Die psychische Überbelastung von Lehrern – 5 Beispiele und Reflexion einer jungen Studentin


Ruhig bleiben und sich trotzdem nicht alles gefallen lassen – geht das überhaupt? Lehrer zu sein ist manchmal mehr als nur schwer. Ich habe hier 5 Beispiele von der psychischen Überbelastung von Lehrern – und eine kleine Reflexion von mir.

Neulich traf ich einen alten Freund aus der Schule. Wir sprachen über vergangene Erlebnisse und den ehemaligen Schulalltag. Als wir auf unsere alten Lehrer zu sprechen kamen, wurde das Gespräch besonders interessant. Während mein Schulfreund „lustige“ Geschichten über unsere Lehrer aufwärmte, musste ich die Stirn runzeln, weil ich die Geschichten gar nicht mehr lustig fand… wie zum Beispiel rohen Knoblauch als ganze Klasse vor der Musik-Singstunde…


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Aus heutiger Sicht habe ich eine völlig andere Sicht, die ich gerne mit euch teilen würde!

Hier sind 5 Beispiele von der psychischen Überbelastung von Lehrern:

1. Lehrer tragen eine große Last.

Nicht nur haben sie die Verantwortung über ihre Schüler, sie müssen noch viel mehr: Vorbilder sein, Vertrauen gewinnen, Konflikte schlichten und Geheimnisse wahren. Ganz schön viel auf einmal wie ich finde.

2. Lehrer sind im Schussfeld der Lächerlichkeit

Es ist kein Geheimnis, dass Schüler sich über ihre Lehrer lustig machen. Eine unserer Lehrerin war eher schüchtern und wirkte ängstlich. Vor dem OH Projektor wurde ihr immer schnell warm – so warm, dass sie fürchterlich schwitzte und die Folie nass machte. Meine Klasse kugelte sich vor Lachen und ich… ja, ich fand es als Kind auch irgendwie lustig. Ich lachte nicht am lautesten, aber ich lachte auch. Und das ist nicht besser.

3. Lehrer müssen sich Beleidigungen aussetzen.

Ich gebe zu, dass ich hinter dem Rücken einiger Lehrer nicht immer nur nette Worte verloren habe. Manchmal wollte und musste ich eben Dampf ablassen. Andere aus meiner Klasse waren da weniger taktvoll. Passiv aggressive Bemerkungen, Wutanfälle und sehr harte Aussagen – und zwar direkt im Unterricht. Nicht immer waren diese Worte gerechtfertigt.


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4. Lehrer bekommen nicht genug Anerkennung!

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie oft haben wir unsere Lehrer kritisiert? Und jetzt die gleiche Frage in Bezug darauf, wie oft wir sie gelobt haben? Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich weder das eine, noch das andere getan. Und selbst wenn ich Lehrer mochte, so standen im Fokus meist die negativen Attribute.

Mein damaliger Deutschlehrer hat mich damals dazu inspiriert mit meinem Studium zu beginnen, weil er zwar streng war, aber immer an mich geglaubt hat. Habe ich mich jemals dafür bedankt? Natürlich nicht. Damals war es mir gar nicht bewusst, was er für mich tut. Ich war zu sehr damit beschäftigt mich darüber zu ärgern, dass er mich ständig auf dem Kieker hatte und öfter ran genommen hat als andere. Jetzt im Nachhinein verdanke ich ihm viel…

5. Lehrer sind auch nur Menschen.

Wir alle haben die einen oder anderen großen Dinge im Leben, die wir bewältigen müssen. Krankheiten, Familie, etc. Bei einem stressigen Job ist das ganze natürlich viel schwerer zu ertragen. Lehrer sind egal wie nervig sie auch sein können auch nur Menschen. Und ich glaube, dass das oft vergessen wird.

Und das waren meine 5 Beispiele von der psychischen Überbelastung von Lehrern.

Gesundheitliche Folgen!

Abschließend hat meine google Recherche mit sehr viele erschreckende Folgen offenbart. Viele Lehrer leiden unter zu hohem Blutdruck, Schlafstörungen und Burnouts. Der Stress wird immer höher und die Krankheitsausfälle ebenso. Der Druck ist eben sehr hoch.

Nach dieser Recherche habe ich die Mailadresse meines alten Lehrers rausgesucht und ihm eine Nachricht geschrieben. Vielleicht kommt der Dank an ihn 4 Jahre zu spät, aber ich hoffe, dass es ihn trotzdem freuen wird.

Und ihr? An welche Lehrer könnt ihr euch so erinnern?

Liebe Grüße,

Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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