe? Ich bin verzweifelt, weil ich immer wieder die Böse sein muss und die nervige Nachbarin spiele.>>

Eure Meinungen dazu wurden in einem spannenden Meinungsaustausch kontrovers diskutiert.  Wir haben hier die Ideen und Tipps der Tollabea Community für euch zusammengefasst. Und auch Scoyo hat das natürlich auf den Punkt gebracht.

1. Die Mutter hat völlig recht! Computerspiele gehören begrenzt.

Viele der Community können die Ängste der Mutter auf jeden Fall nachempfinden: „Sie macht mit den Grenzen alles richtig! Wir hatten das auch, daher durften sich unsere Kinder eine Zeit mit den Nachbarskindern nur noch draußen zum Spielen treffen.“, so Dominique Nyquie Bee.

Auch Antonie Grumprecht stimmt ihr zu: „Kinder sollten einen vernünftigen Umgang mit Elektronik lernen. Dazu gehört aber auch, dass sie verstehen, warum sie nur eine halbe Stunde spielen dürfen.“

2. Was ist schon viel und was wenig? Zeit ist relativ… 

Ob die halbe Stunde reicht oder nicht, lässt sich nur schwer einschätzen. Daniela Scharpf sieht das ganz ähnlich: „Ich finde es immer schwierig, Medienzeit zu begrenzen. Klar sind Grenzen wichtig, aber eigentlich sollte man doch den Kindern einen richtigen Umgang damit vermitteln. Eine halbe Stunde finde ich arg wenig fürs Zocken.“

Nina Horvath stimmt ihr zu: „Eine halbe Stunde finde ich persönlich zu kurz. Wenn sie brav in der Schule sind, ihre Aufgaben erledigen und sonstige Aktivitäten nicht vernachlässigen, sehe ich kein Problem sie länger spielen zu lassen.“

„Eine halbe Stunde pro Tag halte ich nicht für sinnvoll. Dann hast du das Wesen von Spielen – Computer oder auch normales Rollenspiel im Kinderzimmer mit Puppe und Stofftier – nicht verstanden. Das Kind taucht in eine Spielewelt ab, und das soll es auch. Es nach einer festgelegten Zeit dort herauszureißen, nur weil die Zeit um ist, ist frustrierend und kontraproduktiv.“, so Kathrin KD.

3. Verbote bringen nichts.

Caren Pach hält nichts von Verboten: „Verbieten hat nur zur Folge, dass sie woanders spielen, und man dann keine Kontrolle mehr hat, was sie dort spielen.“

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass Kinder durch Verbote unehrlich werden könnten: „Wieso sollten Kinder dann überhaupt noch erzählen, dass sie bei Freunden gezockt haben, wenn sie wissen, dass die Eltern es ihr verbieten würden?, so Daniela Scharpf.

4. „Was ist eigentlich so schlimm am Zocken?“

Diese Aussage kommt von Claudia Buccoli, die das Ganze gar nicht so streng sieht. „Es ist Spielen und Lernen in einer anderen Form als das, was es schon immer gab. Unsere ganze Lebensweise ist nicht mehr die unserer Großeltern, dementsprechend auch unsere Spielweise. Es sind zeitgemäße Dinge dazu gekommen, die die Kids logischerweise auch testen und spielen wollen. Verbietet oder beschränkt man dies, so wird es nur umso interessanter.“

5. Es geht nicht ums Zocken, sondern um die Spiele.

Vielleicht ist das, was Eltern bereiteten, nicht das Hobby selbst, sondern die Ausführung davon. Für Umm Yahya zählt nur eins: „Hauptsache sie spielen keine Killerspiele.“ Da schließen wir uns an. Für ein bestimmtes Alter sind dreidimensionale und brutale Videospiele einfach zu früh für die aufkommende Entwicklungsphase.

Andy Holzer hat eine ähnliche Meinung zur Unterscheidung von Spielen: „Bin Papa und selbst Zocker. Wie schon einige geschrieben haben: Verbote und Begrenzungen bringen gar nichts. Schau lieber, dass sie taugliche Spiele mit logischem Denkvermögen, räumlicher Orientierung, Feinmotorik und Auge/Hand Koordination in die Finger bekommen.“

6. Eltern, spielt doch auch einfach mal mit!

Marie Winter zeigt einen wichtigen Aspekt auf: „Hast du denn auch mal gespielt, sodass du auch nachvollziehen konntest, was sie so daran fasziniert? Ich habe in meiner Jugend auch sehr gerne gespielt und wenn man in einem guten Spiel drin ist, will und kann man da nicht nach einer halben Stunde aufhören. Grundsätzlich macht es Sinn, die Zeit an der Spielkonsole zu begrenzen, eine halbe Stunde ist aber unrealistisch. Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und spielst mit ihnen gemeinsam?“

Da stimmt auch Claudia Buccoli zu. „Warum nicht ein lustiges Familienspiel draus machen? Machen wir auch manchmal.“

7. Erst Spielen, wenn die Hausarbeit erledigt ist!

Yvonne Rademacher hat eine gute Alternative entwickelt: „Mein Sohn ist 9 und darf insofern alles Wichtige erledigt ist, auch mal 2 Stunden am PC spielen.“

Auch Melli Schmidt hat sich für einen Mittelweg entschieden:„Ich habe den Mittelweg gewählt. Ab und an können die Jungs zu den ‚Dauerzocker‘ und dann halt auch mal nicht. Durch Sportvereine etc. ist es mir gelungen, eine andere Attraktivität für meine Jungs zu finden. Ab und an dürfen sie dann auch mal einen Zockerabend machen, aber natürlich nur manchmal.“

Noch ein paar letzte Worte von mir.

Für viele ist es manchmal sicherlich schwer zu sehen, wie ihre Kinder viel zu viel am Handy sind, fern schauen oder Videospiele zocken. Alle Eltern wollen schließlich nur das Beste für ihre Kinder und durch den ganzen Medienkonsum schleichen sich automatisch diverse Ängste in den Kopf, dass sie faul werden oder die Schule vernachlässigen.

Aber alle Kinder sind individuell und eine „richtige“ Methode gibt es sicher nicht. Im Laufe meiner Schulzeit habe ich beides gesehen – diejenigen, die den ganzen Tag zocken und das beste Zeugnis mit nach Hause bringen – und diejenigen, die sich in ihrer Online Welt verlieren und nur schwänzen.

Deshalb ein letzter Tipp von mir – ganz bei Nr. 6 der Empfehlungsliste: Seid manchmal nicht nur Eltern, sondern auch Freunde. Setzt euch zu ihnen, albert herum und spielt mit ihnen. Mit Freunden kann man meist besser reden, als mit Eltern und auf Freunde hört man manchmal auch eher. 😉

Béa hat ja auch eine Zusammenfassung schon bei Scoyo abgegeben: Lest hier weiter.

Und ihr? Gibt es andere Meinungen zum Thema Computerspiele begrenzen, die wir nicht abgefangen haben? 

Liebe Grüße,

Mounia

P.S. von Béa: Kennt ihr eigentlich den legendären TED talk von Jane McGonigal? Sie meint, dass man mit Computerspielen die Welt retten kann. Hier ist das Video mit deutschen Untertiteln:

Mounia
About me

Ich - 24 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und reise- und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten. Und durch ein Praktikum bin ich nun bei Tollabea gelandet und werde hoffentlich weiterhin viel lernen und den Blog damit erweitern. :)

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