Uns hat die Sorge über Spätzünder bis zum Gentest getrieben!


Ihr Lieben, zu unserem Beitrag über Spätzünder haben wir noch eine sehr bewegende Erfahrung anonym bekommen:

„Hallo liebe Bea, ich habe deine Recherchefrage über „Spätzünder“ gelesen.

Ich kann mir vorstellen, dass unsere Geschichte auch interessant ist, bzw. anderen Mut machen kann, so, wie mir die Kommentare schon Mut gemacht haben. Aber es wäre mir nicht anonym genug für meine Tochter es im Kommentar zu schreiben. Und ich kann auch noch nicht mit Sicherheit berichten, dass alles gut wird. Wir stecken noch mitten drin.

Meine Tochter ist 18 Monate alt, für ihr Alter mit ca. 74 cm sehr zierlich, läuft „nur“ an der Hand und sagt auch „nur“ ein paar Worte (Mama, Papa, Baba zum Bruder, hamham zu essen und zum stillen und neuerdings nein). Aber sie ist fröhlich, unglaublich offen, freundlich, kommunikativ, musikalisch… ach ich könnte gar nicht genug schreiben, um alles zauberhafte an ihr zu beschreiben, das eben auch zeigt, sie ist nicht dumm und schon gar nicht geistig behindert!

Tatsächlich fühle ich mich genötigt das zu betonen. Der Kinderarzt schickte uns in die Endokrinologie, da sie tatsächlich sehr klein ist und die Wachstumshormone überprüft werden sollten. Da ist alles OK.

Dann waren wir auch in der Genetik, wo jetzt unter anderem der Chromosomensatz überprüft wurde.

Mir nahe stehende Menschen waren überzeugt, meine kleine Maus hat etwas – wahrscheinlich Trisomie 21…. „sieht man doch!“

Ja, es gibt Kleinigkeiten, wie Schielen, und anscheinend „zu dicke“ Füße und Finger. Und wenn sie lacht, sind ihre hübschen Augen sichelförmig. Das beobachte ich aber auf immer mehr Fotos von mir selbst…

Es war die Hölle für mich. Mein Bauchgefühl wurde lächerlich gemacht bzw. als „die Augen verschließen“ dargestellt. Aber inzwischen gibt es das Ergebnis, die Chromosomen sind völlig in Ordnung! Es wird noch weiter untersucht. Aber ich bin mir sicher, meine kleine wird ihren Weg machen. In ihrem Tempo. Aber sie wird ihn machen. Sie ist deutlich kleiner und langsamer als ihr großer Bruder, aber deshalb zu behaupten, sie bräuchte unbedingt Therapien und wäre bestimmt nicht die intelligenteste… Es macht mich so wütend!

Sobald der Kinderarzt mal doch eine Therapie für nötig hält, bin ich die letzte, die meiner Tochter Unterstützung verweigert. Aber bis dahin gehe ich davon aus, dass alles noch zu seiner Zeit kommt. Vielleicht nicht die Größe, aber was soll’s!

Dieser Druck auf meine Tochter, ihre Entwicklungsgeschwindigkeit und damit auch auf mich, ist wirklich schlimm und doch so unnötig.“

Ich habe im Nachgang die anonyme Mama gefragt, ob sie den Gentest gut fand und das eine Entlastung war. Ihre Antwort:

„Ja, ich würde den Test jeder Zeit wieder machen. Das schlimme war nicht der Test, sondern der Umgang damit in der Familie. Die Ärzte haben nie was vom DS gesagt und sagten auch, für ein Syndrom wäre unsre Tochter eigentlich zu weit entwickelt. Aber sie sei eben doch so auffällig, dass sie es untersuchen wollen. Ohne den Test hätte ich ja nichts in der Hand gegen das ganze Gerede!“

Hat jemand von euch auch ähnliche Erfahrungen gemacht, mit Spätzündern? Oder anderen Auffälligkeiten beim Kind?

Erzählt uns das in den Kommentaren, wir sehen, dass das für viel tröstlich und gut ist. Wer anonym bleiben möchte, schickt uns am besten eine PN über den Messenger: https://m.me/tollabea 

(übrigens, dann fragt euch das Ding, ob ihr News von uns erhalten wollt… Ein „Ja, geht klar, würde uns freuen!)

Liebe Grüße,

Béa

P.S. von der anonymem Mama:

„Und die Frage stellte sich was ist denn ein ‚positiver‘ Ausgang. Die Liebe zu meinem Kind würde sich nie ändern. Aber natürlich wünsche ich meinem Kind und mir und dem Rest der Familie, dass sie völlig gesund ist und ’normal‘ ihren Weg durchs Leben machen kann!“

Und das inspirierte mich dazu:

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Susanne
Antworten 12. September 2018

Ein schöner Artikel! Man muss immer auf sein Bauchgefühl hören und darf sich von der Umwelt nicht beeinflussen lassen.
Bei meinem Sohn war es leider anders herum. Mein Umfeld belächelte meine Sorgen um ihn immer, ich hatte jedoch schon sehr früh ein ungutes Gefühl. Bei einem Gentest hat sich dann leider herausgestellt, dass er an einer genetischen Disposition leidet, die nun vieles erklärt. Lieben tu ich ihn natürlich dennoch unendlich.

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