Ich bin keine Bitch! Für Dich immer noch Sie!


Ich mag die Großstadt! Ich mag den Alex mit all seinen Facetten und ich mag Fußball! Aber ich mag nicht Respektlosigkeit!

Was mir letzten Samstag bereits IM Olympiastadion an der Wurstbuden-Schlange passiert ist, das muss ich auch jetzt – Tage später – noch verdauen.

Meiner gesamten Gang konnte man durchaus die Sympathie einer speziellen Mannschaft gegenüber erkennen. Aber mir nicht! Denn es war kalt und ich hatte meine Winterjacke an, meinen Nicht-Vereinsschal um und meine Nicht-Vereinsmütze auf. Die Kids standen die ganze Zeit beim Papa an der Getränkeschlange, sodass ich weder Sympathie der einen, noch der anderen Mannschaft gegenüber augenscheinlich ausdrückte.

Sicher, die Gemüter waren gereizt, bereits Stunden vor Anpfiff stiegen in die S-Bahn umnebelte Gestalten beider Mannschaften ein, aber im Beisein der Kids zügelten sie ihr Temperament und versuchten sich so einigermaßen zu verhalten.

Aber zurück zur Wurstbuden-Schlange. Die war lang und es dauerte, sehr lange. Sodass der ein oder andere durchaus sein Glück mit Vordrängeln versuchte. Dass eine Wurstbuden-Schlange in einem Fußballstadion eine denkbar ungünstige Umgebung ist, seinen eigenen Drang, schneller bedient zu werden, nachzukommen, ist wohl klar. Dennoch versuchte es der eine oder andere. Was lauthals aus der Schlange unterbunden wurde.

Nun war ich die Nächste. Oder ich wäre es gewesen.

Merkwürdigerweise drängelte sich genau in der Millisekunde, als ich den Schritt zum Tresen machen wollte, ein etwa 20-Jähriger aus der Gruppe etwas weiter hinter mir, erst neben, dann vor mich.

Ich bin ja nett und habe auch Erziehung erfahren. Also bat ich das Kerlchen: „Ähm, entschuldige bitte, aber ich denke, ich bin jetzt an der Reihe!“
Darauf erwiderte mir dieser Halbgewalkte: „Du hast mir gar nichts zu sagen, Du Bitch!“.
Öhm, das saß.
Da war ich kurzzeitig sprachlos und brauchte einen Moment der Besinnung. Wie bitte hat mich dieser Schlumpf gerade genannt? Bitch? Hallo? Darauf folgte ein Satz meinerseits, eine Reaktion seinerseits, die darin endete, dass der Kerl mir noch näher kam und sich vor mir aufstellte. Da hab‘ ich wirklich nicht schlecht geschaut. Was wollte er nun tun? Eine Frau schlagen? Seine Stärke mir gegenüber demonstrieren? Sich aufspielen gegenüber seinen Kumpels? Sich endlich mal groß fühlen?

Ich weiß es nicht und bin froh, es nicht erfahren zu haben. Die Männer um mich herum und auch seine Kumpels hielten ihn zurück, sodass die Situation nicht eskaliert ist, aber er ließ sich nur sehr schwer beruhigen. Das war dann aber nicht mehr mein Problem.

Ich bin so ruhig wir möglich – zumindest nach außen und den Kids gegenüber – zu meiner Gang gegangen und habe mich nicht weiter von seinem Brüllen einschüchtern lassen.

Aber jetzt mal ganz ehrlich! Was ist denn bitteschön los, wenn ein 20-Jähriger sich gegen eine Frau so dermaßen widerlich verhält? Wo bitteschön lass ich meine Kids aufwachsen? Muss ich die Wochen zählen, bis meine Großen mal was einstecken müssen, nur, weil irgendjemand schlecht geschlafen hat, sein Leben nicht unter Kontrolle hat oder sich ungerecht behandelt fühlt?

Leute! Reißt euch mal zusammen, seid nett zueinander und respektiert einander bitte etwas mehr!

Eure Yvonne, die weiterhin die Großstadt und Großsportveranstaltungen liebt.

Yvonne Petzke
About me

Berliner Mom of 3 * Sport (Marathon) * Reisen * Natur * Mode * Beauty * * Aktuelles und Persönliches über mich und mein Leben findet ihr auf Instagram unter @yvonne_tollabea

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