Wie wir dankbar und achtsam mit der unbegrenzten Bildschirmzeit umgehen können


In verrückten Zeiten wie heute gelten für das Leben andere Regeln. Ich möchte mit diesem Beitrag darauf aufmerksam machen, wie wir dankbar und achtsam mit der unbegrenzten Bildschirmzeit umgehen können.

Ich fange mal gleich damit an zu sagen, wie dankbar ich bin. Die Zeiten sind hart, aber ich bin dankbar. Dankbar für meinen Fernseher, dankbar für meine Laptop, dankbar für mein Handy und meinen E-Reader. Ohne meine digitalen Bildschirme sähe mein Alltag sicher anders aus. Wir brauchen den Bildschirm mehr als je zuvor. Der Bildschirm ist wie ein virtuelles Fenster nach draußen. Da momentan alles online fungiert, sind wir ohne Computer oder Smartphone aufgeschmissen.

Bildschirmzeit ist mehr als nur Unterhaltung.

Ich rede nämlich nicht nur nur von Lieblingssendungen, Computerspielen oder Musik – sondern vom Leben selbst. Die Welt ist wie lahmgelegt und doch geht es dank der Digitalisierung  zum Glück von drinnen aus weiter.

Bildschirmzeit ersetzt unsere Bildungsinstanz.

Dass Schulen und Universitäten momentan geschlossen sind, hält die Bildung nicht davon ab, weiter fortgeführt zu werden. Auch wenn die Online Methoden strapazierend und nicht ideal sind, so sind sie dennoch die beste Möglichkeit, um die Sicherheit aller Anwesenden zu garantieren und mit dem Stoff voranzukommen.

Bildschirmzeit stabilisiert unsere psychische Gesundheit.

Kontaktverbot ist sinnvoll und vernünftig, aber auch vereinsamend. Wir Menschen sind Rudeltiere und selbst die introvertiertesten von uns müssen manchmal raus und in Kontakt mit anderen Menschen kommen. Auf Dauer nur allein zu sein macht meschugge – und einsam.

Deshalb sind Skype, Zoom und Face Time wichtiger denn je. Auf diese Weise sehen wir andere und tauschen uns aus. Ich bin so dankbar, dass ich meinen Vater jeden Tag zu Gesicht bekomme, obwohl wir uns rein physisch nicht sehen.

Bildschirmzeit sollte trotz allem begrenzt bleiben.

So, nachdem ich jetzt eine ganze Weile geschwärmt habe, folgen nun ein paar ernstere Worte:

Wir dürfen dankbar sein, aber trotzdem nicht vergessen, dass auch für die Bildschirmzeit eine vorgegebene Begrenzung gilt. Denn zurecht wird seit jeher vor allem bei Kindern darauf geachtet, auf was sich die Augen richten. Mehr als sonst zu Hause rumzuhocken bedeutet nicht, alle Normen über Bord zu werfen. Zu viel vorm Bildschirm zu hocken kann neurologische Folgen haben und die Entwicklung beeinträchtigen.


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Geregelte Bildschirmzeit für Kinder

Die World Health Organisation hat Bildschirmzeitempfehlungen für Kinder unter fünf Jahren veröffentlicht. Diese sollten nicht länger als sechzig Minuten vor dem Bildschirm verbringen. Für Kinder älter als sechs wird empfohlen eine individuelle begrenzte Bildschirmzeit festzulegen. Denn neben der Bildschirmzeit soll trotz allem auf ausreichend Bewegung und Schlaf geachtet werden

Geregelte Bildschirmzeit für Erwachsene?

Nach ein bisschen Recherche habe ich keine begrenzte Bildschirmzeit für Erwachsene gefunden. Aber warum eigentlich nicht? Ist es nicht sinnvoll, das auch einzuführen?

Wenn ich an mich denke, dann sitze ich rund um die Uhr vorm Bildschirm. Ich arbeite den ganzen Tag vom Laptop aus, und bin zwischendurch am Handy. Abends entspanne ich mich, um etwas in der Glotze zu schauen oder in meinem Kindle zu lesen. Kurz gesagt schaue ich öfter auf einen Bildschirm als auf etwas anderes. Meine Bildschirmzeit ist unbegrenzt.

Bildschirmzeit achtsam nutzen.

Ich bin dankbar für das Internet und die Digitalisierung, aber ich möchte  sie auch nicht im extremen Maße benutzen. Achtsamkeit lautet das Stichwort. Denn mit Dankbarkeit zur Technik geht auch der gesunde Umgang einher. Das ist etwas, was ich besser lernen muss. Wie das geht? Ohne Bildschirmzeit!

Wenn ich schon so viel vorm Bildschirm hocke, kann ich meine Freizeit dafür nutzen, etwas weniger auf den Bildschirm zu starren. Zum Beispiel mit einem Print-Buch statt einem E-Book. Oder mit einer Runde Joggen – und das nicht auf dem Laufband mit Netflix….Wie schon bei Kindern ist es wichtig, dass auch wir Erwachsene darauf achten, neben der Bildschirmzeit auch ausreichend Bewegung und Schlaf zu erhalten!

Wie empfindet ihr die momentane Bildschirmzeit? Seid ihr auch dankbar dafür? Pflegt ihr einen achtsamen Umgang?

Liebe Grüße

Mounia


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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1 Kommentare

Denise BloggerMum
Antworten 20. April 2020

Wir reglementieren keine Medienzeit, es gibt bei uns keine vorgegebenen Limits. Denn die Erfahrung zeigt, dass unsere Kinder sich selbst regulieren und aktuell finde ich es mit "Medienzeit" ohnehin schwierig. Die Kinder treffen keine Freunde, Schule läuft auch teilweise digital, Eltern müssen arbeiten. Sie können sich nicht verabreden. Wenn der Große dann 2,5 Stunden mit dem besten Freund facetimed und sie dabei zusammen Lego bauen und quatschen, finde ich es gut. Richtig gut. Aber auch "Abschalten" ist erlaubt, sich einfach berieseln lassen. Solange die Kinder auch kreativ und phantasievoll Spielen, draussen toben und Bücher lesen, Malen, was auch immer, ist es für unsere Kinder prima. Manche Kinder und Erwachsene brauchen Limits, andere nicht. Es gibt nicht den passenden Weg für alle. Aber natürlich stimme ich Dir ansonsten grundsätzlich zu!

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