Social Media Kommentare – Eigenes Verhalten reflektieren und mit den Kindern darüber sprechen


Unsere Kinder mögen sich technisch einiges schneller aneignen als wir, aber angesichts von Kommentaren, die manchmal ganz schön böse ausfallen können, brauchen sie vielleicht doch noch unsere Unterstützung. Unsere Kolumnistin mindfulsun hat gute Tipps, für Klein und Groß:

Teenagerzeit bedeutet bei uns auch Zeit für Social Media. Mein Sohn hat einen Minecraft Server und einen eigenen YouTube Kanal. Sein großer Bruder und ich haben ein Auge darauf. Ich möchte heute nicht darüber schreiben, ob das ok ist und ab welchem Alter – dies ist eine Entscheidung, die Eltern mit ihrem Kind individuell treffen. Mein Sohn ist sehr verantwortungsbewusst und wir tauschen uns auch viel darüber aus. Worauf ich allerdings sehr viel Wert lege, ist unser Verhalten im Internet. Über die Gefahren hatten wir uns bereits in der Grundschule unterhalten.

Heute möchte ich zu Kommentaren auf Social Media und den Umgang damit schreiben.

Habt ihr auch euer eigenes Social Media Verhalten reflektiert, bevor ihr mit euren Kindern über dieses Thema gesprochen habt? Sicherlich wollen wir alle keine unangenehmen Erfahrungen machen und wünschen uns das besonders für die Kinder nicht!

Mein Umgang mit Social Media, wie ich kommentiere und selbst poste, hat sich durch Achtsamkeit verändert. Bevor ich jetzt schreibe, worauf ich achte und was ich auch meinem Sohn mitgegeben habe ein kleines Beispiel:

Jemand schreibt im Internet: „Ich mag grüne Äpfel.“

Mögliche Antworten (es gibt natürlich auch achtsame): 
„Also ich sehe das anders! Rote Äpfel schmecken viel besser!“
„Warum magst du eigentlich keine Birnen?“
„Steak!“

Die Themen sind für mich beliebig austauschbar, es ist oft das gleiche Schema.

Dazu fällt mir auch jedes Mal das gleiche Bild ein: Jemand sitzt auf der Parkbank und isst einen grünen Apfel. Plötzlich springen Leute aus dem Busch und kommentieren das entsprechend. Absurd?

Da ich wohl auch manchmal jemand bin, der da aus dem Busch springt wollte ich mein Verhalten ändern. 

Durch die Achtsamkeit kamen die Gedanken: Wie möchte ich eigentlich schreiben und kommentieren? Wie gehe ich mit Kommentaren von anderen Menschen um? Denn das ist es, was manchmal untergeht: Hinter jedem Account steckt ein Mensch!

Ich habe mir also folgende Fragen gestellt, die ich auch meinem Sohn für sich selbst mitgegeben habe: Warum bin ich auf Social Media unterwegs? Warum schreibe ich?

Da es für mich hauptsächlich Twitter ist, hier meine Antwort: Ich möchte mich mit Gleichgesinnten verbinden, austauschen und habe da auch schon viele wertvolle Verbindungen geknüpft, Freunde gefunden. Ich lasse mich dort auch gerne inspirieren und lerne viel von und mit anderen Menschen.

Hierbei ist es mir wichtig, wie auch sonst, nach meinen Werten zu leben.
Ich unterscheide auch nicht zwischen dem „richtigen Leben“ und Social Media.

Social Media ist Teil meines Lebens, es ist eine Art Kommunikationsplattform für mich. Mich da anders zu benehmen, als ich es in Gesprächen abseits eines mobilen Endgerätes tue, kommt für mich nicht mehr in Frage.

Warum kommentiere ich bei anderen?

Hier ist mir wichtig: Trage ich etwas Wertvolles bei?

Wie oft kommentieren eigentlich Menschen nur, um jemanden ihre Wahrnehmung als einzige Wahrheit überzustülpen und die eigene abzusprechen? Wie oft geht es nicht um Austausch, sondern darum irgendwas zu antworten? Es kursiert ja der Standpunkt: Wenn du nicht möchtest, dass jemand dir antwortet dann schreibe nichts im Internet. Dafür bist du verantwortlich! Ich setze ein: Wenn du im Internet antwortest, dann bitte respektvoll – dazu. Denn dafür sind wir auch verantwortlich.


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Die Botschaft auch an meinen Sohn: Überlege bitte vorher, warum du antworten möchtest. Ist es notwendig? Ist es verletzend? Ist es hilfreich? Wenn du mit einem Menschen in einen Austausch gehst, dann bitte respektvoll.

Muss ich sofort reagieren?

Natürlich birgt gerade jeder schriftliche Austausch auch die Gefahr von Missverständnissen und das trotz unzähliger Emoji, die in eine Kommunikation eingebunden werden können. Das bedeutet auch, es kann viel schneller eskalieren. Und hier kommt für mich wieder Achtsamkeit ins Spiel.

Generell halte ich es so: Wenn ich auf Social Media jemandem antworte – sei es nun, er hat auf mich reagiert oder ich möchte selbst gern kommentieren: Erst mal durchatmen und eine Pause zwischen Impuls und Reaktion setzen. Das ist sehr wichtig für mich geworden und auch eine Regel, die ich meinem Sohn mitgegeben habe:

“Between stimulus and response there is a space.
In that space is our power to choose our response.
In our response lies our growth and our freedom.”

Viktor E. Frankl

Von den eigenen Emotionen im Moment leiten lassen und sofort antworten, ging bei mir oft nach hinten los. Entweder habe ich damit jemanden verletzt oder mich in Rage geschrieben.

Heute laufe ich lieber mehrmals um den Block bevor ich auf etwas antworte, was mich sehr bewegt. Und oft genug komme ich dann zu dem Schluss: Ich möchte überhaupt nicht mehr antworten. Manche Kommentare sind einfach nicht notwendig. Auf jeden Fall ist es mir wichtig zu erkennen, was hinter dem Impuls steckt. Warum bewegt mich das so?

Die Frage meines Sohnes war: Wie merke ich denn den Impuls?

Für mich ist es: Ich bin angespannt und habe einen Stein im Magen. Die Gedanken drehen sich um eine Antwort und die würde auf keinen Fall freundlich ausfallen, im ersten Moment. Wenn ich das merke: Finger davon lassen!

Dies gilt übrigens nicht nur für Social Media, sondern mittlerweile für jegliche schriftliche Kommunikation – sei es nun E-Mail oder WhatsApp etc. Auch das habe ich mit meinem Sohn besprochen.

Genau wie: Mit Freunden besser in eine direkte, mündliche Kommunikation gehen, wenn es Missverständnisse gibt.
Und sollte es doch mal hitzig werden und die Achtsamkeit flöten gehen, ist ein: „Es tut mir leid“ angebracht.

Auch wenn das Internet ein öffentlicher Ort ist und wir die meisten Menschen wohl nicht kennen, mit denen wir da kommunizieren: Anstand, Respekt und Achtsamkeit gehören für mich dazu.

Wo ich mich früher von Impulsen und Emotionen habe leiten lassen, versuche ich heute achtsam zu sein und es fühlt sich viel besser an. Gelingt es mir schon immer? Nein! Ich lerne ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.
Auch mein Sohn hat vieles davon für sich übernommen. Die Kommentare auf seinem YouTube Kanal und seine Antworten darauf, spiegeln das.

Und wenn alles nichts hilft, die Kommentare respektlos und verletzend bleiben: Blockieren, sein lassen, Selbstschutz! Mit derartigen Kommentaren kommt mein Sohn auch immer zu mir, das ist so abgesprochen.

Social Media ist etwas für mich, was das Leben bereichern kann, wenn ich achtsam damit umgehe. Und wie ich den Menschen da begegne, ist ein großer Teil davon

Eure mindfulsun

P.S. von Béa: Es würde auch mich sehr interessieren, ob ihr das Thema „mit Kommentaren im Internet umgehen“ schon mal als Thema mit euren Kindern hattet. Und eure Erfahrungen…

… und selbstverständlich die Frage von mindfulsun: Habt ihr auch euer eigenes Social Media Verhalten reflektiert, bevor ihr mit euren Kindern über dieses Thema gesprochen habt?


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Jasmin
Antworten 16. September 2020

Liebe Béa,
der Artikel ist ganau das was ich momentan fühle.Nur manchmal gelingt es einem nicht.Weil man so impulsiv handelt.Das ist mir letzte Woche passiert.Das schlimme .Ich weiß nur das ich 3 Sätze zu einem Buch getippt hatte.Der Rest ist weg.Mußte davor bei Facebook und Insta wieder das Passwort ändern.Denke das wer häckt.Mails sind weg oder gefälscht etc.Nachrichetn dauenrd veresndet mit irgendwas ,das ich nicht geschrieben habe.Und etliches hatte ich runtergeschluckt und nicht getraut zu schreiben was mich verletzt hat. Vor dem Virus war ich achtsamer und vorsichtiger.Schrieb nicht so viel. War allerdings auch dabei einiges umzustrukturieren .Wenn man Facebook scon 10 Jahre hat .Ändern sich Interessen. Oder man hat einfach zuviel gelikt.Und es sind auch etliche inaktive Seiten dabei.Facebook hatte vor der Dsvgo 2 Apps wao man das sehen konnte. Wenn dann nach einem Jahr nichts neues stand habe ich entlikt.Nur bei insta ist es neuerdings wohl cool ich folge einer Seite . Weil derjenige in einer Gruppe Werbung für die Verlosung macht.Dies folgt einem dann auch.Nach 2 bis 3 Tagen entlikt der Blogger einen wieder.Ich denke mir dann okey was war das jetzt. Entlike aber dann den Blog nicht wieder. Sponsor liken ist okey.Nur irgnewo ist eine Grenze weil wenn man 5 befreundete Blogger noch liken soll.Seh da keinen Sinn drin. Ist da der neue Trend bei Insta?Nur über Gefüle darf man nicht schreiben und erstsrecht nicht über gesundheitliches. Hatte das getan. Vielleicht habe ich auch was ausgelöst.Weil Schwächen werden heutzutage nicht toleriert.Nur in dem Moment wollte ich es mir einfach von der Seele tippen.Papier wäre besser gewesen. Bin dann auf Tolette und war ausgelogt.Mußte alles neu freischlaten. Und mir ging es nicht gut wegen Periode .... Nur danch war ich bei wem blokiert bei Facebook und Insta.Messenger auch zu. Ich eigentlich immer wer der Probleme klärt. Und zu Fehlern steht. Nur hatte vermutlich rot gesehen weil ich was über die Hauptseite flattern sah und das Bild nicht gesehen hatte und nur Bruchstücke von Text. Und mich sowas von geärgert.Nur ihr Mann hat mich wohl so im Mai rum blokiert. Bis dahin sah ich allses immer. Weiß nicht wieso.Bei Facebook oder Insta hatte ich Bilder von mir gepostet um sie auf die Festplatte zu ziehen.Nur wem man das tut weiß der andere es doch dann auch.Und man kann dazu stehen.Weil bei Twitter bin ich vom Mann auch blokiert. Nur hatte ich auf meinem Profil gepostet .Und nie was geschrieben was das ausgelöst hätte. Wenn man es doch anders sieht ...Twitter .Naja bin jetzt bei Twitter auch von ihm blokiert. Ohne Virus schaue ich fast nur mails.Schreibe was belangloses .Nicht mehr als 5 Sätze.Nur weiß ich auch nicht ob man nur posutives äußern darf.Bin schon immer in gewisser Schockstaare nur wenn ich was online aufmache.Man weiß nie wie der andere sich fühlt.Sieht keine Mimink,Gestik etc. Klar man freut sich vielleecht auch über ein like oder Geburtstagswüsche.Aber entlike auch nichts oder blokiere wenn wen deswegen. Nur im Moment begreift doch eh keiner diese Wiedersprüchlichkeiten von Virus.Mn vergisst und handelt anders. Nur wenn es einem aus tiefstem Herzen weh tut.Und es nicht rückgängig machen kann. Das quält einen .Denn ich weiß nicht was ich getan habe.Schlechter Zeitpunkt erwischt.??? Bin auch etwas talentier darin drücke mich oft falsch aus.Die Sozilakontakte fehlen tw .Und ich bin eher stiller.Man kennt den anderen ja nicht...Oder es geht ihr nicht gut???? Und im Grunde weiß ich nicht hatte wenn gefragt bei Facebook der sie kennt.autsch .Das war falsch bin jetzt auch entfreundet. .Nur nutze ich Facebook,Insta am Laptop.Und wenn Messenger Nachrichten sind.Muß man doch nicht lesen.Oder kann es nochmal schreiben.Oder sagt alles andere ist nicht so schlimm .Es wird wieder gut.Und man kann auch kurz blokieren die Nachrichten.Oder aber ignorieren.Was da stumm schalten ist oder was man bei dem anderen kann null Ahnung.Aber mehr als entschuldigen kann ich nicht.Und wollte mir keine Freundschaft so zerstören. Anrufe naja hatte es probiert.Mußte da über den Schatten springen und hatte Angst.Nur schlauer bin icht nicht.Da ich so blokiert war das ich irgndwas geredet habe aber nicht das was wirklich.Bzw konnte ich nicht ausreden.Weil das ist schwer da ich es lieber persönlich klären.Nur hatte ich das bisher noch nie.Denke auch das wenn man mehr Lebenserfahrung hat das anders ist... Aber die Enfernung ist soweit.Nur es schmerzt wünscht ich hätte ein Zetamulett und könnte es rückgängig machen...lg

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