Hochschwanger und eine Erkrankung meines Mannes, die noch keine Diagnose hatte – Gastbeitrag


Als ich im 4. Monat mit unserem zweiten Kind schwanger war, erkrankte mein Mann plötzlich schwer: Müdigkeit, Verdauungsprobleme, heftige Kopfschmerzen und Schwierigkeiten bei der Konzentration waren ab nun seine täglichen Begleiter. Er wurde von einem Arzt zum anderen geschickt und keiner konnte so wirklich helfen… Bis einer sogar meinte, dass er sich das wahrscheinlich alles nur einbilden würde!

Wir waren eine kleine Familie mit Existenzangst

Der Druck wuchs, denn so konnte er kaum arbeiten, was für einen Selbstständigen das Aus bedeuten kann. Die Kleine wuchs in meinem Bauch heran. Für uns alle war es eine sehr schwere Situation, da ich mir Gedanken machen musste, wie es eventuell ohne ihn mit einem Baby, einem Kleinkind und meinem Vollzeitjob nach der Elternzeit weitergehen muss. Die Vorstellung war schrecklich, genauso, wie ihn jeden Tag so leiden zu sehen.

Was passiert hier und wie soll das ein Kleinkind verstehen?

Er hatte fast täglich so heftige Kopfschmerzen, dass er sich im Bett krümmte und ich versuchte, so oft wie möglich mit unserem Sohn unterwegs zu sein, damit es durch Geräusche nicht noch schlimmer wurde. Eigentlich wäre ich gerne bei ihm geblieben, um ihm zu helfen, was ich in Wirklichkeit gar nicht konnte. Unser Sohn fragte mich sehr oft, was mit Papa los sei und auch, wie wir ihm helfen können. Er verstand mit seinen knapp 3 Jahren das alles nicht und auch nicht, warum wir so viel unterwegs waren. Ich saß mit ihm auf dem Spielplatz, mir kullerten die Tränen runter und er umarmte mich ganz fest, ohne etwas zu sagen.

Und dann endlich kam die „Erlösung“:

Mein Mann war beruflich auf einem Kongress und zufällig hörte er sich einen Vortrag über Borreliose an. Er merkte, dass er genau die Symptome hatte, die dort beschrieben wurden – obwohl einer der bisherigen Ärzte dies ausschloss!

Er fand einen Spezialisten und erhielt nun die Diagnose und die richtige Therapie.

Die Situation war sehr ernst und wir waren heilfroh, zur richtigen Zeit diese Hilfe bekommen zu haben.

Die Therapie begann und nach einigen Wochen waren bereits Verbesserungen zu sehen.

Nach nur 2 Wochen hatte er weniger Schmerzen, war wieder präsenter und konnte länger arbeiten, was wichtig war, da die Aufträge fertig gemacht werden mussten und die Geduld der Kunden natürlich begrenzt war. Er freute sich sehr, denn er konnte die Zeit in Familie wieder mehr genießen.

Tränen der Erleichterung und ein verwunderter 3-jähriger

Als ich sah, dass es ihm wieder besser ging, habe ich oft geweint vor Erleichterung und konnte diesmal unserem Sohn erklären, dass es Freudentränen sind. Der Kleine muss ganz schön durcheinander gewesen sein, aber er freute sich sehr.

Wieder Hoffnung zu haben war wunderbar und wir schauten nach vorn. Wir waren erleichtert und konnten uns gedanklich wieder mehr auf unseren Sohn und die kommende Geburt konzentrieren, denn wir waren nur noch wenige Wochen davon entfernt. Einen großen Teil der Schwangerschaft mit so viel Angst und Sorgen zu verbringen war heftig. Umso entspannter konnten wir bei der Geburt sein, mein Mann war dabei, was mir sehr viel bedeutete… denn es war nicht selbstverständlich, wie wir wussten!

Wir genießen die Zeit als Familie sehr und sehen viele kleine Dinge nicht mehr so kritisch im Leben, wie zuvor.

Einfach dankbar und glücklich über die gemeinsame Zeit sein, dass ist was im Alltagsstress oft untergeht. Wir lieben es, am Wochenende ewig lang zusammen zu frühstücken, Witze zu erzählen oder ausgedachte Rätsel zu lösen, die Beine ganz relaxt hochgelegt mit einem Brötchen in der Hand. Alltägliche Dinge genießen wir, wie gemeinsames kochen und backen, Haare flechten, spielen und so weiter.

Was wirklich wichtig und unwichtig ist, erkennen wir leider manchmal erst, wenn es ganz knapp ist oder wir einen uns nahestehenden Menschen verloren haben.

Bleibt gesund und genießt die Zeit!

Liebe Grüße,

Eine Mama

 

Katrin Mitrach Kimoka
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