Wie können Luftreiniger in der Schule helfen? Interview mit dem Unternehmer Carsten Hermann von AiroDoctor


Liebe Leserschaft, dies ist KEINE WERBUNG – auf jeden Fall keine bezahlte. Carsten Hermann ist ein Unternehmerfreund von mir und er war bereit, mir einige Fragen zum Thema Luftreiniger zu beantworten. Er selbst hat sich tief in die Materie eingearbeitet mit seinem Unternehmen AiroDoctor, und ich habe das Schritt für Schritt mitbekommen.

Angesichts der Corona-Ansteckungsgefahr in Schulen, der ganzen Diskussion um Präsenzunterricht, Lüften, Homeschooling wollte ich mal verstehen, was Luftreiniger in Schulen bewirken können. Und habe den gefragt, den ich eben kenne und der erfolgreich solche Geräte entwickelt und vertriebt: Carsten von AiroDoctor. Er verkauft gar nicht an Privatpersonen – aber durchaus an Schulen und anderen Einrichtungen, die auf gesunde und gute Luft angewiesen sind.


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Béa:  Carsten, was wünscht du dir, dass Schulleitung und Lehrkräfte über Luftreiniger wissen?

Carsten: Es gibt Lösungen, die das Ansteckungsrisiko extrem verringern, d.h. wir sind in keiner ausweglosen Situation…

… Uns haben viele Eltern, Lehrer und Schulleiter kontaktiert – oftmals herrschte dort eine gewisse Ohnmacht darüber, wie diese Situation zu bewältigen ist. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Schulleitungen entsprechende Entscheidungen über die richtige Wahl der Produkte abgenommen bekommen. Wir haben oft erlebt, dass eine Entscheidung bzw. die Auswahl von geeigneten Lösungen nicht möglich war, da schlichtweg kein Fachwissen vorhanden ist.

Wichtig zu wissen ist, dass manche Produkte am Markt das Risiko sogar noch steigern können; vor allem dann, wenn lediglich eine Filterung anstatt einer Dekontaminierung angewendet wird. Demnach ist nicht jeder Luftreiniger gleichzeitig ein Garant für Viren- und Bakterien-freie Luft.

Zwischenfrage Béa: Thema Filterung anstatt einer Dekontaminierung: Auf was ist zu achten – und… jetzt darfst du parteiisch sein: Was erfüllt der AiroDoctor?

Zwischenantwort Carsten: Der AiroDoctor erfüllt beides, er filtert Staub, Feinstaub, Aerosole und neutralisiert Gase, Gerüche Bakterien und Viren! Wie genau, steht auf unserer Homepage. 

Béa: Wie bist du zu diesem Thema gekommen, und wie hast du dich eingearbeitet?

Carsten: Wir haben bereits weit vor Corona, im Frühjahr 2019, damit begonnen, Luftreinigungslösungen zu entwickeln…

… Zunehmend leben wir Menschen in Großstädten und atmen belastete Luft, dazu steigt die Schadstoffbelastung in Innenräumen massiv. Aus persönlichem Interesse sowie dem unternehmerischen Anspruch, eine wirklich funktionierende Lösung auf den Markt zu bringen, habe ich mich in das Thema eingearbeitet. Durch die Historie im Bereich Produktentwicklung, vor allem im Hinblick auf technische Entwicklungen wie LCD Displaytechnik sowie LED Beleuchtung, war bereits ein gewisser Background vorhanden und der Einstieg möglich. Dazu habe ich mich im Laufe des Jahr mit sehr vielen Studien zum Thema Lufthygiene und entsprechender Standards beschäftigt, vor allem etliche Online Kurse absolviert.

Mein Geschäftspartner hat zudem einen Background in Bioscience und bringt neben den technischen Komponenten das KnowHow auf biologisch-chemischem Level mit. In dieser Kombination haben wir den Markt analysiert und das Potenzial entdeckt, da ca 95% der Produkte am Markt auf identischen Prinzipien beruhen und sehr vergleichbare Leistung bringen.


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Béa: Was sind die derzeitigen Irrglauben und Fallen in Sache Luftreiniger?

Carsten: Luftreiniger können alleine nicht zu einer Bewältigung der Krise beitragen und auch nicht in jedem Fall vor Ansteckungen schützen.

Das Thema Luftreinigung ist eine Komponente der gesamten Hygiene-Strategie und sollte immer im Hinblick auf den Anwendungsfall und der Umgebung betrachtet werden. Direkte Tröpfchen vom Sprechen oder entsprechende Schmierinfektionen sind nach wie vor möglich.

Unsere Angst ist immer, dass sich zu sehr auf der Wirkung des Luftreinigers ausgeruht wird und alle anderen Maßnahmen an Bedeutung verlieren bzw. die Leute leichtsinniger werden.

Daneben ist wichtig zu wissen, dass nicht jeder Luftreiniger für die Eindämmung der Viren- und Bakterien-Konzentration in der Luft geeignet ist. Der überwiegende Teil am Markt arbeitet mit einer reinen Filterung, sprich einem Ansammeln. Das funktioniert gut im Hinblick auf Staub und Pollen, ist jedoch eine Gefahr im Hinblick auf organische Partikel. Bakterien beispielsweise leben mehrere Tage im Filter weiter und können Endoxotine in die Luft abgeben, diese sind wiederum für stärkere Verläufe von Infektionskrankheiten verantwortlich – somit kann das falsche Produkt am Ende für eine Verschlimmerung bei der Krankheitsverbreitung sowie der Infektionsintensität beitragen.

Béa: Was können Eltern tun, um Schulen zu unterstützen?

Carsten: In meinen Augen wird von den Lehrern und Schulleitung oftmals zu viel erwartet.

Eine Schulleitung kann unmöglich nebenbei die passende Kompetenz aufbauen, um Lüftungskonzepte zu entwickeln oder gar die Masse an verfügbaren Lösungen am Markt zu verstehen und einzuschätzen. Demnach ist das Verständnis dafür, dass Lehrer und Schulleitung aktuell in Gebieten gefordert sind, die überhaupt nicht zu Ihrer Ausbildung oder Kompetenzfeld gehören, seitens der Eltern aufzubringen.

Neben Verständnis brauchen auch wir alle, ob Schüler, Eltern oder Lehrer, Motivation und Optimismus für die Zukunft. Dazu gehört ebenfalls gegenseitiger Respekt, vor allem wenn es darum geht, das möglicherweise angeschlagene Kind in die Schule zu bringen. Wir hatten Lehrer, die uns kontaktiert haben, weil sie einfach Angst hatten, sich in einen Raum mit 20 Kindern zu setzen. Zum einen, da sie selbst zur Risikogruppe gehören, zum anderen aber weil sie wissen, dass die Eltern aus Pflichtbewusstsein ihre Kinder in die Schule schicken, auch wenn ein kleiner Infekt vorliegen könnte. Das belastet die Lehrerschaft mental zusätzlich und erschwert lediglich die aktuelle Situation.

Béa: Was habe ich nicht gefragt, was eine relevante Frage ist im Zusammenhang mit Luftreiniger?

Carsten: Ist das Thema Luftreinigung ein Trend, der nach der Corona-Bewältigung wieder an Bedeutung verliert?

Antwort: Nein. Immer öfter kommen Studien hervor, die belegen, wie hoch der eigentliche Schaden durch belastete Luft ist. Bereits nach 20 Minuten in einer vollen Klasse sinkt die Luftqualität dermaßen, dass die gedankliche Leistung von Kindern und Lehrern extrem beeinträchtigt wird. Das hängt nicht nur mit dem „Verbrauchen der Luft“ bzw. dem Ausstoß verbrauchter Luft zusammen, sondern auch mit den Bauwerken (Beispielsweise Formaldehyd Belastung durch Wandfarbe oder Möbel) sowie dem Eindringen von Schadstoffen aus dem Straßenverkehr. Ebenfalls auf wirtschaftlicher Ebene können hohe Krankheitsstände, vor allem in Grippe-Zeiten, gesenkt und auch unsere ältere Bevölkerung durch das Verbessern der Luftqualität geschützt werden.

Letztens habe ich erst darüber gelesen, dass u.a. die Belastung durch Feinstaub, Ozon und anderen Luftschadstoffen durchschnittlich drei Lebensjahre kosten kann; generell sind jährlich ca. sieben Millionen Tote weltweit auf die Auswirkungen der Luftverschmutzung zurückzuführen. Daher denke ich, dass dieses Thema an Bedeutung gewinnen wird und wir den Menschen nicht länger als den „lebendigen Schadstofffilter“ verwenden, sondern aktiv an der Verbesserung der Innenraumlufthygiene arbeiten werden.

Vielen Dank, lieber Carsten, für dieses Wissen!

Liebe LeserInnen: Habt ihr auch noch weitere Fragen an Carsten über Luftreiniger?

Herzliche Grüße

Béa

P.S. Zur Transparenz, noch mal: Carsten gehört zu meinem Freundeskreis. Ich erhalte keine Vergütung und auch keinen AiroDoctor von ihm, wenn ich diesen Beitrag mache. Vielleicht drückt er mich einmal herzlich, wenn wir alle wieder dürfen… Und ich ihn, denn ich finde es klasse, dass er sich die Zeit fürs Interview genommen hat.

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Elise
Antworten 10. Dezember 2020

Hallo Béa, hallo Carsten,
Vielen Dank für's Aufgreifen dieses wichtigen Themas! Ich habe versucht, im Kindergarten meines Kindes für Luftfilter zu werben, leider erfolglos. Ich hatte mich bezüglich HEPA-Filter der Klasse 13 und 14 schlau gemacht, verstehe allerdings den hier gemachten Einwand zur Ansammlung von Bakterien etc. Was ich von der fachlichen Seite her nicht verstehe, aber gerne verstehen würde: was genau passiert denn am uv-led-filter? Entstehen dort nicht hochreaktive Sauerstoffradikale, die zB mit Virenmaterial wie gewünscht reagieren können, sich aber auch mit Sauerstoffmolekülen zu Ozon (doch wieder) zusammensetzen können? Oder passiert das auch tatsächlich, aber es werden irgendwelche Grenzwerte unterschritten und deshalb ist das in Ordnung? Ich würde mich freuen, zu diesem Filter des Geräts ein paar Infos zu bekommen. Vielen Dank im Voraus!
Elise

    Béa Beste
    Antworten 11. Dezember 2020

    Liebe Elise, Danke dir für die Anerkennung, Carsten wird sich auch freuen! Liebe Grüße, Béa

Mareike
Antworten 10. Dezember 2020

Werde aufjedenfall für zuhause auch einen Luftfilter besorgen.
Super Beitrag.
LG

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