Nein, ich feiere kein Ostern! Kinder ohne christlichen Hintergrund brauchen kein Mitleid, wenn sie nicht feiern!


In diesem Beitrag möchte ich euch eins mitgeben: Kinder ohne christlichen Hintergrund brauchen kein Mitleid, wenn sie nicht Ostern oder sonstige christliche Feste feiern!

Als Kind wurde ich ständig mit denselben Fragen konfrontiert: Was? Du feierst kein Ostern oder Weihnachten? Was? Du hast keine Geschenke bekommen? Was? Ihr seid nicht Eier suchen gegangen oder habt einen Weihnachtsbaum aufgestellt? Du hast nie den Zauber erlebt, an den Weihnachtsmann zu glauben?


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Die Antwort war immer ein nein. Das Nein hatte es jedoch in sich, denn daraufhin wurde ich mit mitleidigen Blicken überschüttet – nicht überhäuft, überschüttet! Mir war es immer sehr unangenehm, dass eine riesige Sache daraus gemacht wurde.

Nicht alle Menschen auf der Welt haben einen christlichen Hintergrund.

Und das ist völlig okay. Man sollte meinen, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen trotzdem Miteinanderleben könnten. Das, was für die einen die Norm ist, bedeutet aber nicht, dass es das auch für die anderen ist.

Mit hat Weihnachten und Ostern nie gefehlt.

Ich garantiere euch, dass es etliche muslimische Feste gibt, bei denen ich mit diversen Geschenken und Deko im Haus nicht zu kurz gekommen bin. Auch dort kleiden wir uns festlich, richten ein aufwändig Mahl an, lassen Musik im Haus erklingen und beschenken uns gegenseitig. Im Grunde ist das doch fast dasselbe wie an Ostern, oder?

Es hat mir erst dann gefehlt, als ich bemitleidet wurde.

In der Grundschule gab es natürlich großes Basteln an christlichen Festen wie Ostern, Sankt Martin und Weihnachten. Mir hat das alles riesigen Spaß gemacht und ich habe viele gebastelte Werke in mein Zimmer gehangen. Aber wenn wir uns nach den Feiertagen wiedersahen und uns gegenseitig über die schöne Zeit austauschten, konnte ich nicht groß mitreden. Und dann warfen sie mir diesen traurigen Blick zu. Selten war er abfällig, oder gemein gemeint. Ihr Blick war viel schlimmer: mitleidig. Und obwohl mir nichts gefehlt hatte, wurde ich erst dann traurig, weil ich das Gefühl bekam, etwas ganz Großes zu verpassen.


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Das Ende von dem Lied war, dass ich irgendwann doch Weihnachten feierte.

Ich ärgerte mich darüber, dass ich das Pech hatte, nicht in einer christlichen Familie aufgewachsen zu sein. Mein Papa (eigentlich ein Atheist) schlug dann irgendwann vor, an Heilig Abend zu dritt mit meiner Schwester und mir etwas Nettes zu kochen und sich kleine Geschenke zu machen. Irgendwann gab es sogar einen Weihnachtbaum auf Plastik, den wir jedes Jahr wieder aufstellten. Mir ging es nicht um den religiösen Teil, sondern um das Fest an sich – Essen, Geschenke, Weihnachtsbaum.

Seitdem mochte ich unsere eigene Kreation von Weihnachten, die zwar sehr unchristlich, aber nicht weniger schön war. Ostern und anderes feierten wir trotzdem nicht, weil es mir einfach nicht fehlte – höchstens dann, wenn ich bemitleidet wurde.

Redet mit euren Kindern über andere Kulturen und Traditionen.

Kinder können nichts dafür, wenn sie Mitleid für andere empfinden. Es ist ja auch süß, dass sie es tun. Aber ihnen ist gar nicht bewusst, dass sie ihrem Gegenüber damit unbewusst schaden können. In meinem Fall habe ich mich jedes Mal anders gefühlt, wie eine Außenseiterin, die all diese tolle Sachen nicht haben kann, weil meine Eltern nun mal nicht Teil dieser religiösen Vorstellungen sind.

Ich weiß, dass wir hier in Deutschland bis auf das Christentum nur grob von anderen Kulturen und Religionen erfahren, aber ich würde mir wünschen, dass Eltern ihre Kinder beiseite nehmen und ihnen erklären könnten, dass der/die eine muslimische, jüdische, buddhistische (…) Klassenkamerad/in kein Ostern etc. feiert, weil es ganz andere tolle Feste hat. Ihr könnt ihnen sagen, dass es gar nicht schlimm ist, dass sie keine Ostereier suchen gehen oder keinen Weihnachtsbaum haben. Sagt ihnen, dass es keinen Grund gibt sie dafür auszulachen oder zu bemitleiden. Denn sie sind nicht weniger wert als wir.

Kinder ohne christlichen Hintergrund brauchen kein Mitleid, wenn sie nicht Ostern oder sonstige christliche Feste feiern!

Liebe Grüße,

Mounia

 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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2 Kommentare

Frederica
Antworten 27. März 2021

Ostereiersuchen bzw. Osternfeiern darf und kann eigentlich jeder. Die meisten Familien, die Schokoeier verstecken, einen Hefezopf zum Frühstück essen, Blumen auf den Tisch stellen, Eier färben oder bunte gekaufte Eier auf den Tisch stellen, tun das ja gar nicht aus christlicher Tradition heraus (die es doch auch in dieser Form gar nicht gibt - es gibt keiner Eiersuche in der Bibel), sondern mehr so als Frühlings- und Kinderfest.
Abgesehen von Geschenken, die einige Kinder noch bekommen, handelt es sich rein um ein meist größeres Frühstück und eine Sü0igkeitensuche im Garten oder Haus, oft gefolgt von einem Frühlingsspaziergang mit dem Großeltern oder auswärtigem Essen. Das kann jeder, das hat gar keinen religiösen Aspekt und eine Eiersuche für Kinder mit gekauften Schokoeiern ist auch nicht teuer.
Fragt man Kinder, was sie da gefeiert haben, wird man Worte wie Osterhase hören, von Jesus wird man meist wenig bis nichts hören.
Insofern würde ich nicht sagen, dass Ostern, so wie es hier meist gefeiert wird, für die meisten Kinder ein religiöses Fest ist.
Ich glaube auch nicht, dass es für viele aufgrund ihrer Religion verboten ist (außer für Zeugen Yehovas). Einfach rausgehen und Schokoeier verstecken/ suchen darf jeder.
Die Mitschüler waren ja auch nicht mitleidig, weil Sie kein religiöses Fest gefeiert haben, sondern weil Sie keine Süßigkeiten bekamen und keinen Spaß draußen beim Suchen hatten.
Alle Ostertraditionen (außer Gottesdiensten) stammen doch eher aus dem Volkstum, aus dem "Heidentum" (Hase als Fruchtbarkeitssymbol) oder ergebne sich schlicht aus der Jahreszeit (Hühnereier sind verfügbar, es wird warm, man kann rausgehen, Blumen beginnen zu blühen).
Daran kann jeder teilhaben, dafür muss man überhaupt nichts glauben (außer vielleicht als Kind, dass der Hase die Eier bringt ^^).

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