Kinder, die verblüffen – die Frage der Woche


Jede Woche frage ich die Blogger und smarten Eltern in der Gruppe Tolla Eltern – Tipps und Tricks eine typische Eltern-Frage. Diesmal wollte ich etwas Heiteres fragen:

Wann hat eins euer Kinder euch mal richtig verblüfft – und womit?

Und hier sind Antworten:

Fortschritte, Lernerfolge und Entwicklungen verblüffen immer – da kommt stolz auf!

Nadine M Helmer von www.berliner-kinderzimmer.de:
Die beste Voraussetzung fürs Verblüffen lassen: dem Kind vertrauen, ihm sein eigenes Tempo und Raum lassen. Nicht etwas dringend wollen oder erwarten. Meine Tochter hat mich verblüfft, weil sie von heute auf morgen aufgehört hat zu stillen, von jetzt auf gleich ohne Schnulli klarkam und irgendwie selbst entschieden hat, jetzt trocken zu sein. Und ich bin von mir selbst verblüfft, weil das MEINS ist.  

Dani Wolf von http://Gluckeundso.de
Da ich keine Ansprüche an mein Kind stelle oder Druck ausübe, da irgendwelche Normen sagen, da muss man das können und da dieses, bin ich sehr oft verblüfft. Ich bin am meisten darüber verblüfft, wie toll es ist sein Kind einfach Kind sein zu lassen, egal was Andere sagen. Ah eine Sache verblüfft mich doch immer wieder: Wie unglaublich robust diese Babys sind. Besonders das 1. Lebensjahr ist wohl das Härteste. In keinem anderen Lebensabschnitt des Menschen „lernt“ man so viele Dinge gleichzeitig. Diese Entwicklungsschritte sind unglaublich und sind sowohl für Kind und Eltern oftmals grenzwertig.

Vivien Müller alias http://hexhex.berlin:
Mich verblüfft meine Tochter (5) häufig mit ihrem Wissen! Was ein Priel ist, wie lang die Tentakeln der „Portugiesischen Galeere“ (eine Qualle) sind oder was Walhaie fressen. Sie interessiert sich für so Vieles und saugt alles Wissen auf wie ein Schwamm. Ich hoffe, dass sie sich ihre kindliche Neugier und ihren Wissensdurst lange behält!

Henriette Zwick von www.mesupermom.de
Mich verblüffen meine Kinder regelmäßig, wie viel sie so heimlich lernen in der Kita. Beide Kinder (2 und 4 Jahre alt) können perfekte Vorwärtsrollen. Einfach so. „Mama guuuuck mal!“ und schwupp, Rolle gemacht. Toll. Oder erst gestern im See taucht die Vierjährige plötzlich an mir vorbei, kommt hoch und sagt: „So doof, dass ich noch nicht schwimmen kann!“ Sie will das jetzt lernen. Mich freut und überrascht dieser Wissensdurst, die motorische Fähigkeit und ihr Wissen was plötzlich über Nacht da ist. Und immer wieder verblüffend sind auch die Sprüche. Ich tanzte morgens etwas wild zu einem Lied: „Mam is eine richtige Elfe!“ Hach ich war sprachlos vor Liebe!

JesSi Ca von http://feiersun.de
Die Motte war noch gar nicht lange im Kindergarten. Sie war ca. dreieinhalb und kam mit einem Bild wieder auf dem auch Buchstaben waren. Bei näherem Ansehen erkannten wir den Namen „Noah“ in Spiegelschrift. Ich fragte sie, warum Noah denn auf ihr Bild schreibe und sie versuchte mir klar zu machen, das sie das geschrieben habe – geglaubt hab ich es ihr leider nicht und erntete ein wütendes Kind dafür. Verständlich. Im Kindergarten klärte mich dann die Erzieherin auf und meinte noch scherzhaft, ich dürfe meinem Kind so was ruhig glauben, denn sie hängt sich immer an die großen Mädchen wenn sie vom Übergangsjahr wieder kommen und nervt sie so lange, bis sie ihr zeigen, was sie gelernt haben. Seit dem fordert sie es auch zu Hause sein, das man Ihr etwas vor schreibt. Sie malt Buchstaben von anderen Kindern einfach ab und verlangt seit dem stetig neue Wörter zu lernen. Sie kann nun mit fast vier schon viele Namen frei schreiben – nur Mama, dass klappt ganz selten, das sei zu schwer – aber ihr Name oder mein Vorname, dass geht gut – verrücktes Mädchen!

Frida Mercury von www.2kindchaos.com
Die letztgroße Überraschung war, als meine Große (2,5) sich Hose und Windel auszog und auf das Töpfchen pinkelte. Einfach so. Ich war hochschwanger und hatte ehrlich gesagt keinerlei Ambitionen das zu fördern (noch mehr Bücken und so, nee!). Ich kam mir wie eine richtige Rabenmutter vor; mein Kind muss allein Trockenwerden und das auch noch gegen die faule Mama durchsetzen…

Klare Abgrenzung gehört dazu – und ist auch ein Schritt nach vorne: 

Andrea von www.runzelfuesschen.blogspot.de:
Das Runzelfüßchen hat mich letztens sehr verblüfft, als sie mit ihren anderthalb Jahren den Teller mit Brokoli von sich wegschob, mich ansah und sagte „Mama, das mag ich nicht.“ Und zwar genau so. Ich freue mich aber darüber sehr, dass sie nicht nur ihre Freude sondern auch ihre Ablehnung schon so gut ausdrücken kann. Und hey, die Kartoffeln hat sie alle aufgegessen…  

JuSu Hubinger von http://www.mamaschulze.de:
Ich bin sehr verblüfft darüber, wie mich beide Kinder im Streit beschimpfen. Das ist noch nicht lange der Fall und hat mich schier „aus den Latschen“ gehauen. Die Große (4) fing damit an, mich anzubrüllen:“Du bist soo scheiße, Mama!“. Und die Kleine (2,5) kontert mit einem einfachen und wirkungsvollen:“Mama ist doof!“
Ich brauche nicht erwähnen, dass wir so eigentlich nicht miteinander reden, oder? Ich finde es zum einen toll, dass sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Aber zum anderen finde ich es immer noch krass, schon solche verbale Gegenwehr zu bekommen. Damit habe ich erst später gerechnet…

Mitgefühl und soziale Kompetenz sind immer wundervoll zu beobachten bei unseren lieben kleinen Menschen:

Schimpfmalmama Jules
Mich hat ein sehr sentimentales Gespräch mit meiner Tochter sehr verblüfft. Wie sie aus dem Nichts anfing über meinen Papa zu sprechen, der leider schon lange nicht mehr lebt. So viel Wissen und Einfühlungsvermögen hätte ich einem dreijährigen Kind gar nicht zugetraut. Sie wusste genau, dass der Opa gestorben ist und jetzt im Himmel wohnt und ich darüber sehr traurig bin. So verblüfft, mit offenem Mund und Tränen in den Augen habe ich mich noch nie erlebt. Auf meinem Blog habe ich auch einen Post zu dieser Geschichte veröffentlicht: http://schimpfmalmama.com/2015/07/24/die-haelfte-ohne/

Daniela Gri von www.welovefamily.at
Es gibt mehrere Sachen, die mich immer wieder verblüffen: Wie feinfühlig und sensibel (meine) Kinder sind, wie genau sie meine Grenzen kennen und je nach Situation austesten, respektieren oder an sie heranführen können. Ihre feinen Antennen nehmen kleine Veränderungen blitzschnell wahr. Besonders aufgefallen ist mir dies, als ich mit Mini schwanger war und wir haben beschlossen, Maxi und Midi erst nach 12 Wochen einzuweihen. Diese drei Monaten waren für uns als Familie unerträglich, weil immer etwas im Raum stand. Wir fühlten es alle. Als ich dann endlich das Ultraschallbild herzeigte, entgegnete mir meine Maxi mit einer sichtlichen Erleichterung, dass sie nun endlich wüsste, was los war. Kinder reagieren so sensibel auf ihre Umgebung, gleichzeitig aber mir großer Neugier und Unvoreingenommenheit meistern sie Situationen und lernen so, sich zurechtzufinden. Ihre Leichtigkeit hätte ich manchmal gerne zurück.

Tamara Kapunkt von http://erdbeerlila.blogspot.de/
Helena ist 11 Monate jung und brauch für motorische Fortschritte deutlich länger als ihre Altersgenossen. So richtig verblüfft hat sie mich aber mit etwa 7 Monaten: Sie zeigt zur Katze und sagt fröhlich: „Laya!!“ (Die Katze heißt Layla) Das war ihr allererstes Wort (Mama und Papa sind etwas traurig) Seit dem ist jede Katze dieser Welt einfach ne Layla….und Mama und Papa klappt inzwischen auch ganz gut.

Kinder können auch mit Gedächtnisleistungen verblüffen – sie erinnern sich an Dinge, von denen wir glauben, dass sie sie nicht bewusst wahrgenommen haben: 

Sarah Jane Treu von.http://www.zwergenzimmerchen.de:
Ich bin immer wieder erstaunt an was sich der Sohn alles erinnert. Teilweise habe ich diese Dinge schon wieder vergessen und dann merke ich doch sehr, wie wichtig ihm manche Situation war oder was ihn damals so sehr mitgenommen hat. Er holt alte Geschichten wieder raus, die dann auch mich zum Nachdenken bringen. Einfach toll und faszinierend wie er mit seinen 4 Jahren schon alle Dinge wahrnimmt!

Kathrin Szabó von www.nestling.org
Ich war ziemlich verblüfft, als unser Mädchen (4 Jahre) sich mit etwa 2 Jahren im Wohnzimmer hinhockte, an die Wand hinter dem Sofa starrte und sagte „Da! Schwarzer Mann! Guckt traurig.“ Ähnlich verblüfft war ich, als wir uns das erste Mal Miniaturen von Sehenswürdigkeiten anschauten und sie die Freiheitsstatue erkannte. Als ich sie fragte, woher sie die kenne, sagte sie „Sie steht in Amerika. Da war ich schon mal mit meinem großen Bruder.“ Den schwarzen Mann erwähnte sie nur ein weiteres Mal, den großen Bruder jedoch sehr häufig. Ihrer ist 8 Monate…

Und letzten Endes sind wir auch von der liebe und dem Vertrauen verblüfft in unserer Beziehung mit den lieben Kleinen:

Jessica Stock von www.terrorpueppi.blogspot.com
Meine kleine Terrorpüppi verblüfft mich jeden Tag auf’s Neue. Plötzlich kann sie wieder etwas Neues oder entdeckt etwas Wunderbares. Am meisten aber verblüfft es mich, was sie mit ihren 20 Monaten motorisch schon so kann. Sie ist ein richtiger kleiner Wildfang und kann schon super klettern. Was für ein Gleichgewichtssinn und für eine Beweglichkeit! Da komme ich kaum hinterher, aber als ihr Sicherheitsnetz muss ich wenigstens halbwegs in der Nähe sein. Sie weiß das und es verblüfft mich trotzdem immer wieder, dass sie mir so sehr vertraut. So stürzt sie sich einfach rückwärts runter, wenn ich unter ihr stehe – ich werde sie schon auffangen. Blindes Vertrauen. Ja das ist es, was mich am meisten verblüfft, denn das ist es, was man heutzutage kaum noch erlebt!

Gabriele Patzschke von Motherbook: http://motherbook.de/ein-neuer-stern-an-unserem…/
Meine Kinder verblüffen mich ständig – alle vier und jetzt auch mein Enkel – immer wieder kommt etwas völlig Neues, mit dem ich nie im Leben gerechnet hätte – wie z.B. am letzten turbulenten Tauf-Wochenende: mein Enkel-Baby – 8 Monate alt – war etwas ungnädig mit dem großen Ansturm auf seine Person… er „landete“ schließlich auf meinem Arm und fing plötzlich an zu kuscheln und zu schmusen und zeigte mir mitten in dieser Menschenmenge überdeutlich seine sooo große Liebe… da war es um mich geschehen!

Ich muss euch auch eine Story erzählen – das erklärt jetzt das Titelbild:
Meine Carina war zwei Jahre alt und wir mussten renovieren für einen Umzug. Da ich vorher die komplette Wohnung mit kindersicherem Steckdosen-Schutz versehen hatte, musste ich nun alle diese Plastikdinger rausmachen. Ich fuhrwerkte darin mit Schraubenzieher und Messer und bekam die Teile nicht raus. Da kam der kleine Steppke zu mir angewatschelt und meinte: „Willst raus haben?“ Ich bejahte. Sie fasste kurz in die Steckdose (mir blieb das Herz fast stehen) und holte problemlos mit den kleinen Fingerchen die Kindersicherung raus. Strahlte mir an: „Da!“ „Kannst du noch mehr?“ fragte ich entrüstet. Sie watschelte in die Küche und zeigte mir, wie sie alle Schubladen entsichern konnte. Es stellte sich heraus, dass das Aufknacken und wieder anbringen von Kindersicherungen ihr Hobby war…

Und Ihr? Wann haben euere Kinder euch verblüfft?

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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4 Kommentare

Anja von der Kellerbande
Antworten 15. August 2015

Liebe Bea,

da ist eine verblüffend tolle Liste mit schönen Erlebnissen entstanden.

Meine beiden verblüffen mich auch immer wieder mit heimlich geübten Neuigkeiten.

Lg

Hilfefunktion
Antworten 5. September 2015

@Kathrin Szabó von www.nestling.org
Es klingt gruselig, doch solche Geschichten gibt es öfter. Das geht in die Richtung von spontanen Kinderberichten der Sorte "Früher, als ich groß war" oder "Bevor ich geboren war". Wenn es dich interessiert, gibt es spannende Dokumentation dazu. Jim Tucker ist einer der Forscher davon. Recht bekannt ist zum Beispiel die Geschichte von James Leininger.

Alexandra von doublyblessedblog
Antworten 12. Oktober 2016

Liebe Bea!
Unser Spatz (2 1/4) hat mich vorgestern Morgen um 06:30 beim Frühstück überauscht.Die Fensterläden waren bereits geöffnet und draussen war es noch schwarze Nacht. Da zeigt der Spatz nach draussen und fragt "O issi Giecht?" (Wo isch s Liecht? Schweizerdeutsch für Wo ist das Licht?). Dabei spricht er erst seit 6 Wochen - Ich war ganz gerührt *hach*

MamaBear_mit_BabyBear
Antworten 10. November 2017

Meiner war gerade 2,5 Monate alt und ich habe ihn viel getragen. Während ich noch dachte, ich kann jedes seiner Weinen zuordnen, kam ein neues dazu. Ich habe ihn getragen, getröstet, gestillt..... irgendwann mußte ich ihn aber kurz ablegen, um meine Hose wieder hochziehen zu können. Da lag er dann auf dem Boden und war glücklich und fing an zu schauen. In diesem Moment war ich erstaunt und glücklich zugleich, denn ich wußte, dass er mir sagen kann, was er will. Ich muß nur hinhören und ihm seinen Freiraum geben. Heute ist er genau 2 Jahre älter und es funktioniert super.

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