Wenn Väter ihre Kinder vergessen


Als wir vor einiger Zeit den Gastbeitrag „Papa am Rande der Gesellschaft meiner Tochter“ publiziert haben, gab es sehr viele Tipps und Rat aus der Community für genau den Fall: Wenn Väter ihre Kinder vergessen.

Zum Hintergrund: Eine Mutter hat beschrieben, wie unglücklich ihre Tochter ist, dass ihr Vater, der inzwischen mit einer anderen Frau zusammen ist, sich um seine neue Familie kümmert – aber nicht um seine leiblichen Kinder. Nicht um sie. Den Beitrag haben wir am Ende hier auch noch mal verlinkt.

Zwei wichtige Erfahrungen wollen wir hier dazu festhalten, die wir besonders wertvoll fanden:

Aus Liebe zu sich selbst und zu ihrer Tochter Frieden mit dem Thema geschlossen!

Birgit Weinberger schreibt: Ich fühle dich und deine Zeilen. Meine Tochter (bald 6) wächst ohne Vater auf. Er hat sie 3x enttäuscht indem er Monate lang untergetaucht ist (mit 1 Jahr, mit 4,5 und seit Mai 2018). Jetzt ist wieder kein Kontakt, seit Mai. Ich hab ihm damals gesagt, dass wenn es noch ein 3.x passiert, er gleich gehen kann. Das Vatertagsgeschenk liegt noch immer daheim.

Es ist hart. Es ist richtig hart.
Für die Kinder und für uns Mütter, die wir unsere Kinder so leiden sehen.

Aber, eins kann ich dazu sagen… Es wird besser. Je mehr du in deine Kraft kommst und nicht mehr mitleidest. So ist es bei uns. Natürlich kommt das Thema immer wieder hoch. Vor allem zu Weihnachten und Silvester! Oder wenn sie woanders zum spielen ist und dort die Kinder mit den Papas sieht.

Aber was ist die Alternative, wenn sie ihn öfters sehen würden? Bei uns wäre es eine Katastrophe.

Er bekommt sein Leben nicht auf die Reihe. Er kümmert sich nicht um sie. Sie ist unglücklich. Dennoch liebt sie ihm. Klar. Zur Hälfte ist die von ihm. So gesehen ist es zwar nur die Wahl zwischen Pest und Cholera aber dadurch dass der Kontakt nun abgebrochen ist, wird sie nicht immer wieder enttäuscht. Ich verberge nichts vor ihr. Sag ihr dass ihr Papa selbst nie geliebt wurde. Dass er sie bestimmt liebt, aber das nie gelernt hat zu zeigen.

Und ich achte gut auf mich. Ich hab so gut es mir gelungen ist Frieden mit dem Thema geschlossen. Aus Liebe zu mir und zu ihr. Ich unterstütze meine Tochter sehr viel mit energetischer Arbeit und sie hat ein sehr sonniges Gemüt. Wie gesagt, dieses Thema wird immer wieder Mal hochkommen. Aber das ist ihr weg. Ich kann nur da sein für sie und sie starken wenn sie es braucht. Je mehr Frieden in mir war und je mehr Lebensfreude ich wieder ausgestrahlt habe umso glücklicher ist sie.

 

Den Schmerz bleibt. Kinder können lernen, mit ihm zu leben, und werden starke Menschen.

‚Scho VA Ge‘ schreibt:  Ich bin ein Kind ( jetzt schon 40 Jahre alt) das in genau dieser Situation war. Mein Papa ging fremd, dann Trennung, neue Frau. Er hat sich um ihre Kinder gekümmert und mich vergessen.

Ich sehe meine Tochter die ihren Papa so liebt und immer bei sich hat, und täglich merke ich daran auch was für ein tiefes Loch mein Papa hinterlassen hat bei mir!

Ich habe keine “ Lösung „. Ich lehne mich ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass es keine gibt!
Es wird immer weh tun dass sich der Papa abgewandt hat!

Bei mir ist mit 40 auch noch so..

Ich habe 8 Jahre lange Psychotherapie bei einem männlichen Therapeuten gemacht, was meine beste Entscheidung war.

Aber ich kann dich liebe Mama beruhigen: Ich bin zu einer großen, starken Frau geworden, die diese Wunden in grosse Stärken und somit zu Beruf gemacht hat! Ich führe eine glückliche Beziehung und ich stehe gut auf beide Beine, obwohl mir Faktoren wie Verständnisvolle Mama und Stiefvater gefehlt haben.

Was ich sagen will ist:

Du kannst ihn nicht ändern! Du kannst ihr der Schmerz nicht nehmen. Du kannst da sein und sie trösten! Und gewiss daran glauben dass sie trotz allem oder genau deswegen eine tolle Frau wird!

Mein Tipp ist – in einer Kinder-Psychotherapiegruppe ist das Thema abwesende Papas stark vertreten. Da sehen die Kinder – sie sind nicht allein mit dem Problem. Bzw. es werden andere Papas besprochen – die trinken, die schlagen, die gestorben sind… somit kann man dann differenzierter auf sein eigenes Schicksal blicken und es vielleicht nicht mehr so furchtbar finden das ein mal in zwei Monate Papa zu sehen.

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Und hier war der ursprüngliche Beitrag:

Papa am Rande der Gesellschaft meiner Tochter

Titelbild: Bild von Bessi auf Pixabay

P.S. Zum Merken bei Pinterest:

 

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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1 Kommentare

Conni
Antworten 17. Mai 2019

Ich finde den Artikel sehr ausgeglichen.
Man versinkt nicht im Selbstmitleid und versucht stattdessen, auch die positiven Entwicklungsmöglichkeiten an dieser Situation zu sehen.
Ich sehe das ganz pragmatisch: Man erwartet von Eltern, auf eine gewisse Weise zu handeln.
Tun sie das nicht, spricht man von "schlechten" Eltern.
Jeder hat einen freien Willen.
Wenn es die Entscheidung des Vaters ist, sich nicht um das Kind zu kümmern, dann muss man das wohl akzeptieren.

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