Sich vom Kind trennen, damit es Probleme überwindet? 5 Geschichten und liebevoller Zuspruch aus der Community


Wenn viele negative Bedingungen die Entwicklung der Kinder beeinflussen kann die Erziehung zur unlösbaren Aufgabe werden. Wir haben 5 Geschichten und liebevollen Zuspruch aus der Community zum Thema „Sich vom Kind trennen, damit es Probleme überwindet?“ für euch zusammengefasst.

Eine Leserin wandte sich an uns:

„Ich war fast 14 Jahre lang in einer narzisstischen Beziehung gefangen und habe es Gott sei Dank mit viel Hilfe vor fast 3 Jahren geschafft, zu gehen. Aus dieser Beziehung sind 3 wundervolle Kinder entstanden.

Durch die viele psychische Gewalt und die vielen cholerischen Anfälle meines Ex-Mannes haben natürlich auch die Kinder einige Probleme – auch dadurch, das der Vater kaum Interesse an ihnen zeigt. Vor allem aber der Jüngste, der mit seinen 7 Jahren das gleiche Verhalten aufzeigt, wie sein Vater. Er hat fast täglich Wutanfälle, in denen er mich beschimpft oder etwas zerstört, oder bei seinen Schwestern bis hin zu körperlicher Gewalt Grenzen überschreitet.

Ich habe mir viel Hilfe gesucht, aber dieses Problem bekomme ich leider nicht alleine hin. Nun soll er bald eine Betreuung erhalten, in der er von Montag bis Freitag woanders ist und er nur am Wochenende heim kommt.

Meine Gefühle und auch die meiner Mädchen fahren Achterbahn. Auf der einen Seite fühlt man eine Art Erleichterung, auf der anderen Seite ist es für mich ein schreckliches Gefühl, mein eigenes Kind  weggeben zu müssen.

Und das war ihre Frage an euch:

Gibt es andere Mütter, die ähnliches erlebt haben? Inwieweit war es gut, das eine andere Betreuung in Anspruch genommen wurde, oder hat es alles nur noch schlimmer gemacht?“

Ihr konntet hier im Blog oder bei Facebook eure Kommentare  dazu schreiben.

Nachdem wir ihre Geschichte mit euch teilten, haben wir unzählige liebevolle Kommentare erhalten. Wir haben uns gedacht, einige persönliche und individuelle Geschichten festzuhalten.

Und hier sind die Geschichten und liebevoller Zuspruch aus der Community zum Thema „Sich vom Kind trennen, damit es Probleme überwindet?“

1. Im Nachhinein hätte ich es früher getan.

Yvonne Kraml

Mein Kind lebt seit 5 Jahren in einer Wohngruppe. Es war eine verdammt schwere Entscheidung, diesen Weg zu gehen. Jahre lang haben wir gemeinsam gekämpft. Irgendwann bin ich an meine Grenzen gekommen, sodass ich mich für eine Gruppe entschieden habe. Heute kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Meinem Kind geht es damit super. Die erste Zeit war wirklich schwer, aber nachdem er sich eingelebt hat, fühlte er sich recht wohl. Vor 2 Jahren wechselte er dann die Gruppe. Dort gefällt es ihm so gut, dass er an den Besuchswochenenden (alle 14 Tage)  auch in der Ferien nur noch selten nach Hause kommen will. Mit kurz vor 12 ging er in die Gruppe. Er ist inzwischen fast 17. Mit dem Wissen von heute, hätte ich es wahrscheinlich schon eher gemacht.

Wenn du das Gefühl hast, dass es euch helfen kann, dann geht den Schritt. In der ersten Gruppe meines Kindes waren auch 7/8 jährige. Für so Kleine ist es toll, wenn es, wie bei uns, eine familienanaloge Gruppe ist. Uns hat der Weg gut getan.

2. Ich habe den Schritt gewagt.

Mona Nitsch

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meine Söhne vom Verhalten her sehr schwierig sind. Mal sind sie richtige Engel, lieb, freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit, zuverlässig. Aber dann gibt es eine Seite von ihnen, die mir als Mama Angst macht. Sie werden ihren Geschwistern und auch mir gegenüber wütend und aggressiv.

Bei der letzten körperlichen Auseinandersetzung habe ich den Schritt gewagt und meinen Ältesten anderen anvertraut. Es hat mir das Herz gebrochen, ihn zu besuchen aber nicht mit nach Hause nehmen zu können. Aber ich muss sagen, dass es ihm und mir gut getan hat. Wir konnten beide an uns arbeiten.

Meine Kinder haben in der Vergangenheit viel durchgemacht (Papa weg, Stiefvater weg, zudem Gewalt in der Beziehung). Man kann es als Kind nicht alleine schaffen, darüber hinweg zu kommen. Auch wenn es für uns Mamas schwer ist und wir unsere geliebten Kinder nie weggeben würden, so müssen wir es zulassen. Andere „geschulte“ Menschen können da helfen, wo uns die Kraft dazu fehlt.

Glaub mir liebe Mama, es wird schwer werden aber es zahlt sich aus. Ich drücke euch beide Daumen und wünsche euch viel Glück für euren Weg.

3. Es war für mein Kind notwendig.

Katrin Brandt

Ich fühle mit dir. Ich war nämlich in einer ähnlichen Situation. Meine Tochter litt an einer so starken Anpassungsstörung, die uns das Leben zur Hölle machte. Jugendpsychologen waren rar und der erste Termin sollte erst ein halbes Jahr später sein. Wir hatten bereits eine Familienhilfe, aber auch sie stand mit uns ratlos da. Nach einem Schlüsselerlebnis, ging alles ganz fix. Die Situation hat sich so zugespitzt, sodass sie in eine jugendpsychatrische Klinik musste.

Ich habe viel geweint, weil ich sie gehen lassen musste und als Mutter versagt hatte. Aber es gab keine Alternative. Sie war ein paar Monate in der Klinik und durfte dann in die Tagesklinik.

Das ist nun eine ganze Weile her und es war notwendig für uns alle. Meine Tochter ist heute im Leben angekommen. All das hat uns stärker gemacht. So sehr ich deine Angst verstehe, so genau weiß ich auch, dass ihr es schaffen werdet. Es wird schwer, aber ihr werdet alle daran wachsen. Fühle was du fühlst, weine. Ich wünsche euch allen das der Weg so kurz wie möglich ist.

4. Ich, die Mama ging weg.

Ellen Henschel

Liebe Mama. Ich kann nicht ganz aus eigener Erfahrung sprechen, jedoch war ich vor einem Jahr diejenige, die ging. Ich war 10 Wochen in einer stationären Therapie und nur am Wochenende zu Hause. Durch viele aufklärende Gespräche mit meinen 2 Kindern haben sie es gut weg gesteckt und auch verstanden warum es so wichtig war, dass ich gehe. Ich habe es nie bereut.

In deiner Situation kann ich dir nur raten es so zu machen. Es klingt für mich wie eine stationäre Therapie für deinen Sohn. Stationär kann so viel mehr erreicht werden als ambulant. Rede mit deinen Töchtern. Falls es schon eine Diagnose für deinen Sohn gibt, dann such dir entsprechende Literatur für deine Kinder.

5. Mein Sohn bekam Heimweh.

Julia Steinhart

Mein Sohn war mit 11 Jahren für zwei Monate in einer Einrichtung, weil der Verdacht auf ADHS bestand und er in der Schule und zu Hause (Wutausbrüche) immer wieder auffiel.

Meinem Sohn fiel der Abschied nicht schwer, denn für ihn war es ein tolles Abenteuer. Aber nach den acht Wochen hatte er dann doch Heimweh. Wir haben ihn regelmäßig unter der Woche besucht und am Wochenende war er bei uns. Ich hatte, genau wie er, begleitende Therapiegespräche. Es hat uns sehr geholfen. Wir verstehen einander besser und können heute ganz anders miteinander umgehen.
Viel Glück für eure Zukunft.

Und das waren die Geschichten und liebevoller Zuspruch aus der Community zum Thema „Sich vom Kind trennen, damit es Probleme überwindet?“

Wir haben uns sehr über eure vielen Nachrichten gefreut. Und damit ging es nicht nur uns so. In einer nachträglichen Nachricht schrieb die Leserin folgendes

Liebe Mamis,
 Vielen Dank für eure vielen und ehrlichen Antworten. Es hat mir gut getan, zu wissen das ich nicht alleine bin.
Wir haben uns die Einrichtung mittlerweile angeschaut und beiden, meinen Sohn und mir, hat es gut gefallen.
Natürlich bleibt da noch ein komisches Gefühl, aber ich hoffe sehr, dass es uns helfen wird.
Nochmals vielen lieben Dank für die Antworten, auch für die die Trost spenden sollen.
Liebe Grüße, eine Mami.

Liebe Grüße auch von uns,

Mounia und Béa

Auch andere Themen und Erlebnisse von euch sind uns willkommen!
S
chickt uns am besten eine PN über den Messenger: https://m.me/tollabea
(übrigens, dann fragt euch das Ding, ob ihr News von uns erhalten wollt…
Ein „Ja, geht klar, würde uns freuen!)

Mounia
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Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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