Vaterblues – Gastbeitrag von Nina von du-und-dein-Kind.de


Vaterblues nach der Geburt des Kindes – gibt es das? Nina von Du-und-dein-Kind.de hat uns diesen Gast-Blogpost geschenkt und wir finden, dass es ein sehr spannendes Thema ist, worüber wir eher selten etwas gelesen haben. Wir sind gespannt, ob ihr schon mal Erfahrungen damit hattet:

Hier schreibt Nina:

Als unser Kind geboren wurde und wir abends nach Hause kamen, waren wir überglücklich. Alles war neu, der Duft der Unbeschwertheit lag in der Luft. Wir waren neue Menschen. Nicht mehr nur Nina und Daniel, sondern plötzlich Mama und Papa. Nichts war plötzlich so relevant, wie dieses kleine Geschöpf. So zart, so klein und so unschuldig. Wir waren voller Liebe. Nichts brachte uns aus unserem Rausch.

Die ersten zwei Wochen hielt dieser Zustand an. Dann kam eine Wende. Wie aus dem nichts heraus, wurde es Papa plötzlich zu viel. Das Kind, der Hund, die Unordnung daheim, das Einkaufen, die Veränderungen, ich, …  Der wenige Schlaf machte sich bemerkbar. Er wollte nichts mehr reden, er wollte nichts mehr hören und er wollte nichts mehr spüren. Dazu kam, dass er sich als schlechter Vater fühlte, da er nicht von Anfang an diese tiefe innige Liebe zu unserem Kind spürte und die Schreie des Babys ihn überforderten.

Von diesem Zeitpunkt ab hatten wir zwei Monate nur Ärger. Sobald ich ein falsches Wort sagte, fiel er aus allen Wolken, fuhr weg oder war im Büro „arbeiten“ und wollte nicht mehr gestört werden.

Ich empfand diesen Zustand als sehr belastend.

Ich dachte viel über die Trennung nach. Ich wusste ja auch nicht was los war. Ich verstand ihn einfach nicht. Hatten wir doch erst ein Kind bekommen und wollten eine glückliche Familie sein. Jedes Wochenende hatte der Streit seinen Höhepunkt und er fuhr fort. So saß ich mit dem Baby alleine zu Hause.

Zeitgleich fingen die „Koliken“ beim unserem Baby an. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass es keine Koliken waren, sondern unser Kind die schlechte Stimmung schlichtweg spürte. Als er nach diesen zwei Monaten voller Wut, Enttäuschung, Mitleid und Überforderung wieder arbeiten ging, fing er sich langsam wieder und es wurde nach und nach immer besser. Auch das Baby schrie von heute auf morgen nicht mehr. Heute wissen wir, dass ihn die Situation überfordert hat.

Er fühlte sich schuldig und dachte er sei ein schlechter Vater.

Als er sich dann endlich öffnete und mit mir und ein paar anderen Vätern darüber sprach, merkte er, dass es bei weitem nicht nur ihm so ging. Heute ist alles vergessen. Er liebt sein Kind sehr und wir können über die anfänglich schwierige Zeit lachen.

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Vielen Dank, liebe Nina, dass du das Thema bei uns bringst!

Und hier stellt sich Nina von du-und-dein-Kind.de selbst vor:

Mamablog_du-und-dein-Kind

Hej! Ich bin Nina, Mitte zwanzig und auf der Zielgeraden zur dreißig. Mein Leben besteht zur Zeit aus Baby, Baby und nochmal Baby! Und weil das alles so unglaublich spannend und aufregend ist, lasse ich euch an meinem Leben mit Baby, Partner, Hund und Haushalt teilhaben. In meinem Blog du-und-dein-Kind.de schreibe ich außerdem über den alltäglichen Wahnsinn, Freud und Leid und alle Themen die mich interessieren und mein Leben betreffen. Da wir großen Wert auf Privatsphäre und den Schutz der Familie legen, wird es von uns kein Familienfoto öffentlich geben.
Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn so hübsch sind wir nicht – also keine Angst, ihr verpasst nichts ;-)…

Alles Liebe.
Eure Nina von du-und-dein-Kind.de

Und sie fragt euch: Habt ihr und eure Männer ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seit ihr damit umgegangen? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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