„Antidepressivum“ backen: Französische Tarte backen nach allen Regeln der Kunst!


Wer meine Social Media Kanäle sehr aufmerksam verfolgt, weiß, dass auch in Hause Beste die Corona-Zeit nicht so einfach ist. Meine 84jährige Schwiegermutter lebt nach einem Herzinfarkt bis auf Weiteres bei uns – und ist schwer depressiv. Natürlich wird sie psychiatrisch betreut und bekommt die richtige Medikation…

Aber: In den letzten Tagen haben wir bei ihr etwas Lebensfreude auslösen können!

Mit Tarte! Echte Französische Tarte, gebacken nach allen Regeln der Kunst.

Und diese Backart habe ich auch erst jetzt mit meiner Tochter Carina überhaupt entdeckt. Bislang dachte ich: Halt Mürbeteig aus Mehl, Butter, Zucker und Ei machen und Apfel- oder Birnenstücke drauf. Fertig. Aber es gibt noch einige wichtige Geheimnisse dazu zu verraten… damit alles wirklich auch exquisit schmeckt. Wie in Frankreich!

Als erstes musste ich erfahren, dass in einem professionellen, echt französischen Mürbeteig gar kein Ei reinkommt.
Bäm. Und dann, dass ich das immer FALSCH geknetet habe.
Bäm Bäm. Und wie es richtig geht verrate ich euch hier!

Aber eins nach dem anderen, fange wir mal an mit den Zutaten:

Zutaten für den Mürbeteig:

Da die Größe einer Tarte einfach nicht vorgegeben ist, gibt es keine genaue Mengenangabe, sondern nur ein Verhältnis.

3 Teile Mehl
2 Teile Butter
1 Teil Zucker
dazu einfach eine Prise Salz
… und wir machen als Trick noch eine Spur Rosmarin oder Oregano in den Teig, fürs Aroma!

Zutaten fürs Topping:

Einfach Äpfel oder Birnen … aber gern auch Zwetschgen, Quitten, Aprikosen, etc.
Dazu etwas Zimt,
Zucker (ich mag den brauen Roh-Rohrzucker am liebsten),
einige Tröpfchen Zitronensaft,
gehackte Mandeln
und etwas Aprikosenmarmelade.

Und ran an das gekonnte Tarten-Werk – „au boulot“!

Alle Zutaten für den Mürbeteig in eine Schüssel geben. Nehmt unbedingt kalte Butter und gebt sie dazu in kleinen Scheiben.

Dann zügig mit den Händen die Butterstückschen mit dem Rest BRÖSELIG vermengen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Versucht, keinen Teigklumpen gleich zu erzielen, sondern lauter Brösel aus den Zutaten. Wenn man Mehl mit Flüssigkeit vermengt, entsteht Gluten. Gluten macht einen Teig fest und elastisch. Das ist für Pizza phänomenal… aber hier brauchen wir das nicht: Will wollen einen zarten Mürbeteig, der im Mund delikat zerfällt. Also schön zwischen den Fingern verreiben. Das Zeug soll sich vermengen aber möglichst kalt und BRÖSELIG bleiben…

Wer mehr zur Wissenschaft des richtigen Mürbeteigs lesen will, hier mehr Erklärungen (LINK)

Na gut. Ganz ohne Gluten geht das nicht! Ganz am Ende ca 1-2 TL kaltes Wasser dazu und zügig alles zu einem großen Klumpen zusammenfügen. Aber OHNE VIEL ZU KNETEN.

Gebt auf einem Blech etwas Mehl drauf und haut den Mürbeteig Klumpen flach…

…und „boxt“ es in Form zurecht. Ein richtig guter Tarten-Teig ist nicht höher als 1 cm.

Ein kleiner Rand macht sich auch schick dazu.

So, jetzt geht es ums Topping: Früchte – bei uns waren es Birnen – in Hälften schneiden und das Kerngehäuse entfernen.

Und in feinen Scheibchen schneiden – schaut mal, so wie hier:


ANZEIGE


Dann fächert ihr die Scheibchen auf dem Tarte-Boden aus, indem ihr sie auslegt wie Spielkarten…

…bis ihr den kompletten Raum gefüllt habt.

Jetzt träufelt ihr darüber noch etwas Zitronensaft und betreut es mit Zimt und etwas Zucker.

Ab in den (idealerweise) vorgeheizten Ofen: Ober und Unterhitze 200°. Nach ca. 10-12 Minuten streut ihr noch gehackte Mandeln drüber…

Und ab jetzt ist Beobachtung angesagt. Sorry. Da Öfen unterschiedlich sind, können wir euch keine genauen Zeitangaben machen. Meistens muss das alles nicht länger als 25 Minuten insgesamt im Ofen sein… aber am besten schaut ihr nach spätestens 20 Minuten genauer drauf: Sobald die Ränder etwas braun werden, raus damit!

Bei uns sind sie hier etwas zu deutlich braun geworden… war trotzdem OK! Jetzt noch etwas (3-4 EL) Aprikosenmarmelade erhitzen (wir machen das in der Mikrowelle) und drüber träufeln.

Macht Spaß… und die Sache duftet soooo schön!

Am besten auskühlen lassen und dann auf einem schönen Teller präsentieren.

So, und jetzt muss ich ganz ehrlich mit euch sein:

Wen ihr alles richtig gemacht habt, ist eure französische Tarte flach und tooootal lecker und SCHNELL WEG.

Am Abend habe ich noch eine Runde gebacken, mit Äpfeln diesmal:

…und ist auch fast wieder weg.

Mit welchem Obst soll ich die nächste Tarte probieren?

Liebe Grüße,
auch von Carina,

eure Béa


ANZEIGE


Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Ostergebäck: Feierlicher Osterhasen Kuchen
07. Apr 2020
(Mango)Soufflé ohne Rezept gebacken bekommen. Aus dem Gefühl!
26. Mar 2020
Martinshörnchen zum Teilen – mit Kindern backen
07. Nov 2019
Porridge, aber salzig! Total tolla oder hab ich nicht mehr alle Schüsseln im Schrank?
24. Aug 2019
Lecker Linsensalat mit Tomaten – leckere und gesunde Familienmahlzeit in No Time
08. May 2019
Rhabarberkuchen mit Blumenmuster – einfach, lecker und total schön
02. May 2019
Leckere frische Trüffeln selbst machen – Rezept für Schokotrueffeln DIY
26. Apr 2019
Ohne Mandelmus? – Ohne mich! Lecker Smoothie-Rezept MIT Mandelmus hier:
22. Oct 2018
Verrückte Speise: Sauerkraut-Omelette ist lecker und gesund!
09. Aug 2018

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

4 Kommentare

Julia
Antworten 20. April 2020

Geht das auch gut mit Vollkornmehl oder eher nicht?

    Béa Beste
    Antworten 21. April 2020

    Wir haben schon mal mit Vollkorndinkelmehl gebacken und es hat super geklappt!

Thea
Antworten 11. Juni 2020

Mit Erdbeeren, geht das auch?

Thea
Antworten 11. Juni 2020

...oder Johannisbeeren

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.