Mut zum Glück. Mut zur Liebe – Eine wahre Geschichte


Als ich dieses Bild in der Facebook Community postete, ahnte ich nicht, welche bewegenden Geschichten ich erhalten würde.

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Viele haben kommentiert und daraus wird noch ein Blog-Post hier entstehen. Aber die bewegendste, beeindruckendste Geschichte möchte ich euch hier in großen Auszügen weitergeben, weil sie mich zu Tränen gerührt hat. Die Verfasserin möchte anonym bleiben, und ich bitte euch, das zu respektieren.

_____________

„Ich versuche Dir, meine Geschichte zu erzählen, auch wenn es mir nicht leicht fällt. Aber irgendwann müssen diese Demütigungen und dieser seelische Missbrauch einfach raus. Ich leide seit gut 20 Jahren darunter, auch wenn alles schon vor fast 30 Jahren begann. An eine Zeit davor kann ich mich nicht erinnern, es blieben nur die letzten 20 Jahre so richtig im Gedächtnis.

Meine Kindheit war geprägt von Ungerechtigkeiten, Verlassens- und Versagensängsten, Schlägen und Tritten und dem stetigen Willen, zu überleben. Dem Willen, einen Partner zu finden, bei dem alles besser wird.

Ich habe jetzt eine richtige Familie.

Zunächst möchte ich sagen, dass ich meinen Traummann gefunden habe. Seit über 13 Jahren sind wir glücklich, er nimmt mich und meine Geschichte, wie ich bin und hat mir oft geholfen, weiter zu leben. Er hat mich in jeder Hinsicht gerettet und ist, ich kann das wirklich aus tiefstem Herzen sagen, die Liebe meines Lebens, neben meinen Kindern der wichtigste Mensch für mich und niemand außer ihm und meinen Kindern sind mir wirklich mehr als mein Leben wert. Und auch meiner Schwiegermutter gilt meine Dankbarkeit. Denn sie hat mir gezeigt, dass es auch andere Mütter gibt. Mütter, die auch nicht alles richtig machen, aber dennoch Mütter sind.

Ich bin selbst nicht die perfekte Mutter.

Ich habe manche Eigenschaften übernommen, auf die ich nicht stolz bin. Ich werde schnell laut. Zu schnell. Aber ich arbeite daran und hoffe, dass meine Kinder mir diesen Fehler eines Tages verzeihen können. Dann, wenn ich bereit bin, ihre Illusion der netten Oma zu rauben, ihnen erzählen kann, wie ich aufwuchs.

Mein Leben begann mit einem schweren Start.

Ich bin das Kind zweier Beamter aus gut situiertem Hause, die Eltern mit Jobs auf Lebenszeit, gutem Einkommen, einem idyllischem Eigenheim, immer ein gutes Auto vor der Türe, oft auch zwei. Perfekte Bedingungen möchte man meinen. Aber der Schein trügt oft. Ich war zwar gewollt, ich sollte geliebt werden aber ich war schwer krank durch eine Infektion. Ich lag Monatelang im Krankenhaus, meine Eltern bangten um mich und meine Gesundheit, mein Vater pendelte zwischen meiner Mutter und mir, da es ihr auch nicht gut ging nach einem Not-Kaiserschnitt. Alle waren nach zahlreichen Tests erleichtert und froh, dass ich diese schwere Zeit nicht nur lebend, sondern unerklärlicher Weise auch unbeschadet überstanden habe. Es hätte alles gut werden können!

Aber: Aus Erzählungen weis ich, dass meine Mutter schon früh anfing, mich zu schlagen. Aus jedem Grund. Egal was. Aber wie ich oben schon erwähnte, ich weis es nicht mehr. Ich weis nur, dass ich seit je her immer das Bedürfnis habe, ihr alles recht zu machen. Bis heute.

Ich musste Gläubigkeit vorspielen.

Als dann für mich Rückblickend meine Erinnerung wieder mitspielt, war ich ca. 9 Jahre alt und ein Erstkommunionskind. Ich hatte noch nie eine große Begeisterung für Glauben, Gott war mir immer suspekt. Nur die Kinderbibel, die ich von meiner über alles geliebten Oma bekam, war mir wichtig. Aber es waren halt einfach Geschichten für mich – faszinierend und spannend, aber eben nur Geschichten…

Nun legte meine Mutter enormen Wert darauf, dass ich mit 9 Jahren genau weis, warum man zur Erstkommunion geht. Wegen Geschenken doch nicht! Also wurde mir eingedrillt, dass man ja dann zu Jesus gehört, usw. Ich habe nie meine Meinung sagen dürfen, hab aber gelernt, das zu sagen, was von mir erwartet wurde. Und das mit nur 9 Jahren. Also ging ich zur Kommunion, wurde gegen meinen Willen Ministrantin, wurde gefirmt und musste immer Gläubigkeit vorspielen, weil es so von mir erwartet wurde. Selbst als ich mit 17 am Vorabend eines wichtigen Feiertages lieber Feiern ging und einen richtig schönen Rausch hatte (Himmel war mir schlecht!), musste ich morgens um 6.00 Uhr aufstehen und den Kirchgang über mich ergehen lassen, weil meine Mutter es anscheinend cool fand, jedem Kirchgänger unter die Nase zu reiben, dass IHRE KINDER genau wissen, wie man sich verhält und zur Kirche erscheinen. Sie begriff nicht, dass alle ihr Getue affig fanden und ihr nach dem Motto „Lächeln ist auch eine Art die Zähne zu zeigen!“ begegneten.

Maul halten, ducken und überleben.

Nun könnte man sagen, das sei alles nicht so schlimm. Aber wenn man mit 17 keine Freiheit genießen darf, sich nicht entwickeln darf, Stiefellecker spielen muss, damit die eigene Mutter sich so protegieren kann, weil sie selbst einfach ein unwichtiges Lichtlein ist, dann empfinde ich das als schlimm. Das einschneidende Erlebnis im Bezug auf dieses religiöse Thema war aber, als ich eines Tages spontan über eine Scheidung wegen der fanatischen Religiosität des einen Partners eines befreundeten Paares sagte: „Da sieht man mal, was Religion und Kirche so anrichten können!“ Sie schrie mich an, wie dumm ich doch sei und ich soll mein Maul halten, so spricht man nicht über Gott. Aber wohl über das eigene Kind? Tja, das war mein Alltag. Maul halten, ducken und überleben.

Dieser Punkt war aber eigentlich der Geringste. Schlimmer waren dann die aggressiven Tiraden ab meinem ca. 12. oder 13. Lebensjahr. Ich habe versucht, mich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Vernünftig zu wehren. Gegenfragen zu stellen. Antworten zu erzwingen. Die Antworten erhielt ich: Ich wurde geschlagen. Ich wurde eine Hure (Warum auch immer, Sex hatte ich damals noch nicht, einen Freund auch nicht…), Dreckschlampe, Miststück, Gossenschnalle und weitaus Schlimmeres genannt. Ich wurde mit allen Schimpfwörtern betitelt, die man sich nur vorstellen kann. Ich wurde angebrüllt, man hätte mich „damals“ (also nach meiner Geburt) verrecken lassen sollen, das wäre besser gewesen.

Ich wurde schwer verprügelt.

Ich hatte oft Kopfschmerzen, nachdem ich Schuhe auf den Kopf bekam. Ich hatte schwere Kopfschmerzen, nachdem mir an den Haaren gerissen wurde. Ich hatte Rückenschmerzen, nachdem ich in Panik in mein Zimmer rennen wollte und die Treppe hochgestürzt bin. Ich hatte Hüftschmerzen, nachdem ich ins Becken getreten wurde. Mein Gesicht lies sie in Ruhe, man hätte ja was sehen können. Blaue Flecken konnte ich zum Glück oft verdecken, wenn nicht, habe ich mich immer irgendwo „gestoßen“. Das war aber selten der Fall. Ich hatte manche Tage richtig Angst, in die Küche zu gehen, wenn Sie da drin war, aus Angst, sie sticht mich mit einem Messer ab.

Mit 14 wollte ich mich umbringen. Freundschaft und Liebe haben mich gerettet.

Ich stand nach der Schule am Bahnsteig, wartete auf den ICE und wollte springen. Da war sie. Eine Freundin, die gleiches durchlitt und mich zurück zog. Eine Freundin, die mir sagte, wenn ich springe, bin ich feige. Ich muss durchhalten, mein Tag und meine Chance werden kommen. Und irgendwann gibt es auch für mich Gerechtigkeit. Ich musste es ihr versprechen und so schwer es mir fiel, ich hielt durch. Monat für Monat hielt ich durch. Und dann kam sie. Meine Chance auf Gerechtigkeit. Mein Mann kam in mein Leben. Und allein die Tatsache, dass er ihr intellektuell weit überlegen  und mir ebenbürtig war, war meine kleine Gerechtigkeit. Sie musste zusehen, wie ich mich in diesen Mann verliebte. Wie ein dahergelaufener Jungspund mir zeigte, wie schön das Leben sein kann, mich zurück ins Leben holte, meinem Leben einen Sinn gab und mich einfach nur – liebte. Bedingungslos liebte.

Mein Vater hat nicht geholfen.

Ich hatte vorher niemanden, dem ich hätte vertrauen können. Ich habe meinen Vater immer aus seiner Pflicht geredet, dass er mir hätte helfen müssen. Warum schreibe ich hier nicht. Heute sehe ich ihn in diesem Punkt als Schlappschwanz. Der aus Angst, mit den durch IHRE Darstellungssucht und Unfähigkeit verursachten Schulden alleine da zu stehen, den Mund gehalten hat. Mich nicht geschützt hat. Und diese Erkenntnis erreichte ich erst vor kurzem. Als ich einen Albtraum hatte, wie nie zuvor. Sie hat mich in diesem Traum verprügelt und ich habe mich nicht gewehrt. Ich lag schwerverletzt am Boden und habe auf meinen Tod gewartet. Wie damals immer. Der Unterschied war, ich war in meinem Traum so alt wie heute, hatte auch schon meine Kinder, meinen Mann. Und ich habe vor ihr schon wieder kapituliert. Ich habe mich verprügeln lassen. Totprügeln lassen. Vor meinen Kindern. Erst da habe ich gemerkt, was sie mir wirklich angetan hat.

Ich schaffe es nicht, mich vollends loszusagen.

Und das Schlimmste? Nein, das Schlimmste ist nicht, dass sie es nicht einmal merkt, dass ich und auch meine Familie sich von ihr distanzieren. Das Schlimmste ist, dass ICH nicht den Absprung schaffe. Den Kontakt zwar einschränke, aber nicht abbreche, obwohl ich es bräuchte. Dass ich es nicht schaffe, IHR, trotz ihrer Unwilligkeit, sich ihr Versagen anzuhören, all das hier (und noch viel mehr) zu sagen. Weil sie es nicht hören will. Weil sie entweder auflegt oder mich rausschmeißt. Und am Ende ihre Schuld nicht einsieht. Sondern mich verantwortlich macht.

Was mein Leben bis zu meinem Auszug mit meinem Leben heute, 9 Jahre danach, zu tun hat? Ich habe oft Tage, an denen ich Panik habe, dass mein Mann mir wegen irgendetwas böse ist. Dass ich etwas falsch gemacht habe. Eine enorme innere Anspannung verspüre, die ich nicht begründen kann. Dass ich sehr oft Panik habe, dass mein Mann mich verlässt, weil ich seine Liebe nicht wert bin. So wurde es mir zwei Jahrzehnte eingetrichtert. Ich bin nichts wert. Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden. Ich gehöre in die Gosse. Ich hätte nach meiner Geburt verrecken sollen. Ich bin eine Hure, eine Schlampe. Ich bin ein asoziales Miststück. ICH BIN NICHTS WERT.

Heute lerne ich nach und nach, Stück für Stück: ICH BIN ETWAS WERT.

Ich verdiene Liebe. Die Liebe meines Mannes, die Liebe meiner Kinder. Und DAS, diese Liebe meiner eigenen Familie, hat mich am Leben gehalten. So viele Jahre. Und sie erscheint mir jeden Tag aufs Neue wie ein Wunder. Vor allem die Liebe meiner Kinder. Ehrliche Liebe. Keine Liebe, die auf Ängsten begründet ist.

Ich bin keine perfekte Mutter. Aber ich bin Mutter.

Mutter meiner bezaubernden Kinder, die ich bedingungslos liebe, die nicht getauft sind und wissen, dass Gott nicht existiert. Nicht für uns. Kinder, die ohne psychische und physische Gewalt aufwachsen. Die sich bedingungslos auf uns verlassen können und für die ich sterben würde. Und ich bin Frau. Ehefrau meines Mannes. Des besten und liebevollsten Mannes der Welt. Mit dem ich durch Höhen und Tiefen ging. Der mich bedingungslos durchs Leben begleitet, mich liebt, achtet und ehrt, bis dass der Tod uns scheidet.

Liebe Bea, ich hoffe, ich habe alles nicht zu verwirrend geschrieben. Aber ich sitze hier gerade heulend und kann nicht fassen, dass das alles passiert ist. Dass ich nie den Mut hatte, mich zu wehren. Und ich kann es nicht fassen, dass ich so ein Glück mit meiner wunderbaren Familie – Mann und Kinder – habe.“

__________

Liebe liebesverdienende anonyme und nicht perfekte Mutter! Ich bewundere deine Stärke, deinen Mut und bedanke mich über so viel Vertrauen, dies hier mit uns zu teilen. Ich bitte alle, die hier oder in den Social Media kommentieren, um Respekt. Ihr Lieben, ich glaube, das ist möglich!

Eure Béa – Tollabea

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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30 Kommentare

Meike
Antworten 11. Juli 2015

Ohne Worte- ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft und bitte, geben Sie niemals auf. Sie sind es wert, ein schönes Leben zu leben!

Denise
Antworten 11. Juli 2015

Ich musste einige Male stark schlucken. Ich möchte gar nicht wissen, wie schlimm ihre Zeit, ihre Kindheit, gewesen sein muss und auch jetzt noch die Zeit. Ich bewundere ihre Stärke und es ist schön, dass sie einen so tollen Mann hat, auf den sie bauen kann und der für sie da ist und sie ist ganz sicher eine fabelhafte Mutter. Alles Gute weiterhin!!!!

Anja
Antworten 11. Juli 2015

Hallo,
Puh musste mich nach dem lesen erst mal sammeln....
Ich habe Ähnliches erlebt, zwar ohne Schläge, aber seelisches verletzen...
Hatte zum Glück die großartigsten Großeltern die mich aufgefangen haben.

Um auf den Punkt zu kommen, ich habe zu meinem "Vater" vor gut 8 Jahren jeglichen Kontakt abgebrochen und ihm einen sehr langen Brief geschrieben und zu meiner "Mutter" vor 5 1/2 Jahren den Kontakt abgebrochen und auch ihr einen langen Brief geschrieben! In beiden Briefen habe ich mir alles von der Seele geschrieben ohne auch nur das kleinste auszulassen!
Es tat gut!
Auch der Kontakt Abbruch.
Es gibt Momente wo es weh tut, wie zum Beispiel die Geburt, die Hochzeit, schwere und schöne Zeiten, Zeiten wo man seine "Eltern" braucht.....
Meine Großeltern waren immer mehr meine echten Eltern, leider leben sie nicht mehr....
Für meinen Sohn tut es mir auch leid keine Großeltern zu haben... Aber meine "Eltern" wären genau so schlechte Großeltern wie sie Eltern waren!!!!

Für mich gilt eins, sie waren mir in einer Hinsicht Vorbilder, und zwar wie ich es nicht mache!!!

    beabeste
    Antworten 13. Juli 2015

    Das ist wahrscheinlich die einzig richtige Entscheidung, liebe Anja! Ganz viel Kraft dir. Ich habe meine Eltern früh verloren, mit 12 und 15, und vermisse sie auch, aber anders - wahrscheinlich wie du deine Großeltern.

A.
Antworten 11. Juli 2015

Reden. ..oder schreiben. ..ist manchmal das einzige das wirklich hilft. Auch mir ist alles so passiert-bis auf die Schläge.....aber auch die psychische Folter macht einen kaputt ...KANN einen kaputt machen. Ich war kurz davor. Auch ich hatte durch meinen damaligen Freund wieder ins Leben gefunden. Den Kontakt zu meiner Mutter konnte ich nie abbrechen. .irgendwie wollte ich ihr immer beweisen dass ich doch toll bin, dass aus der Versagerin doch was wird. Sie hat all meine Bemühungen mit Füssen getreten. Dann war ich schwanger. Und meine Mutter tot. Selbstmord. Erst war ich so traurig dass sie meine wundervolle Tochter nie kennen lernt -aber jetzt denke ich oft dass es gut so war. Sie hat mir meine Entscheidung; den Kontakt abzubrechen abgenommen. Und 8 Jahre später kann ich offen und ehrlich sagen: ich bin bereit. Meine Vergangenheit ist eine Geschichte; ein Buch aus dem ich lese. Das mich berührt. Aber sie tut nicht mehr weh. Alles alles liebe an die Verfasserin ...alles wird tatsächlich gut. Manchmal nur wenn man abschließen kann.

    beabeste
    Antworten 13. Juli 2015

    Liebe A. - Danke dir, dass du diese Gedanken hier aufgeschrieben hast! Es ist gut, dass du das überwinden konntest. Alles Liebe... und ganz viele Liebe!... für dich und deine Familie.

Ella
Antworten 11. Juli 2015

Liebe unbekannte Mutter,
ich habe Deine Geschichte gelesen und sie macht mich wütend, unfassbar traurig und komplett ratlos - wie kann man einem, SEINEM Kind nur soetwas antun? Wie gestört miss eine Person sein, um sowas zu tun?
Ich bin ein gläubiger Mensch und aktives Mitglied einer evangelischen Gemeinde. Meine Kinder sind getauft, haben wunderbare Paten und dürfen mit in die Kirche, wenn sie möchten. Nie käme ich auf die Idee, sie zu irgendwas zu zwingen. Ich habe mich dafür entschieden, zu glauben und wenn sie alt genug sind, werden sie ihre Entscheidung treffen.
Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen alles Gute und deiner Mutter eine große Portion Einsicht.
Liebe Grüße und Gottes reichen Segen!

T.
Antworten 12. Juli 2015

Hi , auch ich muss mich gerade erstmal sammeln . Ich habe in meiner Kindheit ähnilches durch gemacht die Beschimpfungen und schläge , die schmerzen und ängste . Meine Mutter wollte sich auch oft umbringen. zm teil mit uns . sie hat und tut es immernoch. alkohol getrunken lag im eigenen Urin ,der Gedanke daran eckelt mich immernoch an. Die gedanken es endlich hinter sich zuhaben und gleich nicht mehr auf der Welt zu sein. Ich bin im Grundschulalter von Garagendächern , Klettergerüstdächern usw gesprungen in der Hoffnung davon zu fliegen in eine andere bessere Welt . Das gefühl nichts wert zu sein fürte zu Mobing in der Schule mein Selbstwertgefühl war bei null, ich habe vor Arbeiten gebrochen aus angst vor dem ergebniss , sie drohte mir mich bei einer schlechten Note etwas an zu tun . Ich hatte bereits als Kind Panikatacken , war ein Ausenseiter , lebte in meiner eigenen Welt . Später wollte ich nur von zu Hause weg , an meinem 18 Geb. zog ich zu meinem damaligen Freund dort wurde ich von deren Vater beim schlafen beobachtet , er versuchte mich zu Vergew. ich zog aus wieder in die Hölle lernte wieder jemanden neuen kennen auvh mit ihm zog ich schnell zusammen ich gab meinen Traumberuf auf wollte Geld verdienen . Leider zog ich in die nächste Hölle ich lebte 7 Jahre mit einem Menschen zusammen der mich schlug . Ich dachte ich könne ihn ändern aber es ging nicht . Ich wurde von ihm schwanger musste ihn heiraten . Ich habe mir oft gewünst mein Kind zu verlieren er sollte nicht so leben wie ich . Doch er gab mir die kraft endlich das Band zu durchtennen ich bin ins Frauehaus gegangen habe in der Zeit mein Glück gefunden ein Mann der jetzt seit sieben Jahre für mich da ist , mir hilf und mich liebt . Auch ich habe angst ihn zu verlieren schlucke dinge runter , wenn er mal schlechte laune hat und ruhe brauch denke ich immer gleich das es meine schuld sei , schimpft er über etwas zucke ich oft zusammen aus angst geschlagen zu werden , ich weis er würde das nie tun aber die angst sitzt tief . Ich habe immer angst das mich andere für dumm halten , mich nicht mögen , denken ich sei zu dick ( das bekahm ich ständig von meiner Mutter beim essen zu hören bei damal 167 und 45 kg) vor allem auf der Arbeit geht es mir so . Ich kann mich auch nicht von meiner Mutter trennen iegendwas hält mich dort . Mein Vater half mir auch nicht , er wusste vieles nicht . Ich weiß wie sie sich fühlt . Ich bin endlich glücklich habe zwei tolke Jungs , die ich über alles liebe und einen tollen Mann und tolle Schwiegereltern wo auch nich alkes perfekt ist ich aber gelernt habe was es heißt eine normale Familie zu haben . So wie ich es immer wollte und auch ich bin nicht perfeckt ich werde auch schnell laut aber abeite drann und bekomme es immer besser in den Griff hoffe mein Jungs verstehen es irgendwann und können mir verzeien . Hoffe es war nich zu viel und zu verwirrend . Es idt einfach sehr viel , womit man klar kommen muss .

    beabeste
    Antworten 13. Juli 2015

    Ich bin auch wieder gerührt, dass du diese Geschichte mit mir und den Lesern hier teilst. Danke dir - und ganz ganz ganz viel Kraft! Liebe Grüße, Béa

Reni von Mamis Blog
Antworten 13. Juli 2015

Was für eine traurige Geschichte. Danke, dass Du auf diesem Blog auch solche Geschichten veröffentlichst - es ist so wichtig für die Betroffenen, sich das von der Seele zu schreiben und für alle, sich so etwas bewusst zu machen, um nicht genauso zu handeln.
Es bringt mich zum Nachdenken, denn ich war auch von Gewalt und emotionaler Härte betroffen in der Kindheit. Wir hatten es nicht leicht, aber meine Mutter auch nicht - und das war auch immer nach außen zu sehen. Sie hat nie verlangt, etwas zu verheimlichen sondern hat zu ihren Schwächen gestanden. Das macht sie zu einem Menschen - eben mit Stärken und Schwächen, und ich glaube, dass genau das auch geholfen hat, dass wir sie heute noch ernst nehmen und so lieben wie sie ist - trotz aller Probleme, die wir früher hatten.
Was den Glauben betrifft, so verlange ich nicht, dass mein Kind glaubt. Wenn sie sich später entscheidet, nicht zu glauben, dann ist das ok. Aber ich erzähle ihr von Gott und von den Geschichten aus der Bibel, weil ich selbst glaube und viel mit Kirche verbinde. Ich engagiere mich dort und habe mich immer in meiner Kindheit und heute dort in guter Gemeinschaft gefühlt. Wenn mein Kind es möchte, dann soll es das auch erleben. Und wenn nicht, dann werde ich es akzeptieren - weil ich möchte, dass sie eigene Entscheidungen trifft.
Danke für diesen Text und die Anregung zum Nachdenken.

beabeste
Antworten 15. Juli 2015

Ihr Lieben, das darf ich euch allen von unserer anonymen Schreiberin weitergeben: ich bin völlig von der Rolle, was da passiert. So viele Kommentare, so viele mit dem gleichen Schicksal. So viele Menschen, die mir gezeigt haben, dass nicht nur ich nie mitreden kann, wenn andere von der engen Beziehung zur Mutter erzählen, von Abenteuern mit ihr. Mit geht es seit Freitag so gut, ich hätte nie gedacht, dass so ein einfacher Brief/Mail so viel loslösen kann. Ich habe nicht gut geschlafen, weil ich viel geträumt habe, aber ich war nicht mehr hilflos. Und das tut so gut! Ich bin in Gedanken bei all den starken Mamas, die ihr Leben lieben und auf die Liebe und Sicherheit ihrer eigenen Familie bauen können, die es geschafft haben, dem Teufelskreis zu entkommen! Das sind alles so tolle Frauen mit tollen Familien!!!

KW
Antworten 30. Juli 2015

Ich habe leider auch ähnliches erlebt (ohne die Rolle der Religion) und meine Mutter sieht bis heute ihre Schuld nicht ein. Ich werde auch schnell zu laut bei meiner Kleinen, das tut mir dann immer so leid, aber ich habe auch einen Mann, der mich bedingungslos liebt und der mir immer wieder sagt: Du bist eine gute Mutter! Denn ich habe auch Angst, dass ich mehr in ihre Richtung schlagen könnte, dass mir die Hand ausrutscht,... Ich hoffe meine Liebe zu meinem Kind kann mich davor bewahren und ich wünsche Dir alles Liebe und uns ein schönes, gewaltfreies Leben - denn das haben wir verdient!!!

Tina
Antworten 30. Juli 2015

vieles kam mir bekannt vor, besonders die Ängste und Gefühle, nichts wert zu sein, die aus der Kindheit rühren.Der Artikel rührt mich zu Tränen!

Eva
Antworten 19. Mai 2016

...auch ich kenne das. Genau. So.
Diese Tage, an denen einfach Panik da ist, dass das Leben einen bestraft. Für die Art wie man sich benimmt, wie man denkt, weil man IST.
Ich habe leider keine Großeltern gehabt, keinen Mann gefunden, der mich bedingungslos liebt, eine Zwillingsschwester verloren.
Dennoch ist das Leben schön! Das kann ich heute, mehr als 30 Jahre später sagen. Und darauf bin ich stolz. Wenn auch ich oft Sehnsucht nach einem "heilen" Leben habe. Ich habe soviel Potential einfach nicht entwickelt, weil ich gar nicht wusste, dass ich es habe. Eine Schande eigentlich.
Alles Liebe an alle, denen es ähnlich geht :-*

    beabeste
    Antworten 20. Mai 2016

    Wie schön, dass du so für dich sagen kannst! Alles Liebe, aus ganzem Herzen, liebe Eva!

Babette
Antworten 19. Mai 2016

Mein tiefster Respekt vor so viel Offenheit!

Nadja
Antworten 19. Mai 2016

Auch wenn der Eintrag schon einige Tage alt ist, möchte ich hier antworten.
Ich habe seit mittlerweile fast 8 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. Abgesehen von einem Besuch im Krankenhaus vor 3 Jahren, als es hieß, sie würde an Leberzhirrose sterben (selbst verursacht, weil sie trank). Sie sieht ihre Fehler nicht ein, hat keine Entschuldigung übrig und tut so als wäre nie was gewesen, wenn sie versucht, Kontakt aufzunehmen. Mir haben meine Großeltern (ihre Eltern) sehr geholfen und tun es auch heute.
Mein Mann akzeptiert, dass er nie eine Schwiegermutter haben wird und ich hoffe, ich kann eines Tages meiner Tochter (die am selben Tag geboren wurde wie meine Mutter) erklären, weshalb ich ihre Großmutter aus unserem Leben ausschließe. Ich verwende all meine Kräfte darauf, eine bestärkende, vertrauenswürdige, geduldige und liebevolle Mama zu sein, mein Kind keine Gewalt spüren zu lassen und ihr immer ein angstfreies Zuhause zu geben.

    beabeste
    Antworten 20. Mai 2016

    Lieben Dank für diese Erfahrung. Ich glaube, es hilft sehr vielen, zu merken, dass auch andere solches erlebt haben - und dass sie selbst nicht das Verhalten ihrer Eltern replizieren müssen, sondern liebevoll mit den eigenen Kindern umgehen können!

Löffelbande
Antworten 19. Mai 2016

Es ist so traurig, dass es solche Mütter gibt. Ich hab leider auch eine solche Mutter gehabt. Bei uns spielte die Relegion zwar keine Rolle, aber sonst sind unsere Leiden sehr ähnlich.
Es gibt einige Webseiten, die weiterhelfen und mir die Augen geöffnet haben.
Ich hab den Kontakt abgebrochen, seitdem geht es mir besser. Aber andere haben selten Verständnis für diesen Schritt, oft kommt die Aussage: "Sie ist doch Mutter". Solche Frauen sind aber keine liebenden Mütter, sie sind krank.
Lieber keine Mutter als eine, die das Leben ihres Kindes zerstören will.

Es hilft ungemein zu wissen, wir sind nicht allein!

    beabeste
    Antworten 20. Mai 2016

    Oh ja, das habe ich gerade bei dem anderen Kommentar geschrieben - vielen Dank, dass du mit diesem Kommentar dies bekräftigst! Zu wissen, dass auch andere dies im Leben als Thema haben, hilft den Betroffen.

Chrissy
Antworten 19. Mai 2016

Ich bin so froh, dass die Verfasserin des Textes ihren Mann gefunden hat. Ich versuche, für meinen Mann dasselbe zu sein. Auch wenn es bei ihm "nur" emotional war und Worte wie "wertlos" etc nicht (direkt) gefallen sind, ist er doch bei einer Frau aufgewachsen, die sich selbst die Nächste war. Und die Übernächste. Und überhaupt, nur sie ist wichtig. Sein Vater hat kein Rückgrat, ist ein feiger, mieser Sack, der sein Kind bei der gestörten Mutter allein gelassen hat, die sich dem Suff ergab, nachdem auch der letzte Mensch herausfand, dass für sie alle nur Statisten in ihrem Drama sind. Mein Mann hat von klein auf gelernt, den Mund zu halten und sich dem Willen anderer zu übergeben, da seine Meinung nicht zählte und sein Wille schon gar nicht... ein Studium kam nicht in Frage, also machte er eine Ausbildung, um seine Mutter finanziell zu unterstützen.(nicht, dass sie keinen Unterhalt kriegte...)

Selbst heute noch unterstützt er seine Mutter monatlich mit viel Geld und Zeit. Und ich liebe ihn trotzdem und bin für ihn da. Am Anfang war es sehr schwer. Er wollte mir alles recht machen, sprang wenn ich pfiff (oder gepfiffen hätte) und tat einfach a l l e s. Nach inzwischen 4 Jahren habe ich ihm endlich beigebracht, es nicht immer allen recht machen zu wollen(ja, auch mir nicht!). Es klappt inzwischen oft, da er in meiner Familie den Halt gefunden hat, den er vorher vermisste. Er ist ein toller Vater geworden. Und seine Mutter habe ich selbst in die Schranken gewiesen. Ich bin im 6. Monat schwanger und zornesrot auf das Biest los. Ich habe sie angebrüllt und aus unserer Wohnung geworfen, und es tut mir nicht mal leid. Wer (s)einem Kind solche Dinge antut, emotional, körperlich oder beides, der gehört für mich in die Hölle. Und da hilft mir mein Glaube an Gott, auch wenn die Verfasserin ihn nicht teilen mag (Jedem das Seine). Ich muß aber einfach dran glauben, dass solche Menschen irgendwann die Quittung für ihr Tun bekommen. Denn auf Erden bekommen schlechte Menschen dies einfach viel zu selten.

    beabeste
    Antworten 20. Mai 2016

    Liebe Chrissy, wie schön, dass du so verständnisvoll mit deinem Mann umgehst - das ist richtig groß! Großherzig, und weise! Danke, dass du dieses Kommentar hinterlassen hat - ich weiß, dass viele betroffene Menschen hier lesen und es gibt ihnen Kraft.

Irene
Antworten 19. Mai 2016

Gott gibt es, aber nicht so wie es vorgelebt wurde. Er existiert überall und liebt uns Kinder, seine Kinder so wie wir sind. Wir machen nicht´s falsch........ALLES absolut ALLES ist richtig! Weißt DU, Menschen fügen uns Schmerzen zu damit wir lernen. Dein Selbstwertgefühl wurde dir genommen. Warum? Damit DU stärker wirst und damit du DICH, den einzig wichtigen Schritt, LIEBEN lernst! Das hast du bereits geschafft! Du hast den Sinn des Lebens, deine Lebensaufgabe verstanden! Ich wünsche DIR ganz ganz viel Kraft! LICHT UND LIEBE für DICH.

    beabeste
    Antworten 20. Mai 2016

    Lieben Dank Irene! Auch wenn man nicht an Gott glaubt, kann man aus dieser Logik Kraft ziehen - da bin ich überzeugt.

Sternchen
Antworten 20. Mai 2016

Liebe Unbekannte!
Deine Zeilen gehen tief. Ich kenne deine Geschichte, denn sie ähnelt der meinen, auch ich habe "durchgehalten", auch ich denke noch heute, ich bin mein Glück nicht wert. Meine zauberhaften, lieben und glücklichen Kinder, mein wunderbarer Mann...womit habe ich das verdient? Diese Frage stelle ich mir oft, doch immer weniger. Die Zeit heilt die Wunden, Narben bleiben jedoch immer. Loslassen muss man lernen. Uns wurde großes Unrecht getan und wir haben verdammt nochmal das Recht jetzt endlich glücklich zu sein und zu bleiben!
In Gedanken bei dir, weiterhin viel Kraft.
Sternchen

Andreas
Antworten 21. Mai 2016

Sehr schön geschrieben. Das geht richtig unter die Haut! Ich bin auch so glücklich meine Frau gefunden zu haben, die mir meine zwei wundervollen Kinder geschenkt hat. Alles Gute!!!

InesPego
Antworten 1. März 2017

Hi

Die Verfasserin vom Beitrag hat meinen Respekt :). Weiterhin viel Kraft und Glück im Leben für dich.

Meine Kindheit war so mittendrin. Bei meiner Oma hab ich mich seehr wohl gefühlt,wenn ich bei ihr war. Leider lebt sie nicht mehr :/.. Ich wurde von meinen Eltern auch geschlagen. Hatte ein paar Mal sogar Nasenbluten und einmal sogar fast ne Gehirnerschütterung. Was ich sehr ungerecht (finde kein anderes Wort dafür) finde: ich durfte Jahrelang meine Oma nicht mehr sehen,weil mein Vater gemeint hat,sich mit meiner Oma streiten zu müssen. Ich war nicht mal daran schuld.. Bin auch Jetz mit 20 sehr ungern daheim,fühl mich hier nicht wohl.

Lg :)

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