Social Media – Vom Himmel zur Hölle in drei Klicks? Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul – Teil 5


Die Digitalität bringt eine ganz neue Welt mit sich, die sich Social Media nennt. Cally Stronk und Constanze von Kitzing haben in ihrem Erfolgsbuch „Unheimlich peinlich“ auch diesem wichtigen Thema eine Rubrik gewidmet…


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Wir ihr bereits in den vorigen Beiträgen unserer Pubertätsspecials lesen konntet (alle am Ende des Beitrags verlinkt), enthält das Buch „Unheimlich peinlich“ sehr viel Tiefe und all das, womit sich Teenager heutzutage plagen. Hier kommt der letzte Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul – diesmal zu Social Media!

Kommen Sie sich auch so alt vor, wenn Sie Ihr Kind mit seinem Smartphone beobachten?

Das Tippen erfolgt in Rekordgeschwindigkeit, die Hälfte der Wörter, die es benutzt, um Ihnen zu erklären, was es gerade macht, verstehen Sie nicht, von einem Dreiviertel der Apps haben Sie noch nie gehört und der Sinn von dem Ganzen erschließt sich Ihnen eh nicht?

Keine Sorge, mit diesem Problem stehen Sie nicht allein da. Ihr Kind ist ein „digital native“, also jemand, der von Anfang an mit den „neuen Medien“ aufgewachsen ist, für den die Benutzung von Facebook, Instagram, Tik Tok und Co. so selbstverständlich zum Leben dazugehört wie für Sie der Kaffee am Morgen. Dennoch birgen gerade soziale Netzwerke viele Gefahren – Stichwort „Cybermobbing“.

Auch in Cally Stronks neuem Kinder- und Jugendbuch „Unheimlich peinlich“ wird diese Thematik u.a. aufgegriffen. So wird von der Hauptfigur, Ruby, ein „Enthüllungsvideo“ gedreht, welches veröffentlicht werden soll und was – so fürchtet Ruby – ihren kompletten Ruf zerstören wird.

Das, was in „Unheimlich peinlich“ an typischen Problemen in der (Vor-)Pubertät aufgegriffen wird, kommentieren und erklären wir, Sandra und Christin Paul aus der Paul & Paula Akademie, in mehreren Blogbeiträgen für Sie. Als gelernte Erzieherinnen, Seminarleiterinnen und Mutter und Tochter wissen wir nur allzu gut um die Probleme für Eltern und Kinder während der Pubertät. Widmen wir uns also dem unheimlich wichtigen Thema Social Media.

Es ist doch so: Viele Eltern haben keine Ahnung, was ihr Kind den ganzen Tag am Handy oder PC treibt.

Sie hoffen einfach, dass Ihr Kind sich nur mit seinen Freunden austauscht und mal die Bahnverbindung googelt und fertig. Tatsächlich ist es aber empfehlenswert, sich ein bisschen genauer mit der Materie zu beschäftigen und sich „einzulesen“. Immer wieder wird empfohlen, dass Eltern sich selbst ein Bild davon machen sollen, welche sozialen Medien oder Apps ihre Kinder nutzen. Das bedeutet nicht, dass Sie sich überall mit Ihrem Kind vernetzen und jedes Bild kommentieren sollen („So ein hübsches Bild, mein Schatz!“), aber Sie sollten versuchen, ein Grundverständnis dafür zu entwickeln, wie diese Medien funktionieren – auch, um mit Ihrem Kind darüber ins Gespräch kommen zu können.

Sie werden schnell merken, dass es gerade bei sozialen Netzwerken darum geht, möglichst gut dazustehen und so viele „Likes“ wie möglich zu bekommen.

Um diese virtuelle Bestätigung zu bekommen, gibt man sich schon sehr viel Mühe – mitunter wird bei Mädchen und Frauen auf weniger Kleidung gesetzt und auf das Betonen vorteilhafter Körperpartien. Tausende Influencer und Models teilen auf Instagram und Co. ihren perfekten Alltag, immer wieder gespickt mit einigen Kaufempfehlungen für die beste Kosmetik, das beste Shampoo, die coolsten Schuhe. Regelmäßig werden dann natürlich Bilder gepostet, auf denen alle möglichen Problemzonen, die es mal gab, wegretuschiert wurden.

Jugendliche sind nur bedingt in der Lage, wirklich zu begreifen, dass das nicht die Realität ist. Gerade in einem Alter, wo das Selbstbewusstsein eh eher Boden ist, suggerieren solche pseudo-perfekten Bilder, dass man als Frau so aussehen müsse, denn immerhin sind solche Frauen ja offensichtlich berühmt, bekannt und beliebt bei den Männern.

Die Influencer-Männergeneration auf Instagram und Co. setzt oftmals auf klassische Statussymbole – ein fettes Auto, dicke Muckis, schicke Anzüge und Schuhe, teure Uhren.

Für einen Teenager, der gerade dabei ist, mit Mühe seinen Abschluss zu machen und nicht an den Pickeln im Gesicht zu verzweifeln, kann auch solch eine Darstellung von einem „erfolgreichen, beliebten Mann“ viel Schaden anrichten und falsche Werte vermitteln.

Sollten Sie bemerken, dass Ihr Kind dem „Insta-Wahn“ verfallen ist und alle paar Sekunden Fotos von allem schießen und anschließend posten muss, ist es höchste Zeit, das Gespräch zu suchen.

Fragen Sie nach, was sich Ihr Kind davon erhofft.

Fragen Sie, ob ihm etwas fehlt. Bekommt es zu wenig Aufmerksamkeit, Bestätigung – von Ihnen oder von den Freunden? Oder ist es mehr Gruppenzwang, weil „alle das so machen“ und man dazugehören möchte?

Es gibt verschiedene Gründe und Motivationen, wieso Jugendliche extrem den sozialen Medien verfallen können. Fragen Sie Ihr Kind ruhig, wie die Profile der Freunde aussehen, lassen Sie sich vielleicht sogar welche zeigen. Sprechen Sie darüber, welche Art von Fotos Ihr Kind mag und wieso. Fragen Sie auch, ob Sie sich das Profil Ihres Kindes einmal ansehen dürfen.

Stoßen Sie den Gedanken an, wie bestimmte Bilder nach außen hin wirken können, was ein potenzieller späterer Arbeitgeber darüber denken würde oder eine ganz fremde Person. Vielen Jugendlichen ist nämlich absolut nicht bewusst, wie viel man auch als außenstehende Person über einen herausfinden kann, nur mithilfe des Internets.

Wichtig: Verteufeln bringt nichts und ist zudem Quatsch.

Soziale Medien können super dafür genutzt werden, bestimmte Idole zu verfolgen und an deren Leben teilzuhaben, ob es der Lieblingssportler, die Lieblingssendung oder der Lieblingsshop ist. Man kann die Augen davor verschließen, aber soziale Medien gehören nun mal mittlerweile zum Alltag dazu, jedes noch so kleine Unternehmen hat einen eigenen Instagram-Account und versucht, darüber noch einmal andere Einblicke zu ermöglichen. Wichtig ist ein realistischer Blick auf die Dinge, ein rationaler Umgang mit dem, was tagtäglich auf einen einprasselt. Um das zu erreichen, fangen Sie am besten schon früh damit an, mit Ihrem Kind über solche Thematiken zu sprechen und zu reflektieren. Zeigen Sie die Bandbreite auf, die soziale Medien bietet. Es gibt viele tolle Seite, die Büchertipps geben, die Ideen zum Kreativwerden liefern oder für die Freizeitgestaltung.


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Klären Sie Ihr Kind über die Gefahren auf, die soziale Medien mit sich bringen können (siehe unser vorletzter Blogbeitrag zum Thema Mobbing)

Und legen Sie ggf. Zeiten fest, wenn der Internet- oder Social Media-Konsum überhand nehmen sollte. Um einen klaren Blick auf die Dinge zu behalten, ist es unabdingbar, dass auch Erlebnisse außerhalb der digitalen Welt gesammelt werden, dass Zeit mit Freuenden in der „echten Welt“ verbracht wird.

Liebe Grüße

Sandra und Christin Paul

Die Autorinnen:

Cally Stronk ist Autorin. Sie wollte schon immer mal eine Geschichte schreiben, die auf einem Friedhof spielt. Denn sie hat in ihrer Jugend (fast direkt) neben einem Friedhof gewohnt. Ganz zufälligerweise hat Cally auch einen kleinen und einen großen Bruder, ansonsten ist die Geschichte aber auf jeden Fall komplett ausgedacht 😉 Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig, alles andere wäre doch unheimlich peinlich!

Constanze von Kitzing ist Illustratorin. Sie musste als Kind immer in der Dämmerung über den Friedhof gehen, um vom Bauernhof Milch zu holen. Deshalb hat sie jetzt vor nichts und niemandem mehr Angst. Na gut, außer vor Spinnen, Dunkelheit, zu schnellen Autos, davor dass das Essen anbrennt, dem Klimawandel und vor schlechten Rezensionen.

Zur Transparenz, wie immer:
* = affiliate Links – sonst bekomme ich kein Geld, dass ich das blogge… aber der Content für euch ist auch geschenkt. 

Und hier sind die anderen Beiträge:

Eltern – vom Vorbild zum (unheimlich) peinlichen Anhang  – Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul

Clique – beste Freunde oder beste Feinde? Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul – Teil 2

Mobbing – dem Teufelskreis entkommen – Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul – Teil 3

Erste Liebe – Wolke 7 oder Bruchlandung? Gastbeitrag von Sandra und Christin Paul – Teil 4

Mounia
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Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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