Schlechtes Gewissen? Ich pfeif auf dich! Selbstvorwürfe sollten niemandes Nerven rauben


Wenn es eines gibt, das einem sämtliche Nerven raubt und den eigenen Selbstwert runterzieht, dann ist das das schlechte Gewissen. Doch inzwischen versuche ich darauf zu pfeifen, denn Selbstvorwürfe rauben mir die letzten Nerven!

Das gute alte schlechte Gewissen.

Vielleicht erinnert ihr euch an den Beitrag Das Schlechte Gewissen und Schuldgefühle als Eltern über Bord werfen!, in dem Béa über die Schuldgefühle der Eltern spricht, weil sie oft von allen Ecken und Kanten hören, wie die Kindererziehung besser zu machen ist usw. Sie hat euch dort bereits aufgezeigt, wie viel Macht das schlechte Gewissen hat. Ich möchte hier mal in bisschen mehr in die Tiefe gehen und euch mal erklären, warum das schlechtes Gewissen ein Synonym für Selbstvorwurf für mich ist und wie ich versuche darauf zu pfeifen.

Aber versteht mich bitte nicht falsch! Ich finde die Funktion des (schlechten) Gewissens unheimlich wichtig und sinnvoll. Es erinnert uns an unsere aufgesetzten Grenzen und macht uns menschlich. Allerdings sollte es nicht überhand greifen und uns die Lebensqualität stehlen.

Ich habe oft ein schlechtes Gewissen.

Und das hängt fast immer damit zusammen, dass ich mir zu viele Gedanken um andere mache und zu wenige um mich. Zum Beispiel, wenn ich Menschen zu meinem Geburtstag einlade, die ich eigentlich gar nicht dabeihaben will, aber mich zu schuldig fühle, wenn sie als einzige nicht dabei sind. Oder aber, wenn ich „Nein!“ sage, obwohl alle ein „Ja!“ erwarten.

Dieses schlechte Gewissen geht sogar so weit, dass ich bei meiner potenziellen Hochzeit (die noch nicht einmal in Aussicht ist!!!) niemanden einladen möchte. Denn bei der Rede vom „engsten Familienkreis“ kommen mindesten 200 Menschen zusammen – mütterlicherseits! Väterlicherseits habe ich noch keine Liste erstellt. Genauso der Freundeskreis! Meine besten Freunde bestehen aus 4, 5 Leuten. Doch was ist mit denen aus meiner Grundschule? Und ich muss doch auch die einladen, die mich eingeladen haben? Ihr seht schon, ich bin verrückt, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich eine Liste der Gäste für meine nicht stattfindende Hochzeit plane…:D

Aber so bin ich nun mal, ich möchte niemanden enttäuschen oder auf den Schlips treten. Ich bin harmoniebedürftig und strebe es an, nicht zu streiten. Aber dadurch fühle ich mich durch meine eigenen Entscheidungen oft erdrückt. Ich muss also auch auf mich hören…

Und doch da kommt wieder das schlechte Gewissen ins Spiel.

Ich glaube wir (und vor allem ich!) sollten uns davon verabschieden immer ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn wir mal uns in den Vordergrund stellen. Es ist nichts Egoistisches dabei, die eigenen Bedürfnisse voran zu stellen und auf sich zu hören. Vielmehr finde ich es heuchlerisch eine halbherzige Entscheidung zu treffen wie in meinem Beispiel jemanden zu meiner Hochzeit einzuladen, den man gar nicht dabeihaben will…
(Okay, Schluss mit der Hochzeit!!!)

Aber das sagt sich leichter, als gesagt, ich weiß…

Doch aus dem Teufelskreis zu entkommen, habe ich mich zu folgender Taktik entschieden: Just do it! Mach es! Hör auf deine Bedürfnisse und mach, was DU willst. Sicherlich wird es anfangs etwas schwer sein, weil das schlechte Gewissen dir eins reindrücken will, aber pfeif drauf. Je öfter du dagegen ankämpfst, desto kleiner wird das schlechte Gewissen. Bis es nur noch eine leise Stimme ist, die einen hin und wieder nervt…

(Anmerkung von Béa im P.S.)

Die Community hatte wirklich wunderbare Beispiele dazu, von denen ich gern ein paar mit euch teilen möchte!

Keine Familie am Geburtstag!

Evelyn Eckert
Bei Geburtstagen die Familie nicht einzuladen, dafür unsere Freunde… viel entspannter und schöner!

Me-Time durchsetzen!

Nora Einbecker
Auszeit! Zeit für mich. Nicht lang, in der Woche vielleicht 2×30 Minuten. Aber da geh ich joggen. Tür zu. Kopfhörer. Ende. Papa ist da – Mama schaltet ab!

Weg mit toxischen Einflüssen!

Anne König
Menschen, die mir nicht gut tun aus meinem Leben zu lassen… Also „Kraftaufsauger“ einfach nicht mehr kontaktieren.

„NEIN!“ sagen!

Nadin Katja Stelter
Nein zu Einladungen, die ich nicht annehmen möchte, nein zu Aufgaben, die ich nicht übernehmen mag oder kann, nein zu Kontakten, die mir nicht gut tun, nein zu einem zu hohen Anspruch an mich, an meinen Haushalt, an meinen Garten oder gar an mein Kind. NEIN ist mein neues Ja! Und es fühlt sich sehr befreiend an!

Auf Schönheitsideale pfeifen!

Antje Führer
Ich habe keine perfekte Figur und werde sie nie haben. Punkt.

Auch mal das Glotzen erlauben!

Anne Schätzle
Wenn es mir so richtig schlecht geht (wie gerade der Fall 🙈) die Mädels auch Mal bei schönem Wetter vor die Glotze zu setzten.

Den Haushalt nicht so ernst nehmen!

Melanie Freudenberger
Weniger Putzen und dafür mittags auf dem Sofa liegen und auch mal ein Nickerchen machen.

Wie schön, dass einige von euch auf auf das schlechte Gewissen pfeifen!

Und falls ihr etwas Motivation braucht, kann ich euch nur raten, euch die Facebook Kommentare durchzulesen – die sind wie Balsam für die Seele!

Was ist eure Meinung zum schlechten Gewissen? Und vor allem, kennt ihr Selbstvorwürfe und wie geht ihr damit um? Wisst ihr, wie das bei euch funktioniert? 

Liebe Grüße,

Mounia

P.S. von Béa: Ich finde das Ablegen von schlechtes Gewissen und Schuldgefühlen wunderbar, da habe ich mehrfach dazu gebloggt. Wovon dies aber nicht entbinden sollte, ist respektvolle Kommunikation.

Also:  Wenn ich mich frei mache von einem Versprechen oder eine Erwartung, dann ist es eine ausgesprochen doofe Idee, dem betreffenden Menschen nichts darüber zu sagen! Oder gar zu schweigenDenkt also bitte daran: Auch Absagen sind eine Form von Respekt. Ein gewaltfrei formuliertes Nein ist immer besser, als Menschen im kommunikativen Vakuum zu lassen. Und für mich befreiender, als die Stimme des Gewissens zu unterdrücken… Aber davon mehr, ein anderes Mal.

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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