Das Schlechte Gewissen und Schuldgefühle als Eltern über Bord werfen!


Mit dem ersten Augenblick, wenn wir Eltern werden… insbesondere Mamas, zieht in unserem Herzen ein ganz besonderes Gefühl ein: Das Schlechte Gewissen! Schuldgefühle!

Diese Angst, wir könnten etwas getan haben, was dem Kind schadet. Oder etwas nicht getan haben, was ihm gut getan hätte.

Oder ganz diffus: Es nicht richtig machen. Das Muttersein, das Vatersein… falsch machen.

Fehler. Fail! Möööp!

Von überall her erreichen und lauter Informationen, Tipps, Ratschläge, Erziehungsgrundsätze! Was Babys und Kinder nicht alles unbedingt brauchen um sich zu glücklichen, erfolgreichen und wertvollen Menschen zu entwickeln… Und jeder gute Ansatz schafft viel Gutes, ja, zweifelsohne… hängt aber die Latte zum „Gute Mutter sein“ oder „Guter Vater sein“ immer noch ein Stückchen höher.

Eltern-Selbstvorwürfe tauchen in unseren Gedanken auf:

Du kannst nicht lange stillen? „Buuuh, deinem Kind werden wichtige Anti-Allergene lebeslang fehlen! Und Liebe sowieso!“

Du lässt dein Kind in einem Moment der Erschöpfung 5 Minuten schreien? „Oooh, es wird Urängste entwickeln, die nie mehr weggehen!“

Du hast dein Kind harsch angeschnauzt in einem Moment der Verzweiflung? „Autsch, es wird zu einem asozialen Wesen werden, das nie Freundschaften aufbauen kann!“

Mit den zahlreichen Ansätzen, das Gute für unser Kind zu tun, hat sich leider auch das Futter für Selbstvorwürfe vervielfältigt! Früher hat man Kinder bekommen und es irgendwie gemacht, wie seine Eltern es auch halt gemacht haben. Heute reflektieren wir obendrauf mehr, was unsere Eltern mit uns gemacht haben: Schuldgefühle wiegen umso schwerer, wenn wir sie auch aus der Perspektive betrachten, was sich in unserer eigenen Kindheit „giftig“ angefühlt hat… wir hatten hier ja auch das Thema, was man alles falsch machen kann, wenn man es bloss anders machen will als seine Eltern. Na bitte, wieder: Falsch. Möööp. Fail!

Das Problem mit der Schuld ist, dass sie uns leider nicht zu besseren Eltern macht. Wer Schuld mit sich schleppt, ist ängstlich, unentspannt und meistens schlechter Stimmung. Buuuh, auch nicht gut fürs Kind, oder? Fail! Möööp! Falsch!

Wie kommen wir da raus? Können wir Schuldgefühle loswerden?

Mir persönlich hat einmal der Tipp einer Kita-Leiterin, die sich damals gerade in Rente verabschiedete, sehr geholfen. Sie sagte:

„Béa, mach dir klar, dass wenn du ein Kind großziehst, es immer etwas gibt, was du FALSCH machen wirst!
Es geht nur darum, es nicht immer wieder falsch zu machen.
Und es geht darum, es wieder gut zu machen!“

Und dann hat sie mir den Unterschied zwischen Schuld und Reue erklärt, und das hat mir total eingeleuchtet:

Schuld ist meistens selbstbezogen – und es geht darum, uns selbst zu verprügeln, innerlich! Definitionsgemäß: Wer sich Schuld fühlt, hat Angst vor Vergeltung. Diese Schuld nagt an unserem Mut, und flüstert uns ins Ohr: „Schau, was du getan hast, was für ein Elternteil bist du? Du hättest es besser wissen sollen! Andere machen das besser und werden über dich urteilen!“ Als Präventivmaßnahme gegen das Urteil anderer Eltern setzt die Selbstgeißelung ein…

Bei Reue geht mehr darum, Gefühle zuzulassen, zu verstehen, was nicht so gut war und und sich zu bemühen, Schmerz, den wir verursacht haben, zu heilen. Reue heißt: Sich entschuldigen zu können, und es das nächsten Mal besser zu machen. Reue in Aktion baut Liebe auf: Sie heilt und ist genau das, was uns erlaubt weiter zu machen und loszulassen. Die Schuld dagegen ist eine Sackgasse, in der wir uns verfahren haben und die uns von unseren Kindern entfremdet.

Aha. Also ist es okay und sogar normal und unvermeidbar, als Elternteil Fehler zu machen, wenn ich sie erkenne, und mich bemühe, sie wieder gut zu machen! Also:

Du kannst nicht lange stillen… aber du kannst auch beim Fläschchen geben ganz intensiv mit deinem Kind kuscheln und du kannst dich schlau machen, mit welcher Ernährung und Aktivitäten du die Antikörper deines Kindes stärkst!

Du lässt dein Kind in einem Moment der Erschöpfung 5 Minuten schreien… aber in dieser Zeit packst du dir etwas kaltes Wasser ins Gesicht, beruhigst deine Nerven und kommst dann zurück und ihr findet Frieden!

Du hast dein Kind harsch angeschnauzt in einem Moment der Verzweiflung… aber du entschuldigst dich bei dem kleinen Schatz und spielst liebevoll mit ihm etwas länger. Oder du stehst du deinem Ärger von vorhin und erklärst dem Kind noch mal in Ruhe, was du ein nächstes Mal nicht tolerieren kannst.

Und noch was hat sie mir gesagt: Als Eltern sind wir Lernende. Wir sind nicht gut oder schlecht! Wir versuchen das Beste und erreichen das machmal nicht!

Genau so wie die kleinen Kinder alles lernen müssen, Laufen, Besteck benutzen, Ball werfen, Sprechen… so müsse wir Eltern das Elternsein lernen. Und das geht nicht ohne Fehler. Punkt.

Seien wir doch alle gnädiger mit uns selbst!

Wir haben hier auch ein spannendes Podcast zum Thema:

Versteht ihr, was ich meine? Könnt ihr das schlechte Gewissen als Eltern ablegen?

Übrigens, wenn es euch interessiert, ich habe meine Tochter Carina befragt über Dinge, die ich als Mama gut gemacht habe und auch über die, die ich nicht so gut gemacht …

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Übrigens, nicht vergessen:

P.P.S. Eigentlich schwebt mir ein Kinderbuch vor:

Und noch wichtig: Kann man ihn dressieren?

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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