Reden wir mal über Bastelmaterialien und die Umwelt und fangen wir mit Glitzer an!


Ihr Lieben, unsere Gastautorin mindfulsun hat für uns etwas Recherche betreiben und hier ist etwas, worüber wir uns alle Gedanken machen sollten…

Reden wir mal über Bastelmaterialien und die Umwelt und fangen wir mit Glitzer an!

Glitzer / Glitter so schön anzusehen – zum Basteln, in Kosmetikprodukten, auf Postkarten, im Make-up, auf der Kleidung, in Dekoartikeln und wo nicht noch überall.

Woraus besteht das Zeug eigentlich?

Aus Kunststoff oder aus mit Kunststoff beschichtetem Aluminium, mit Lacken und Farben beschichtet. Mikroplastik!

Glitzer ist biologisch nicht abbaubar und ein großes Problem für unsere Umwelt. Über die Luft und über das Abwasser gelangen die winzigen Partikel in die Nahrungskette von Tieren, in offene Gewässer und das bis zum Grund der Tiefsee. Nicht abbaubar, das möchte ich an dieser Stelle wiederholen. Gefährlich für die Tiere, schädlich für die Umwelt! Glitzerpartikel sind Teil des Plastikmüll Problems.

Ich benutze generell keine Produkte mit Mikroplastik und achte schon lange darauf. Über kurz oder lang wird Glitzer sicher auch überall verboten werden, diskutiert wird es schon in einigen Ländern. Es gibt Alternativen. Alternativen, die die Umwelt nicht so sehr belasten.

Eine schnelle Suche im Internet nach biologisch abbaubarem Glitzer bringt viele Treffer – in jeder Preisklasse – hergestellt zum Beispiel aus Polymilchsäure (einem Polymer aus Maisstärke oder Zuckerrohr).

In einigen Ländern wird in Kindergärten und Schulen schon generell auf Glitzer für Kunstprojekte verzichtet. Und falls doch Produkte mit biologisch abbaubarem Glitzerkram benutzt werden, wird den Kindern ein verantwortlicher Umgang damit beigebracht.

Denn Glitzer aus abbaubaren Materialien ist eine Alternative, bleibt jedoch die Frage: Ist Glitzer überhaupt notwendig?

Aufwendig in der Herstellung, verbraucht unnötig Ressourcen, dennoch umstritten, was die Umweltfreundlichkeit betrifft.
Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten und eine persönliche Entscheidung treffen.

(An dieser Stelle für die Mamas eine Info zu Make-up: Bestandteile von Glitzer in Make-up werden mit Sklavenarbeit und Kinderarbeit in Indien in Verbindung gebracht. Noch ein wichtiger Grund darauf zu verzichten!)


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Generell: Jahreszeitlich bedingte Umweltmaterialien zum Basteln nutzen!

Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gratis. Mit den Kindern ab in die Natur ziehen, ein Spaziergang im Wald oder am Strand und man findet zu jeder Jahreszeit tolles Bastelmaterial. Kein Müll, keine Belastung für die Umwelt: Basteln mit einem guten Gewissen, ausgesucht und gesammelt von den Kindern selbst.

Fast alle Bastelmaterialien kann man durch ökologisch wertvolle und faire Produkte ersetzen.

Das fängt beim Klebstoff an, der lösungsmittelfrei sein sollte und auch keine Schadstoffe enthält. Gesund für die Natur und unsere Kinder!

Nachhaltige Wachsmalstifte auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die gibt es übrigens auch vegan und ohne Bienenwachs. Unlackierte Buntstifte aus nachhaltiger Forstwirtschaft, wichtig da dort verantwortungsvoll mit den Bäumen umgegangen wird. Papier und Karton mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“, hergestellt aus 100 % Altpapier. Umweltfreundliche Knete aus nachwachsenden Rohstoffen, gesund für die Kinder frei von bedenklichen Farbstoffen, Mineralölrückständen oder sogar Formaldehyd.

Knete kann man übrigens auch selbst herstellen!

Es geht uns alle an.

Wir alle können mit unseren Kindern ökologisch sinnvolle Produkte nutzen, die die Umwelt nicht belasten, keine Tiere gefährden und die auch nicht schädlich für die Gesundheit unserer Kinder sind. Nachhaltige Bastelmaterialien nutzen, die dazu beitragen weniger Abfall zu produzieren und der Umwelt nicht schaden. Den Kindern den Wert vorleben: Respekt vor der Natur und den Ressourcen zu haben, verantwortlich und sparsam damit umzugehen.
Basteln im Einklang mit der Natur ist möglich!

Wer jetzt spätestens an dieser Stelle wieder den Kostenfaktor auf den Tisch (in die Kommentare) bringt: Wie bereits oben erwähnt – Die Natur selbst bietet jede Menge tolles, kostenloses Bastelmaterial.

Und für den Einkauf: Lieber weniger, dafür nachhaltig und fair! Denn auch die Menschen, die diese Produkte herstellen, möchten mit ihren Kindern davon leben können.

Liebe Grüße,

mindfulsun

PS: Dieser Artikel ist ein Gedankenanstoß und Information. Nicht jeder findet das wichtig, es bleibt eine persönliche Entscheidung. Auch das Argument: „Ich finde anderes aber wichtiger und man kann woanders anfangen“ wird kommen. Alles zählt und alles ist wichtig, auch die vermeintlichen Kleinigkeiten. Wo ihr anfangt, entscheidet ihr!

Titelbild: Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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7 Kommentare

Suki
Antworten 5. Februar 2019

Wie passt dazu eine Empfehlung für Aquabeads von vor einem Jahr? 🤔

    Béa Beste
    Antworten 7. Februar 2019

    Hallo Suki, wir empfehlen Aquabeads auch noch heute. Hier stehen Infos zu den Inhaltstoffen: https://www.aquabeadsart.com/de-de/forparent.html

    "Aquabeads wurden durch unabhängige Testlabore getestet und diese haben die gesundheitliche Unbedenklichkeit bestätigt. Darüber hinaus entsprechen Aquabeads in vollem Umfang den Standards der Spielzeugsicherheit in Deutschland, der EU und verschiedenen anderen Ländern der Welt, wie z.B. EN71 und ASTM F963. Zusätzlich sind alle Inhaltsstoffe von Experten geprüft und für unbedenklich begutachtet worden. Es wurde zertifiziert, dass sie dem US Standard "Unites States Art Material Standard ASTM D4326" entsprechen, welcher zu den schärfsten Sicherheitsstandards für Spielwaren in der Welt gehört. Der Hauptinhaltsstoff der Perlen ist PVOH. Es gibt weltweit keine Hinweise, dass PVOH in irgendeiner Weise gesundheitsgefährdend sein könnte. Der Stoff ist als pharmazeutischer Hilfsstoff (Zusatzstoff) zugelassen und wird u.a. in Beschichtungen von Pillen und Tabletten genutzt. Er kommt außerdem in Kosmetikartikeln wie Körperlotionen, Verpackungen von Lebensmitteln und als Klebemittel bei Briefmarken zum Einsatz, die durch Spucke oder Flüssigkeit zum Kleben gebracht werden." - daraus entnehme ich, dass dies kein böser Kunststoff ist, sondern etwas, was sich auflöst

    Was wir als "Glitzer-Variante" der Aquabeads in den Händen hatten hatte nie Glitzer drin, sondern waren lediglich durchsichtige Perlen, die durch den speziellen Schliff glitzerten im Licht.

    Hilft das?

    Liebe Grüße,
    Béa

      Miriam
      Antworten 26. September 2020

      Hallo und vielen Dank, dass ihr das Thema Glitzer und Umweltschutz aufgreift. Es ist richtig, dass dafür mehrheitlich Kunststoff, Aluminium oder das in der Kosmetik befindliche Mica (auch Glimmer genannt), das aus Kinderarbeit entsteht, enthalten ist. Wirklich schlimm das ganze. :-( Allerdings möchte ich etwas zu dem aks unkritisch bewerteten Rohstoff PVOH ergänzen. Eine kurze Recherche bei Google ergibt bereits, dass PVOH auf fossiler Basis hergestellt wird, sprich aus Erdöl, und nicht wie bei dem ebenfalls im Artikel erwähnten PLA. bio-basiert ist, d.h. aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. (Wobei sich bei letzterem ganz eigene Probleme ergeben wie etwa die Rodung von Tropenwald, um darauf genmanipuliertes Soja, Zuckerrohr usw. anzubauen für die Herstellung des "pflanzenbasierten Kunststoffes". Des Weiteren entsteht hier ein Konflikt im Hinblick auf den Anbau von Lebensmittel. Denn die gleiche Fläche könnte man ja auch dazu nutzen, um Nahrung für uns Menschen herzustellen...). Nun gut, zurück zum PVOH. Dieses wird als biologisch abbaubar deklariert. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit kompostierbar, d.h. die rückstandslose Rückführung in den biologischen Kreislauf. Biologische Abbaubarkeit von Erdöl-basiertem Plastik wird i.d.R. durch umstrittene Additive erreicht und am Ende einer längeren Abbauzeit (oftmals ca. 6 bis 18 Monate, innerhalb der es bereits von Tieren gefressen werden könnte) bleibt trotzdem Nanoplastik zurück. Das Fazit muss also lauten, dass man wie im Text vorgeschlagen am sichersten mit Naturmaterialien bastelt.

        mindfulsun
        Antworten 26. September 2020

        Hallo Miriam, hier ist mindfulsun. Ich habe den Artikel geschrieben und danke dir für deine Ergänzung und dein Feedback! :)
        Ich werde bei Gelegenheit nochmal neu recherchieren, ergänzen und ändern. Mir war wirklich wichtig, einfach mit Naturmaterialien
        zu basteln, da dies für unsere Umwelt am verträglichsten ist. VG

Schmousiol
Antworten 22. Februar 2019

Auch biologisch abbaubarer Glitzer ist gar nicht mal so gut. Er braucht leider auch sehr lange um abgebaut zu werden.
Ich überlege auf bunten Zucker beim basteln umzustellen. Ich weiß allerdings noch nicht wie sich dieser bei nassen Kleber verhält . Da er allerdings auch auf Torten( die ja auch Feuchtigkeit enthalten ) zum Einsatz kommt , wird er so schnell nicht auflösen hoffe ich.
Lebensmittel Puder mir Glitzer wäre eine Alternative , auch zum schminken. Man sollte allerdings darauf achten , dass kein Aluminium darin enthalten ist ( bei Gold Puder leider der Fall )

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