Meine innere grüne Stimme vs. Der Ruf der Bequemlichkeit


Nachdem Yvonnes Initiative zum plastikfreien Badezimmer so einen guten Anklang bei euch hatte (DANKE!!) hat mindfulsun einen weiteren Beitrag für euch, der auch mir ans Herz ging. Und der Beweis, dass Änderungen mit ganz kleinen Schritten voran gehen…

Hier schreibt unsere Kolumnistin mindfulsun:

Dies ist eine Geschichte von meiner grünen Stimme und dem Ruf der Bequemlichkeit.

Ähnlichkeiten mit euren Stimmen der Bequemlichkeit nicht ausgeschlossen. Es geht mir nicht darum, jemanden anzuprangern. Ich möchte zeigen, dass meine Bequemlichkeit früher manchmal stärker als der Wille zum Umweltschutz war. Dies anhand einiger Luxus Beispiele aus meinem Leben.

Ich wünsche mir von euch Kommentare, was ihr noch aus Bequemlichkeit beibehaltet und eigentlich doch ändern möchtet.

Vor einigen Jahren hauchte mir meine grüne Stimme ins Ohr: „Du trinkst doch eine ganze Menge Kaffee unterwegs. Muss das sein?“ Die Bequemlichkeit schrie natürlich sofort: „Ja, ich will das“!

Also beschloss ich, mir einen Bambus Coffee-to-go Becher anzuschaffen. Schließlich produzieren Coffe-to-go Becher ja Unmengen von Müll, das ist doch bekannt. Fortan war ich stolze Besitzerin meines Öko-Kaffeebechers. Wie das nun manchmal so ist, habe ich ihn auch mal zu Hause vergessen und dann stand ich beim Bäcker: „Kaffee bitte“!

Die grüne Stimme sagte: „Wo ist dein Becher? Du kannst doch jetzt nicht Kaffee kaufen und wieder Plastikmüll produzieren!“
Die Bequemlichkeit drängelte: „Ach, nur einmal! Das geht schon! Du hast doch einen Becher zu Hause, den nimmst du beim nächsten Mal wieder mit“. Die Bequemlichkeit gewann einige Male die Oberhand und ich trank doch wieder den Kaffee aus den schädlichen Plastikbechern.

Irgendwann allerdings war Schluss damit. Ich habe mich geschämt! Da habe ich diesen Bambusbecher, möchte etwas für die Umwelt tun, vergaß den Becher und trank trotzdem Kaffee. So nicht mehr!

Fazit: Kein Bambusbecher im Rucksack – kein Kaffee! Ganz einfach und daran halte ich mich nun.

Nun ist es ja so, wer viel Kaffee trinkt, frequentiert häufig die Toilette und nicht nur dann. Und das bedarf Toilettenpapier!

Die Bequemlichkeit mochte es weich am Popöchen und da war 4-lagiges Toilettenpapier natürlich verlockend! Die grüne Stimme intervenierte hier: „Sag mal, weißt du eigentlich, wie viel Papier du da ins Klo spülst?“ Nun gut, Recyclingpapier musste her und das natürlich 3-lagig. Und siehe da! Das Popöchen litt überhaupt nicht darunter und fortan gab es hier nichts anderes mehr.

Außer doch, in einem Jahr kaufte ich 3-lagiges Toilettenpapier mit Duft! Es war die Weihnachtszeit und irgendwie stieg mir wahrscheinlich die festliche Stimmung zu Kopf. Die grüne Stimme sinnierte: „Das sind Chemikalien, die in den Wasserkreislauf gelangen! Bist du wahnsinnig?

Meinst du, es kommt irgendwer auf der Straße auf dich zu und sagt: „Oh, Ihr Po riecht so zauberhaft, Toilettenpapier mit Weihnachtsduft“?
Nie wieder dieses Duftzeug.

Abgeschafft wurden auch die lustigen Kullern in der Toilette, die meiner Bequemlichkeit suggerierten: „Ah, die Toilette duftet jetzt so toll und Kalk wird entfernt und der Urinstein erst!“ Die Bequemlichkeit klatschte über viele Jahre in die Hände. Die grüne Stimme hatte da andere Fakten parat: „Dir ist klar, was du der Umwelt damit antust? Chemikalien ins Wasser und der Plastikmüll erst! Schwing einfach noch öfter die Bürste, mit einem umweltfreundlichen WC-Reiniger und fertig. Diese Kugeln brauchst du überhaupt nicht.“

Apropos weich, da war ja noch was – genau, der Wäschetrockner. Vor vielen Monden benutzte ich ihn noch für jegliche Wäsche.

Irgendwann erhob sich die grüne Stimme und einigte sich mit der Bequemlichkeit auf: Nur noch die Handtücher in den Trockner, da werden sie doch so schön weich!

Manchmal frage ich mich selbst, wie ich so dermaßen die Augen verschließen konnte. Halb grün und halb bequem, so wie es gerade passte. Auch der Wäschetrockner hat lange ausgedient. Die Bequemlichkeit schmollte noch eine Weile: „Aber ich möchte meine weichen Handtücher wieder!“ Die grüne Stimme blieb stärker und wozu gibt es Essig? Damit kann man wunderbar die Handtücher einweichen und die Fasern werden wieder locker. Ab mit den Handtüchern an die frische Luft, im Winter ordentlich ausschütteln und zack: weich. Natürlich nicht vergleichbar mit dem fluffigen Ergebnis aus dem Trockner. Der Stromverbrauch ist mir wichtiger.

Derzeit kämpfen meine grüne Stimme und die Bequemlichkeit zu einem weiteren Thema: Küchenrolle.

Ich habe mich belesen (Links am Ende vom Artikel), wie viel Papier hier verschwendet wird. Wofür? Ich entdecke gerade wieder Stofftücher und Lappen für mich.
Der jährliche Verbrauch von Hygienepapier in Deutschland – 18 kg pro Jahr, pro Person – den möchte ich nicht mehr mittragen. Das sind wertvolle Ressourcen, es geht auch anders.

Das waren jetzt kleine Luxusbeispiele aus meinem Leben – aus der Vergangenheit, aus Bequemlichkeit. Für jeden von euch gibt es sicher andere Beispiele.

Ja, ich lebe vegan, achte auf Plastik, Mikroplastik, kaufe Fairtrade etc. etc. Es war nicht immer so. Meine grüne Stimme wurde immer lauter und ich lerne jeden Tag dazu. Stück für Stück krempele ich alles um. Die Bequemlichkeit versucht mir ab und an noch zu suggerieren, was ich alles brauche. Ich lasse mich nicht mehr einlullen. Meine Werte lassen das nicht mehr zu. Derzeit steige ich auch von veganen, umweltfreundlichen Waschmitteln & Co. auf selbst herstellen um.

„Ach, es ist so lecker. Ach, es ist so schön weich. Aber du brauchst das doch!“
All diese Lockrufe meiner Bequemlichkeit landen im nirgendwo und das ist gut so.

In Sachen Umweltschutz zählt alles. Kleinigkeiten summieren sich, wie ihr den nachfolgenden Links entnehmen könnt.

Und die Bequemlichkeit spielt hier eine große Rolle, in meinen Augen!

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20130830-greenpeace-factsheet-toiletten-recyclingpapier.pdf

https://cleanupnetwork.com/news/nachhaltigkeit/warum-coffee-to-go-becher-schlecht-fuer-die-umwelt-sind-die-fakten/

https://www.evidero.de/nachhaltigkeit-auf-dem-klo

Eure

mindfulsun

P.S. von Béa: Auch ich habe was aus meiner Küche eliminiert: Frischhaltefolie. Ich habe Bienenwachstücher!
(Affiliate Link, also Werbung)

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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