Sprachen lernen ist wie Zähne putzen!


Sprachen lernen ist ein Thema, das viele Eltern und Lehrer beschäftigt. Der ehemalige Schulleiter der Phorms Schule in Hamburg (die ich mal mitgegründet habe), Dr. Gottfried Thomas, hat mir diesen Beitrag für euch „geschenkt“. Er spricht mir aus der Seele! 

Sprachen sind die Basis der Völkerverständigung.“ – aber nicht nur deshalb findet man in allen Bildungsplänen der Schulen in den zivilisierten Staaten dieser Erde heutzutage eine Vielzahl von Sprachen – und nicht nur Englisch. Aber wie sieht dann meist die Realität aus? Für das Erlernen einer neuen Sprache werden pro Woche oft nur zwei oder drei Unterrichtsstunden eingeplant – natürlich viel zu wenig, um eine neue Sprache effektiv und in angemessener Zeit einigermaßen passabel zu erlernen – und sei es auch nur hin bis zu dem Niveau A1 gemäß dem europäischen Referenzrahmen für Sprachen.

Doch was kann man tun um besser Sprachen zu lernen – was müsste man tun?

Jeder Zahnarzt „springt im Dreieck“, wenn der Patient ihm erzählt: „Herr Doktor, ich komme leider nicht täglich dazu, mir meine Zähne zu putzen, aber dafür putze ich sie mir jeden Samstag dann zwei Stunden lang. Das ist doch bestimmt viel besser, oder?“ Nein, und warum damit kein Zahnarzt zufrieden sein kann, muss hier wohl nicht näher erläutert werden.

Und genauso ist es mit dem Erwerb einer neuen Sprache:

Nur dann, wenn SchülerInnen jeden Tag die noch neue, ungewohnte Sprache hören und praktizieren, sind sie in der Lage, diese Sprache in ihr Gehirn aufnehmen, verarbeiten und lernen zu können. „Das ist unmöglich, bei nur zwei oder drei Wochenstunden!!!“ – so höre ich alle (LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen) sofort aufschreien. Aber mitnichten! Hier eine kleine Anregung – wenig zeitaufwändig, aber äußerst effektiv, speziell heute im Zeitalter des Smartphones:

Rezept / „Trick“ für Sprachen lernen mit Kindern – mit Medienhilfe:

1. Jeden (!!!) Tag schreibt das Kind drei bis fünf Sätze (entsprechend dem jeweiligen Lernstand) auf.

2. Diese Sätze spricht er / sie dann laut vor sich hin.

3. Danach (oder dabei) speichert er / sie auf seinem / ihrem Smartphone.

4. Schließlich verschickt er / sie diese Audio-Datei an den / die LehrerIn (der / die sie dann stichpunktartig anhört und damit regelmäßig einen Überblick über Leistungsstand und Aussprache des / der SchülerInnen bekommt).

Das Wichtigste: Dies muss die tägliche, völlig normale Hausaufgabe des Sprachlernenden sein – von der ersten Unterrichtsstunde an. Natürlich: Selbstdisziplin (unterstützt durch ständige Hilfe seitens der Eltern und des / der LehrerInnen) ist unerlässlich, aber wenn es nach kurzer Zeit zum täglichen Ritual wie das Zähneputzen geworden ist, dann dauert dies auch nur zwei oder drei Minuten täglich – und bald werden alle die strahlend weißen Zähne des erfolgreichen Sprachen-Lerners bewundern können, der mit einem kleinen „Trick“ zu großen Sprachlern-Erfolgen kommt.

von Dr. Gottfried Thomas,
geschrieben mit eigener „Trick“-Erfahrung

Für Euch zur Info: Bevor ich ihn als Schulleiter für Phorms Hamburg in 2009 fand, leitete er mal die Deutsche Schule in Bilbao. Gottfried hat selbst mit seinem Zähneputz-System Spanisch und Englisch gelernt! Jetzt ist Gottfried in Rente und lebt in Hamburg und teilweise auf Gran Canaria, wo er mehr als Zähneputzen-Spanisch genießt…

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Da ich selbst am Spanisch-Lernen bin, noch ein Trick von mir: Einfach alle Unterhaltung via Netflix und Co auf die Zielsprache umswitchen. Mit einem Unterhaltungsprodukt lernt es sich wunderbar! 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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1 Kommentare

Anna
Antworten 14. Dezember 2016

Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet und diese uns mitteilt. Danke dafür.
Gruß Anna

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