Schnitzeljagd mit Handy – 10. Kindergeburtstag mit DIY Geocashing


Zehnjährige sind wunderbare Wesen, die sich für Rätsel und Schnitzeljagden begeistern können! Zum zahnten Geburtstag ihres Sohnes hat Nina einige Überlegungen zum Thema Schnitzeljagd angestellt, die sie hier mit euch teilt:

Schnitzeljagd mit Handy

Kindergeburtstage sind so wichtig, der zehnte Geburtstag ist ganz besonders. Drei Wochen vor dem zehnten Geburtstag meines mittleren Kindes hatten wir noch keinen Plan, wie wir feiern könnten. Mein Kind mag keinen Trubel. Das war so ziemlich das einzige, was klar war.

Indoorspielplatz ist mit zehn nicht mehr cool. Er spielt nicht Fußball, also schied der Soccer Court auch aus. Lasertag fände er cool ist aber sehr weit weg und die Preise für eine Stunde waren für mich ein No-Go. Der letzte Nachmittag im Trampolinpark endete beim Zahnarzt. So fiel eine Idee nach der anderen raus. Kino? Zu teuer.

Am Ende hatten wir zwei Gäste, die er einladen wollte…
…und eine Location: Zuhause.

Betrachten wir die Location genauer: ist ein sicherer Platz, Catering und Personal extrem gut, aber der Adventure Faktor und auch die Spielmöglichkeiten sind nur beschränkt für eine Party geeignet. Als Veranstalter zahlreicher gelungener Kindergeburtstagsparties haben meine Frau und ich einen guten Ruf zu verlieren. Kind3 lud seine Freunde per SMS ein. Er schmückte die Nachrichten mit Emojis und übertraf so manche Bastelidee.

Einige Tage später kam mir eine Idee: Schnitzeljagd! Schnitzeljagd mit dem Handy!

Das klang cool, ich hatte sofort Ideen und noch keine Ahnung, wie ich die umsetzen könnte.

Die Planung der Schnitzeljagd mit Handy

Eine gute Schatzsuche braucht zwei Dinge: einen Schatz und eine spannende Suche. Der Schatz war kein Problem. Was sollte die Suche beinhalten? Ich dachte an Fluch der Karibik und wollte sofort einen Kompass, der nicht nach Norden zeigt. Und Rätsel sollte es geben. Am besten auch Aufgaben, die im Team zu lösen sind. Fehlte nur noch die Schokolade, dachte ich kurz.

An die Strecke hatte ich wenige Anforderungen (die Kinder kennen sich hier sehr gut aus). Alle Streckenabschnitte sollten beleuchtete Gehwege haben. Die Aufgaben verteilte ich so, dass die Kinder trotz Aufregung nicht die Wege komplett blockieren konnten. Die Zwischenziele waren so angelegt, dass es notwendig war, sich umzusehen. Eine Jahreszahl am Hauseingang, die Anzahl von Fenstern, ein QR-Code im Schaufenster – es gibt viel zu entdecken und genau das sollte bei unserem Abenteuer auch passieren.

Die Kinder sollten die Schatzsuche alleine bestreiten können. Ich würde ein paar hundert Meter dahinter gehen, falls sie Hilfe bräuchten, aber sonst nicht ins Spiel eingreifen.

Die Technik und ihre Tücken

Mit einer gewissen Naivität ging ich an die Technik heran. Ich brauchte ja nicht viel: eine App, die mich an einen Standort lotsen kann, am Ziel eine Aufgabe stellt und dann einen weiteren Ort anzeigt.

Der erste Plan: Geocaching

Geocaching ist wirklich eine Schatzsuche. Das Prinzip ist einfach: an einem vorher festgelegten Ort ist etwas versteckt. Das kann ein kleiner Schatz sein, oder eine Filmdose mit einem Logbüchlein. Normale Caches haben ein Ziel. Was ich also brauchte, wäre ein Multicache. Das klingt komplizierter als es ist. Allerdings stand ich vor einem anderen Problem. Ich konnte bei einigen Geocaching-Anbietern zwar bestehende Schatzsuchen ansehen und auch starten, aber keine anlegen. Bei open-cache Anbietern waren die meisten bestehenden Caches in meiner Gegend einige Jahre alt und ich fand im Umkreis von 10 km keinen einzigen Multicache, um das System zu testen.

Dennoch habe ich mir die Mühe gemacht einen Cache anzulegen. Die Suche danach war sehr spannend, aber die Aufgabe in Behältern zu hinterlegen entsprach nicht dem Spielgefühl, das ich im Kopf hatte. Außerdem war mein Cache öffentlich und ich hatte nicht gedacht, dass in den zwei Tagen, die ich bis zur Testsuche brauche, tatsächlich jemand meine Schatzsuche geht und so waren die Boxen schon geöffnet, die Rätsel gelöst und mein Cache wurde mit 3 Sternen bewertet. Er wäre zu leicht, meinte die Userin…

WhatApp, mein Plan B

Der weit verbreitete Messenger kann mehr als nur Text- und Sprachnachrichten zu verschicken. Mit ein wenig Vorbereitung hatte ich eine Liste von Standorten, die ich problemlos teilen konnte. Und Aufgaben konnte ich auch vorbereiten. Es war auch möglich, dass an gewissen Punkten Fotos gemacht werden.

Der Testlauf hatte einen gewissen Unterhaltungswert. Kaum war das Handy an und WhatsApp gestartet, kamen die ersten Nachrichten. Ich hatte das erste Zwischenziel mit meinem Jüngsten erreicht, als er mir das Handy in die Hand drückte und ich erstmal alle anderen Unterhaltungen Stumm schaltete. Also ging es los zum zweiten Etappenziel. Mein Kind schaute kurz auf die Karte, sagte: “Das kenn ich!” und lief los. Leise hörte ich noch: “Ich kenn da eine gute Abkürzung!” Aus einem Weg, der mit etwa zehn Minuten geplant war, wurden zwei. Den gesamten Testweg schafften wir in weniger als 20 Minuten inklusive aller Rätsel.

Die Lösung mit WhatsApp hatte einen Vorteil: Ich konnte spontan auch einen neuen Ort einbauen und eine zusätzliche Aufgabe erfinden. Was fehlte war das Gefühl von “Kompass, der nicht nach Norden zeigt”. Er wusste zu schnell wohin er gehen sollte und verließ dafür die sichere Strecke. An einem Ort kam er deshalb von der falschen Seite an und konnte das Rätsel nur mit Hilfe lösen.

Die Schnitzeljagd APP

Ich hatte nur noch zehn Tage bis zur Geburtstagsfeier und ich hörte jeden Tag, wie sehr sich mein Kind auf die Schnitzeljagd freute. Auf meinem alten iPhone installierte ich einige Schnitzeljagd APPs. Für private Zwecke sind die meisten sogar kostenlos. Das Prinzip ist einfach: am Rechner die Strecke aufbauen und Aufgaben planen und am Handy die Schatzsuche erleben. Fast jede APP läuft auch auf Android, aber leider habe ich kein Android Handy mit Kompass.

In der Theorie können dieses APPs genau das, was ich wollte: vorab die Strecke speichern, Rätsel und Aufgaben, scannen von QR-Codes, Fotos aufnehmen. Was nicht alle APPs können: bei falsch gelösten Aufgaben zum nächsten Schritt gehen. Bei einer APP steckte ich im Testlauf bereits beim ersten Ziel: Das Ziel lag laut APP nur 5 Meter neben mir – mitten auf einer viel befahrenen Straße. Ich wählte also eine APP, mit der ich jeden Schritt auch überspringen konnte.

Die wesentlichen Unterschiede der APPs liegen im Bedienkomfort. Die grundlegenden Funktionen sind bei allen gegeben.

Schnitzeljagd mit Handy in der Praxis

Wir waren startklar. Drei aufgeregte Kinder, die gerade noch Muffins und Windbeutel gegessen hatten, standen im Flur und hielten das Handy in der Hand. Laut lasen sie die Regeln und machten als erste Aufgabe ein Grimassenselfie. Dann zogen sie die Jacken an und los ging es. Gemütlich folgte ich mit dem kleinen Bruder.

Die drei Schatzsucher waren schnell und nach ein paar Stationen war klar, dass sie keine Hilfe brauchten und auch, die Technik funktionierte. Am Weg hatten sie Zahlen zu finden und an einem Punkt eine Rechnung damit zu lösen. Als sie die richtige Hausnummer gefunden hatten, ließ ich sie alleine weiter machen.

Die letzte Station war übrigens der Ausgangspunkt, wo sie bereits mit warmen Kakao und Tee empfangen wurden. Sie strahlten und als die Gäste später abgeholt wurden, erzählten sie aufgeregt von der fantastischen Schnitzeljagd. Abends meinte dann der Jüngste, dass er auch eine Schnitzeljagd an seinem Geburtstag haben will.

Ist das auch für euere Kinder was? Schnitzeljagd mit Handy?

Liebe Grüße,

Nina

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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