Fahrradhelm nur für die Kinder? Oder auch für Mama und Papa?


Neulich hat uns ein Blogpost bei StadtLandMama sehr bewegt – es geht darum, ob wir einen Fahrradhelm zwar den Kindern aufdrücken, aber als Eltern den gar nicht oder nur gelegentlich tragen. Und wie dramatisch es ausgehen kann…

EINE KRANKENSCHWESTER BERICHTETE: „ICH SEHE TÄGLICH, WAS PASSIERT, WENN ELTERN KEINEN FAHRRADHELM TRAGEN!“

Hier nur ein kurzer Auszug:

„Ich erinnere mich an einen schweren Unfall vor zwei Jahren. Eine fünfköpfige Familie hatte einen Ausflug gemacht, die Kinder mit, die Eltern ohne Helm.

Die Mutter stürzte mit dem Rad, fiel auf den Kopf und war schwer verletzt. Sie hatte gewaltige Blutungen im Schädelinneren und eine starke Schwellung des Gehirns.  Sie überlebte, ist aber bis heute ein schwerer Pflegefall und liegt im Wachkoma. Sie kann nie wieder ihre Kinder in den Arm nehmen, ihnen die Schulbrote schmieren, oder ihnen etwas vorlesen. Sie ist ihr restliches Leben auf die Hilfe anderer angewiesen, ob sie ihre Familie überhaupt noch wahrnimmt, kann keiner genau sagen. Der Vater steht nun mit drei Kindern und seiner Frau alleine da. Dieses Drama wäre zu verhindern gewesen.“

Mehr könnt ihr bei StadtLandMama lesen. Es ist sehr aufwühlend. 

Und hier gesteht die Tollabea Redaktion, wer das wie mit dem Fahrradhelm handhabt:

Yvonne ist ein Rollenvorbild in Sache Fahrradhelm

Wir tragen alle Helm – immer! Wenn’s dunkel wird auch Warnwesten und wenn es kälter wird wechseln wir auf unsere Skihelme! Warum? Ganz einfach: lieber etwas komisch aussehen, als lebenslang Matsch in der Birne zu haben! Hatte ja im Februar darüber geschrieben, wie Mini‘s Skihelm gesprungen war…! Helme aufm Kopf ist mir ein großes Anliegen ❣

Doro lebt auf dem Land und ohne Helm steigt niemand aufs Rad

In unserer ländlichen Gegend hört man immer wieder mal von schweren Fahrradunfällen auf der Landstraße und auf schwer einsehbaren Strecken. Es gibt keine Radwege und die Radfahrer tragen unauffällige Farben. Wie oft erschrecke ich mich, wenn vor mir plötzlich ein Radfahrer auftaucht. Die meisten von ihnen, vor allem die Teenager, tragen keinen Helm. Es ist in ihren Augen einfach nur uncool.

Meinen Kindern erlaube ich nicht, auf diesen Strecken zu fahren, da bin ich tatsächlich kompromisslos. Wir fahren eher im Gelände oder dort, wo es wenigstens Radwege gibt. Letztendlich ist aber völlig egal, wo man fährt: Man muss immer mit den anderen Verkehrsteilnehmern rechnen und auch eine Baumwurzel oder ein Fuchs kann einen vom Rad holen. Soll heißen, es kann einfach so mal ganz blöd kommen und deshalb gilt bei uns auf jeden Fall Helmpflicht für alle.

Mounia fährt ohne Helm, da von früher „geschädigt“

Ich trage keinen Helm mehr, weil ich von seinen Erinnerungen ein bisschen emotional geprägt bin. Ich trug bis ich 16 war immer einen roten Helm. Er passte farblich zu meinem Fahrrad und war eigentlich sehr schön. Allerdings wurde ich, je älter ich wurde, ständig von Mitschülern und Freunden dafür ausgelacht. irgendwann war er mir so peinlich, dass in ihn abnahm und seitdem nicht mehr aufsetzte. Ich fühle mich beim Fahrradfahren längst nicht mehr so sicher wie mit einem Helm, daher überlege ich wieder, einen zu kaufen. Helme sind nicht uncool – im Gegenteil , sie können Leben retten!

Desi hat den Spieß umgedreht und bekennt sich zum doofen Ding auf dem Kopf

Ich trage mittlerweile immer einen Helm – der wirklich bescheuert aussieht. Mir ist das, was in meinem Kopf ist aber sehr viel wichtiger, als das Aussehen für ca. eine Stunde am Tag. Das war allerdings nicht immer so, besonders als Jugendliche war ich viel zu cool für einen Helm. Wer einen trug wurde ausgelacht, so wie auch Mounia.

Ich werde auch immer noch von meinen Freunden (die alle keinen tragen) ausgelacht, aber als Erwachsene kann ich damit viel besser und selbstbewusster umgehen. Ich drehe den Spieß dann einfach um und sage meinen Freunden wie dumm es ist keinen Helm zu tragen!

Katrin hat die Folgen eines schlimmen Unfalls im Bekanntenkreis live gesehen

Wir haben immer den Helm getragen, da man ja nicht dran Schuld sein muss. Unsere Kids hatten auch auf dem Laufrad schon immer einen auf. Die Tagesmutter einer Freundin ist einmal aus Versehen über eine Kastanie gefahren und ihr hat es so das Rad weggezogen, dass sie stürzte und sich einen Schädelbasisbruch zuzog mit Hirnblutung. Sie war ohne Helm unterwegs und lag sechs Wochen im Koma. Sie kann ihren Beruf nicht mehr ausüben und braucht Hilfe im Alltag.

Ich bin nicht übervorsichtig, aber bei Helm auf Skateboard oder Fahrrad bin ich rigoros.

Béa hat jetzt gute Vorhaben und zwei Fragen an euch

Carina musste immer einen tragen. Ich? Ähm. Erwischt. Ich trage eigentlich nur an kalten Tagen Helm. Einen Ski-Helm, von Yvonne inspiriert. Hält die Ohren schön warm. Ich gelobe Besserung! Hat jemand Erfahrung mit den faltbaren Fahrradhelmen? Oder mit dem Airbag, den man um den Hals trägt? (affiliate Links, also Werbung – wenn auch keine Empfehlung… ich frage euch ja)

Und ihr? Wer von euch trägt Fahrradhelm? Immer? Oder nur bei längeren Touren?

Oder gibt’s bei euch Fahrradhelm nur für die Kinder?

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Und für die ganz Kleinen haben wir das hier (affiliate Link, also Werbung)

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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7 Kommentare

Hanna F.
Antworten 31. August 2018

Bei uns gibt es keine Diskussionen, der Helm gehört ab dem Laufrad dazu, für alle. Ob auf dem Rad, Skateboard, Inlinern, kurze oder lange Strecke, da gibt es nichts zu rütteln.
Ich hätte auch nichts gegen eine Helmpflicht.
LG Hanna

Annie
Antworten 1. September 2018

Das mit dem Helm habe ich meiner großen Tochter schon eingeimpft: "Ich kann schon auf dem richtigen Fahrrad fahren, aber nur mit Helm!" - dieser Zusatz kommt immer wenn sie von ihrem neuesten Erfolg erzählt, das findet sie selbstverständlicher als das Zähneputzen. Die einzigen Fahrzeuge ohne Helmpflicht sind bei uns Bobby Car und Traktor.
Ich trage auch Helm. Es gab eine kurze Zeit in Teenagerjahren in der mir wichtiger war dass die Frisur sitzt, aber das war nicht lange. Alleine durch unsere Wohnsituation - will man das Dorf verlassen, fährt man in alle Richtungen nur über kurvenreiche, schlecht einsehbare Landstraßen ohne Fahrradwege, sogar ohne Seitenstreifen, man ist also gezwungen auf der Fahrbahn zu fahren. Ohne Helm viel zu gefährlich.

Ruth
Antworten 5. September 2018

Meine Enkelkinder tragen alle einen Helm. Erst auf dem Laufrad und jetzt auf dem Fahrrad. Der Rest der Familie trägt meistens keinen. Ich habe bis vor einem Jahr auch keinen getragen. Da ich möchte, dass meine Enkel immer einen tragen, wollte ich dann mit gutem Beispiel vorangehen und trage ihn seit dieser Zeit immer.
Manchmal witzeln meine Söhne und nennen mich Lord Helmchen, das ist mir egal. Ich möchte, sollte ich einmal stürzen, kein Schädel-Hirntrauma haben. Ich fühle mich seitdem viel sicherer.

Daniela
Antworten 5. September 2018

Wir tragen alle Helm, auch wenn mein Mann erst Radunfallzeuge werden musste, bevor er das mit Überzeugung anfing.
Ein Warnwest finde ich genauso wichtig, da beiße ich aber ziemlich auf Granit und es gibt Diskussionen mit den Kids.
Dabei finde ich es total leichtsinnig, keine zu tragen. Kein Mensch hinterfragt mehr, dass fast alle Kfz auch am Tage mit Licht fahren, für bessere Sichtbarkeit! Das war Anfang der 90er ja noch ganz anders.
Und wir Radler geben uns mit so einem bisschen Funzellicht zufrieden, statt die größte Fläche, die wir haben, nämlich unseren Oberkörper als Reflektor einzusetzen!

Anne
Antworten 5. September 2018

Ich trage immer Helm. Schon bevor ich Mama wurde - einfach weil ich mich beim täglichen fahren in einer größeren Stadt sicherer fühlte.

Zur Arbeit brauche ich drei Minuten. Letzten Winter gab es plötzlich Glatteis an der Kreuzung und ich bin voller Wucht auf den Kopf gefallen. Ohne Helm wäre ich da bestimmt nicht mit etwas Nackenschmerzen davongekommen.

Anja Buck
Antworten 6. September 2018

Bei uns trägt inzwischen jeder einen Helm! Und da achte ich sehr drauf. War nicht einfach meinen Mann dazu zu bringen - Hab ihm einen zum Geburtstag geschenkt - aber jetzt sins wir seit längerem komplett!
Mir ist das sehr wichtig, weil meine Mama in meiner Jugend schwer gestürzt ist, nasser Radweg, und 2 Wochen Krankenhaus, gesplitterter Ellbogen, "nur" 2 Platzwunden am Kopf und schwere Gehirnerschütterung. Das hat mich doch geprägt.

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