„Wer dumme Fragen stellt, bekommt dumme Antworten!“ – Meine Reaktion auf beleidigende und diskriminierende Bemerkungen


Für all diejenigen, die hin und wieder mit Diskriminierungen und sonstigen Beleidigungen zu kämpfen haben, und nicht wissen, wie sie reagieren sollen, teile ich hier meinen Tipp mit euch: „Wer dumme Fragen stellt, bekommt dumme Antworten!“

Ich schreibe diesen Beitrag, weil wir ein Familienblog sind, in dem es sich rund um Elternschaft und Kindererziehung dreht. Mir hat dieser Trick als Kind leider gefehlt, hätte mein Leben aber sicher um ein Vielfaches erleichtert. Falls eure Kinder ebenfalls Beleidigungen oder Diskriminierungen die Stirn bieten müssen, könnt ihr sie ja gern auf meinen Trick aufmerksam machen.

Wer mich beleidigen will, hat einen Pool an Themen zur Auswahl.

Besonders beliebt sind natürlich Sprüche zu meiner Hautfarbe, oder allerlei „Witze“ zum Islam. Doch auch meine psychische Krankheit ist etwas, womit viele nicht wirklich umgehen können. So passiert es nicht selten, dass ich in einen Moment gerate, in dem mir unangemessene Fragen gestellt werden, oder sonstige Bemerkungen geteilt werden, bei denen ich am liebsten die Augen verdrehen oder empört die Kinnlade nach unten klappen würde. In meinem Kopf tummeln sich dann folgende Fragen:

Wie reagiere ich jetzt darauf? Soll ich ihm/ihr zeigen, dass ich wütend bin? Soll ich so tun, als wäre nichts? Soll ich ihn/sie darauf aufmerksam machen?

Früher habe ich neutral und diplomatisch gehandelt, um es ja nicht zu einem Konflikt kommen zu lassen. Und wisst ihr was? Es hat mich wahnsinnig gemacht! Denn während mein Gegenüber keinen Plan davon hatte, was seine/ihre Worte in mir auslösen, brodelte ich leise vor mich hin, und schluckte all das runter, was ich am liebsten sagen wollte.

Natürlich war das nicht der richtige Ansatz. Es ist nie gut, seine eigenen Gefühle zu verdrängen oder zu unterdrücken. Sie müssen raus, nur wie?

Aber noch mal zurück auf Anfang: Von welchen Sprüchen ist da überhaupt die Rede?

Wie bereits gesagt, bezieht sich mein Beitrag nicht auf einen gehässigen Kommentar zu meinem Kleid, sondern vielmehr zu meiner Person – meiner Persönlichkeit, meiner Psyche, meiner Hautfarbe.

Zum Beispiel fragte mich einmal ein Junge aus meiner Schule, warum ich diesen rosa Nagellack auf den Nägeln trage? Der beiße sich ja total mit meiner Hautfarbe und passe nicht! Ich war durch seine Worte dermaßen eingeschüchtert, dass ich nicht viel dazu sagen konnte, nur die Schultern zuckte, und ihm am Ende sogar Recht gab. Heute macht es mich total wütend, dass ich ihm diesen rassistischen Spruch einfach habe durchgehen lassen. Aber was hätte ich stattdessen tun sollen? Ihn zur Schnecke machen? Verdient hätte er es jedenfalls. Aber nein. Im Nachhinein hätte ich schlagfertig und frech geantwortet.

Er: Warum trägst du diesen rosa Nagellack? Der beißt sich total mit deiner Hautfarbe.

Ich: Fragst du mich das, weil du glaubst, dass er dir besser stehen würde? Ich kann dir gern die Marke nennen, dann kannst du ihn auch tragen!

Diesen Trick habe ich übrigens von meiner Mutter.

Auch sie schlägt sich seit Jahren mit diversen Sprüchen und Kommentaren herum, bei denen man nicht genau klar ist, ob man jetzt laut lachen oder weinen sollte. Zum Beispiel muss sie sich selbst beim Arztbesuch vermeintliche „Komplimente“ zu ihrer deutschen Aussprache anhören. Darauf reagiert sie allerdings nicht wütend, sondern ebenfalls mit einem Kompliment – einem doofen Kompliment.

Arzt: Sie sprechen sehr gut deutsch.

Mama: Danke, Sie auch!

Arzt lacht peinlich berührt und belässt es dabei.

Mir werden Fragen wie diese glücklicherweise nicht so oft gestellt. Bei mir drehen sich die Fragen überwiegend um das, was nicht der vermeintlichen Norm entspricht.

„Warum trinkst du keinen Alkohol?“

Das ist die wohl beliebteste Frage, die mir jeder stellen muss (und mich inzwischen tierisch nervt). Aber ich habe es aufgegeben, mich zu erklären oder andere zu belehren, stattdessen antworte ich eher etwas „doof!“

Er: Warum trinkst du keinen Alkohol?

Ich: Weil ich trocken bin.

Er: Was?! Ernsthaft?

Ich: Ja, schon seit ich 9 bin. Das waren harte Zeiten damals mit dem Umzug und dem Schulwechsel. Die Flasche war alles für mich.

Er (kapiert endlich, dass das Sarkasmus ist): Haha, ach so! (Fragt nicht mehr weiter)

Aber ist meine Methode die „richtige“ Methode? Müssen wir nun alles auf die leichte Schippe nehmen, und immer drüber stehen?

Nein. Es gibt nicht „die“ eine Reaktion auf beleidigende oder diskriminierende Bemerkungen. Ich denke, dass jede Reaktion einer verletzten Person „angemessen“ ist und wir einer Person niemals ihre Gefühle absprechen sollten. Niemals sollten wir ein „Die übertreibt aber“ oder „Gott, ist die empfindlich“ hinterher schleudern, weil wir eben nie wissen können, wie es im Gefühlsleben einer Person aussieht. Wenn sie uns, ob nun mit Humor oder nicht, darauf aufmerksam macht, dass sie verletzt ist, dann ist das so.

Trotzdem wollte ich gerne meine Reaktion auf beleidigende und diskriminierende Bemerkungen mit euch teilen. Wer weiß, vielleicht habt ihr zukünftig ja auch Lust, auf dumme Fragen dumme Antworten zu geben!

Wie geht ihr mit beleidigenden und diskriminierenden Bemerkungen um? Reagiert ihr auf dumme Fragen ähnlich, oder habt ihr einen ganz anderen Trick?

Liebe Grüße
Mounia

Ihr könnt auch in diesem Zusammenhang Béas Beitrag zum Thema „fiese Bemerkungen“:

Fiese Bemerkungen – so könnt ihr darauf friedlich aber bestimmt reagieren

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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