Wie frau zufällig in den VBM – Verband berufstätiger Mütter e.V. – stolpert und Vorsitzende wird


Das Thema Vereinbarkeit beschäftigt euch? Ihr seid Mütter und berufstätig? Heute habe ich eine starke Frau zu Gast im Interview-Podcast: Cornelia Spachtholz vom Verband berufstätiger Mütter e.V.

Cornelia erzähl mal, was ist denn der Verband berufstätiger Mütter e.V. (VBM)?

Der VBM hat sich 1990 am Küchentisch in Köln gegründet – Mütter, die es leid waren, dass sie für Kinder & Co. allein verantwortlich waren, wenn sie erwerbstätig sein wollten und mit ihrer Vereinbarkeit komplett allein gelassen wurden. Inzwischen sind wir zu einem Bundesverband gewachsen, nach wie vor mit Sitz in Köln, NRW, aber mit sehr viel Engagement und Terminen in Berlin.

Als ich BWL studierte (ja, ich gehöre zu den Spätstudierenden und habe mit und wegen Kind studiert ;-)), habe ich von 2004 bis 2006 in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Meine Vorgesetzte war eine VBM-Frau, der ersten Stunde. Als ich dann eine konkrete Frage zur Vereinbarkeit hatte – und bitte, zu dieser Zeit hatte sich die Blogger*innenszene noch nicht formiert und etabliert zu diesem Thema – sagte sie eiskalt mit einem grinsenden Gesicht: „Werde Mitglied und dann beantworte ich Dir Deine Frage.“  So wurde ich also Mitglied im VBM.

Hier der Podcast mit Cornelia und wie es dazu kommt, dass sie sich nun seit 12 Jahren im Bundesvorstand engagiert:

 

Heute ist Cornelia diejenige, die bei anderen rumziept & sagt: „Komm steh auf, wenn wir es nicht tun, wer sonst soll es für uns tun?“. Es braucht viel Kraft und Ausdauer, Beharrlichkeit und ja, auch Kompromissbereitschaft. Denn ohne Kooperation schafft man es nicht. Und da gilt es immer, den gemeinsamen Nenner zu finden, um sich zu solidarisieren.

Den gemeinsamen Nenner hat Cornelia überparteilich vor allem im VBM gefunden: Mütter, die  – losgelöst von ihrem (ex-) partnerschaftlichen Kontext – ihr Muttersein mit Erwerbstätigkeit und Privatleben unter einen Hut bekommen wollen – in echter Work-Life-Balance. Mütter, die entsprechend ihren Kompetenzen und Neigungen auch beruflich wachsen möchten – ganz im Sinne von Karriere mit Kind, anstelle Karriere oder Kind.

Aber liebe Frauen, wir haben einen noch größeren gemeinsamen Nenner:

Als Frauen gehören wir nach wie vor zu dem überproportional vorhandenen Geschlecht, aber auch zu dem überproportional diskriminierten Geschlecht.

Und wie heißt es so schön bei #FemalePleasure? „ It´s a #globalissue“ und das ist es. Frauen- und Gleichstellungspolitik ist kein Nischenthema, sondern ein gesellschaftliches. Vor dem Hintergrund sollten in erster Linie wir Frauen zusammenstehen und uns solidarisieren, anstelle „Zickenkriege“ auszutragen oder uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Oder kennt Ihr irgendeine Sprache außer Deutsch mit den Begriffen „Rabenmutter“ versus „Helikoptermutter“ oder „Latte Macchiatio Mum“?

Solidarisieren zu Vereinbarkeit und Umverteilung der Sorgearbeit und des Einkommens geht mit dem VBM.

Cornelia vergleicht das gerne mit Greenpeace: Nicht alle müssen als Aktivist*innen auf dem Boot schippern, aber es braucht eine starke Gemeinschaft im Hintergrund! Es gibt ein paar, die laut für die Belange und Ziele eintreten, aber eine große Masse, die dahinter steht. Ihr seid willkommen, Mitglied beim VBM zu sein. Wir sind nicht die, die den konkreten Kitaplatz oder den besten Tagesvater besorgen, sondern wir sind die, die in Berlin für unsere Ideen eintreten und aufstehen.

Denn Ideen braucht es, um Gesellschaft und Politik für uns zu wandeln.

Jetzt kommen noch zwei Buchtipps für Euch:

„Ein Mann ist keine Altersvorsorge“  – die Autorinnen sind Helma Sick, Kolumnistin der Brigitte und Finanzberaterin von Frauen für Frauen – sowie Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D.
(affiliate Link, also Mini-Werbung an dieser Stelle)

Und das 2. Buch ist der Ratgeber des VBM zur Vereinbarkeit „Dschungelbuch“ – immer wieder aktualisiert durch ein von Mitfrauen gespeistes Redaktionsteam – ein guter Mix aus Gesetzen, Erfahrungen und Praxistipps.

Es war ein total cooles Wiedersehen in Berlin! Und informiert Euch gerne auf der Homepage, Facebook, Twitter und Instagram über die Ziele und Aktivitäten von www.vbm-online.de

Liebe Grüße,

eure Ralli

Rahel Juschka
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