„FEHLER“ ist ein Anagramm für „HELFER“ – wir brauchen eine bessere Fehlerkultur in der Schule


Ihr habt sehr zahlreich hier meine Anekdote „Wie Schule voller Strafen kleine Feiglinge produziert“ und auch kommentiert, herzlichen Dank dafür! Das ist alles sehr wertvoller Input für das neue Buch, das Steph und ich schreiben als Nachfolger zu „Gemeinsam schlau statt einsam büffeln“.

Um die Diskussion weiter zu fördern, habe ich hier einige Kommentare von euch gesammelt, die ich sehr bedenkenswert finde:


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Annika Götz hat bereits den Titel hier beeinflusst:

„FEHLER“ ist ein Anagramm für „HELFER“

Sie hat geschrieben: << Was passiert mit dem Wort „Fehler“, wenn man die Reihenfolge der Buchstaben ändert? Dann wird „Helfer“ draus. Das ist so simpel, aber so eine tolle Botschaft!>>

Es gab auch einige andere Stellungnahmen und Ideen dazu, die wir mit euch teilen, in der Hoffnung, dass ihr noch mehr erzählt und die Liste länger wird.

Humor hilft!

Franziska Maneck:
<< Ich finde Humor sehr wichtig: Über sich selbst und seine Fehler lachen zu können. So entstehen die schönsten Anekdoten.>>

Manuel Schiffelbein:
<< Ich als Lehrer mache auch Fehler in der Schule. Und die Schülerinnen und Schüler finden sie sofort. Dann nehme ich das mit Humor und denke mir: „Biste halt ein Vorbild im ‚niemand ist perfekt’“ 🤷‍♂️>>

Kreativität und ein positive Perspektivwechsel helfen auch:

Barbara Cojaniz hat sehr konkrete Ideen:
<< Zur „Fehlerkultur“ in Schulen gibt es noch viele Tipps:
(SuS = Schüler und Schülerinnen)

– statt „5 Fehler“: Du hast 40 von 45 Wörtern richtig geschrieben.

– Buchstaben, Zahlen lernen: Den am besten Gelungenen grün einkreisen und nur diesen weiterüben. Das Hirn speichert damit nicht die krummen, sondern die gelungenen und auch die Motivation ist größer.

– Ich sage allen SuS gleich am Anfang: Es gibt keine Strafen und Belohnungen bei mir. Ich möchte, dass du Stück für Stück lernst, die Verantwortung für deine Arbeit zu übernehmen. Das kannst du aus dir selbst.

– Mehrere Wege, mehrere Methoden, mehrere gute Lösungen, mehrere Lernangebote – eine Auswahl zu Beginn des Lernprozesses sichtbar machen, dann wird klar, es gibt oft nicht DIE eine richtige oder falsche Lösung. Nach der Arbeit die unterschiedlichen Lösungen einfach mal genießend betrachten (keine Bewertungen dabei).

– Fehler/Schwierigkeiten vorweg nehmen, als Lehrkraft alles sammeln, was SuS bei der Durchführung einer Arbeit jemals „falsch“ gemacht haben. Ich habe Fotos, Teilmodelle, schriftliche Fehler, misslungene Werke, etc. in einer Sammlung. Sie haben mir unheimlich geholfen, exakt und gut in eine Thematik einzuführen, weil ich an ihnen sehe, wo Weglassungen oder Ungenauigkeiten meinerseits oder Missverständnisse zwischen mir und den SuS zum Fehler führten. Die SuS wissen, dass mein Lumpi (eine Handpuppe) einen Fehler-Schatzkiste bewacht. Sie ist von unermesslichem Wert …=)

– Abschaffung von allem, was eine sehr simple Einfühlung in das Lehrerhirn verlangt (fast alle Lückentexte zum Beispiel) statt eines eigenen, kreativen Gedanken.


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– Zu seine eigenen Fehler oder auch Grenzen („Das habe ich nicht geschafft.“ ohne Erklärungen und Entschuldigungen) stehen.

und und und und….

Was ich über die Jahre auch gemerkt habe, dass viele Erwachsene immer und dauernd nur die „Schuldfrage“ hören, ganz egal, was oder wie du es gesagt hast. Ob das auch mit einer ungünstigen Fehlerkultur zusammenhängt? >>

Übrigens, ich (Béa)  finde (gerade für die Englisch-Lerner) dieses Buch „Beautiful Oops!“ sehr schön:

Allerdings für Pädagogen ergeben sich schon weitere ernsthafte Fragen, gerade was das Sozialleben in Schulen anbelangt:

Miriam Mi – die gerade Referendarin in einer Schule ist schreibt:

<< Aber geht es nicht auch darum, was für einen Fehler in der Schule gemacht wurde? Wenn ein Kind ein anderes verprügelt, oder bestiehlt oder beleidigt, bin ich der Meinung dass die Lehrkraft einschreiten muss und eine Strafe verhängen sollte.

Wenn es ein Fehler im Sinne von nicht verstehen ist bin ich ganz eurer Meinung, aber auch da – nicht verstehen oder aus versehen okay, aber Sachen vergessen oder durch nicht aufpassen immer wieder Fehler machen oder Sachen vergessen finde ich nicht okay!

Manche Kinder sind von zu Hause aus so an Strafen gewöhnt dass es sehr schwer ist, sie durch andere Maßnahmen zu irgendetwas zu bewegen…>>

Damit gebe ich die Diskussion weiter an euch, ihr Lieben: Wie schaffen wir in Schulen und in digitalen Schulkonzepten eine positive Fehler-Kultur und ein gutes soziales miteinander?

Und vielleicht eine Schule ohne Strafen?

Liebe Grüße,

Béa (und Steph)

Übrigens, das Lied von Shakira ist auch sehr ermunternd (googelt mal den Text zusammen):

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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