Barfußlaufen: gut für Gelenke und Muskeln – hilft auch bei Achillessehnen- & ISK-Problemen


Dass das Barfußlaufen Wunder bei der Gehirnentwicklung bewirken kann, darüber haben wir bereits hier auf dem Blog geschrieben. Heute möchte ich euch ein paar ganz einfache Vorzüge des Barfußlaufens im Alltag und auch beim Sport nennen.

Seit neuestem bin ich u.a. Lauftrainerin und habe mein Wissen über muskuläre Zusammenhänge vertieft – also teile ich gern mein Gelerntes mit euch.


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Denn ich höre von vielen, dass sie über Knie- oder Hüftprobleme klagen – oft während und nach Läufen. Dann gilt immer erst einmal eine manchmal demotivierende Pause einzulegen, den Schmerz abklingen zu lassen – im schlimmsten Fall bleibt euch der Gang zum Profi des Vertrauens nicht erspart. Und dieser wird euch fragen, ob ihr eventuell das Tempo und die Distanz zu schnell erhöht habt, sodass die Muskeln und Bänder sich nicht schnell genug aufgebaut haben. Eventuell liegt es aber am Laufstil.

Natürlich sollen Laufanfänger überhaupt erst einmal mit dem Laufen beginnen, Zeit dafür in der Woche finden. Aber auch Laufanfänger und fortgeschrittene Läufer, die ohne größere Probleme 10km schaffen, können viel an ihrer Lauftechnik ändern, sodass Schmerzen zukünftig vermieden werden können.

Mit der richtigen Lauftechnik vermeidet ihr Schmerzen beim Laufen

Die meisten Menschen setzen beim Rennen zuerst mit der Ferse auf.

Und nun überlegen wir mal, was genau dann passiert. Die Vortriebskraft wird abgedämpft und das Bein fährt mit voller Wucht ins Becken hinein. Schwupps schmerzt das Knie und die Hüfte (eigentlich schon beim Gedanken daran).

Oder aber es gibt die Vorderfußläufer, bei denen der erste Bodenkontakt mit dem Fußballen stattfindet. Das strapaziert enorm die Waden und auch die Achillessehnen. Entzündungen und chronische Verhärtungen sind hier nicht selten. Dann folgen Pausen, medizinische Behandlungen und bis man dann wieder die Lust aufs Laufen hat, vergeht viel Zeit.


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Warum nicht einfach den Laufstil umändern und mal das Barfußlaufen testen.

  • Denn ihr habt hier dann keine feste Sohle.
  • Ihr habt keinerlei Sprengung (Höhenunterschied zw. Sohle und Ballen).
  • Ihr habt keinerlei Dämpfung, um wie auf Federn zu laufen.
  • Die Fersen sind nicht verstärkt.
  • Etc.

Ihr, bzw. euer Körper MUSS hingegen…

Nummer 1: Selbst die Fußmuskeln und -Bänder stabilisieren.

Damit trainiert ihr enorm beim Barfußlaufen die besagten Muskeln und Bänder. Denn ihr rollt bewusster und vollständig ab. Das ist anfangs ungewohnt, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran.

–> MEIN TIPP: lauft zuhause so oft es geht barfuß oder bei kälteren Temperaturen in Socken.

–> SPEZIALTIPP: Bei diagnostiziertem Fersensporn wird von vielen Experten das Barfußlaufen empfohlen.

Nummer 2. Den Rumpf permanent stabilisieren.

Denn es gibt keine Dämpfung für euer Körpergewicht.

–> MEIN TIPP: Beginnt langsam und im kleinen Radius. Barfuß spazieren gehen ist bereits eine große Überwindung für Viele. Ja, die Blicke sind euch sicher. Aber ihr tut eurem Körper damit nur Gutes. Ich wasche mir meine Füße einfach immer sofort, sobald ich die Wohnung betrete und alles ist gut. Wenn ihr euch an das neue Gefühl gewöhnt habt und ihr denkt, bereits eure Muskulatur stabilisiert zu haben, dann könnt ihr auch langsam für eine begrenzte Strecke ins Rennen übergehen.

–> SPEZIALTIPP: Bei diagnostizierten ISK-Problemen empfehlen auch viele Experten das Barfußlaufen.

Warum Barfußlaufen euren Laufstil schult

Es passiert einfach völlig automatisch – insofern ihr nicht mit dem Vorderfuß lauft -, dass ihr beim Rennen ohne Schuhe euren nach vorn schwingenden Fuß komplett mittig aufsetzt. Eurer gesamter Körper dämpft automatisch perfekt ab. Das ist aber nichts für lange Strecken und nur, wenn eure Muskulatur stabil genug ist, solltet ihr so kurze Strecken (100-200m) laufen.

Ich verstehe eure Argumente, dass es ungewohnt ist, dass man sich nicht traut. Aber lasst mal alle Bedenken außen vor und genießt demnächst am Strand, auf der Wiese, im Wald einfach mal eine Runde Barfußlaufen.

Barfußlaufen tut den Muskeln, den Sehnen und dem Kopf wirklich gut.

Habt einen schönen Barfuß-Sommer,

Eure Yvonne

 

Yvonne Petzke
About me

Berliner Mom of 3 * zert. PersonalTrainer * Laufcoach * Beckenbodenkursleiter (M/W) * * noch mehr Sport-/ BewegungsThemen und Persönliches über mich und mein Leben auch als UltraLäuferin findet ihr auf Instagram unter @yvonnepetzke

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