Von kleinen und großen Entscheidungen und wie Achtsamkeit mir helfen kann


Wie oft habe ich Entscheidungen aus dem ersten Impuls getroffen? Wie oft habe ich es hinterher bereut? Gerade bei spontanen Entscheidungen, die sie sich in dem Moment doch gut anfühlten, fühlte ich mich hinterher nicht mehr wohl.

…schreibt unsere Kolumnistin mindfulsun… und ich, Béa, muss sagen: Ich kenne das! Deswegen finde ich die Gedanken, die folgen, sehr wertvoll für uns alle:

Heute möchte ich darüber schreiben, wie ich jetzt – durch die Achtsamkeit – meine Entscheidungen treffe, meistens. Denn auch mir rutscht noch einiges durch und ich denke hinterher kurz: „Das war ja jetzt wohl ein Schuss in den Ofen!“

Die Betonung liegt auf kurz. Ich bin tatsächlich zufriedener mit meinen Entscheidungen geworden und ich kann mir auch Selbstmitgefühl geben, wenn etwas daneben gegangen ist.

Heute versuche ich den Fokus darauf zu legen: Vielleicht führt es doch zu etwas Gutem, wer weiß.

Ich versuche, auch die positiven Seiten daran zu erkennen. Und oft genug habe ich auch die Wahl, mich erneut zu entscheiden und dem Ganzen eine andere Wendung zu geben.

Wenn ich von Entscheidungen schreibe, meine ich kleine Alltagsentscheidungen und natürlich Entscheidungen, die bedeutsamer für mich sind.

Mein Beispiel für diesen Artikel ist die Ernährung.

Wenn ich im Alltag entscheide: Hast du jetzt Hunger oder ist es Appetit, der dich zum Essen greifen lässt? Isst du jetzt also?

Dann höre ich auf meinen Körper und spüre genau hinein. Früher konnte ich nicht zwischen Hunger und Appetit unterscheiden und habe noch fast jedes Mal irgendwas gegessen. Hinterher kam der Frust und ich fühlte mich oft nicht wohl.

Jetzt nehme mir meistens die Zeit zu erspüren, was in meinem Körper vorgeht.

Ich habe gelernt, Hunger von Appetit zu unterscheiden. Ich esse seitdem viel bewusster.

1. Pause machen und atmen
2. Welche körperlichen Gefühle nehme ich wahr?
3. In welcher Stimmung bin ich gerade?
4. Ich finde meistens die Antwort, ob es wirklich Hunger ist oder Appetit
5. Ich treffe die Entscheidung: Essen oder etwas anderes tun

Wenn ich nämlich merke, es ist „nur“ Appetit steckt oft ein anderes Bedürfnis hinter meinem vermeintlichen Hunger.

Vielleicht habe ich Langeweile und möchte diese füllen. Vielleicht bin ich gerade traurig und versuche, dies mit Essen zu kompensieren. Vielleicht habe ich Stress und möchte mich ablenken. Es gibt viele Möglichkeiten. Was alle gemeinsam haben: Die Bedürfnisse dahinter kann ich anders erfüllen, als mit dem Griff zur Schokolade oder irgendeinem anderen schnellen Snack. Nein, es funktioniert nicht jedes Mal! Und auch das ist wichtig: Mir das hinterher bewusst zu machen. Auch das ist für mich Achtsamkeit. Das ist auch hilfreich für die Momente, wenn ich wieder vor einer ähnlichen Entscheidung stehe.

Was ich auch gelernt habe: Den Unterschied zwischen langfristigen Folgen und kurzfristigen Gefühlen.

Was sich kurzfristig gut anfühlt, kann langfristig Schäden verursachen oder andere Folgen haben. Deswegen, um hier beim Thema Ernährung zu bleiben:

Eine langfristige Entscheidung war, welche Ernährungsform ich wähle. Langfristige Entscheidungen sind für mich mit meinen Werten verknüpft. Und nicht nur für meinen Körper habe ich mich für eine gesunde vegane Ernährung entschieden. Die ganzen Gründe dafür schreibe ich im nächsten Artikel. Die Entscheidung, mich vegan zu ernähren, habe ich sehr bewusst getroffen. Ich fühle mich damit wohl und im Einklang mit mir und meinen Werten.

Zurück zu Entscheidungen ganz allgemein:

Wie oft habe ich Rat von anderen Menschen eingeholt, bevor ich Entscheidungen getroffen habe? Wie oft hat das noch zusätzliche Gedanken gebracht, die nicht hilfreich waren?


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Was ich festgestellt habe: Die wichtigste Person habe ich fast nie um Rat gebeten, mich selbst!
Was ich heute tue: Ich stelle mir die gleichen Fragen, die ich auch anderen Menschen stellen würde.
Und oft genug bin ich überrascht von meinen eigenen Antworten.

Am Ende kann nur ich wissen, was gut für mich ist. Natürlich schließe ich nicht aus, auch mit Freunden über so manch anstehende Entscheidung zu sprechen.

Mir ist auch bewusst geworden, dass ich viele Entscheidungen getroffen hatte, mit dem Gedanken im Kopf: Was werden andere denken?

Diese Frage stellt sich mir kaum noch. Denn darum geht es nicht. Wie andere Menschen meine Entscheidungen bewerten und beurteilen, liegt bei ihnen. Wichtig ist, mir tun meine Entscheidungen gut und ich schade niemandem damit.

Mir selbst zu vertrauen! Mehr in mir ruhen, auf mein Bauchgefühl zu hören, mir auch Zeit für Entscheidungen zu geben – auch das hat sich verändert.
Entscheidungen haben oft mehr Zeit, als ich es früher gespürt hatte. Ich habe mir selbst Druck gemacht. Heute kann ich Entscheidungen auch vertagen, ohne dass sie mir den ganzen Tag im Kopf herum spuken und ich einfach nur aus Not entscheide, damit es endlich vorbei ist.

„Muddy water is best cleared by leaving it alone.”
– Alan Watts

Fazit: Mich selbst mehr wahrnehmen, was ich auch durch die tägliche Mediation unterstütze, hat mir geholfen andere Entscheidungen zu treffen und das viel bewusster. Ich sage nicht: richtige Entscheidungen. Für mich gibt es kein richtig oder falsch. Es gibt Entscheidungen, die ich hinterher betrauere, die sind viel weniger geworden.

Wie ist das bei euch? Wie oft trefft ihr Entscheidungen und stellt hinterher fest: „Oh, hier habe ich gerade nicht aufgepasst?“ Was hilft euch dabei, bewusstere Entscheidungen zu treffen?

Eure mindfulsun

PS:

Es gibt auch die anderen Entscheidungen, diese die meinen inneren Schweinehund betreffen. (meistens was Sport angeht)
Gestern Abend hatte ich mir fest vorgenommen, heute Morgen laufen zu gehen. Als ich aufwachte, fand ich, das Bett fühlte sich doch viel bequemer an! Ich überlegte kurz: „Gehst du halt ein anderes Mal laufen. Ist eh viel zu warm heute. Hol dir einen Kaffee und wieder ab ins Bett.“
Ich wollte dieser Stimme so gern folgen, doch ich wusste, ich brauche und will diese Laufrunde auch. Also habe ich im Kopf runtergezählt: 5, 4, 3 und bei 2 bin ich aus dem Bett gesprungen, habe mich schnell angezogen und raus aus der Tür! Es fühlte sich gut an, beim Laufen und hinterher. Manchmal überliste ich mich eben auch selbst ein wenig.


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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