Findet euer Partner/eure Partnerin, dass ihr eine gute Mutter seid? – Frage aus der Community


Liebe Tollabea-LeserInnen und Community, dieses Thema finden wir so wichtig, dass wir einen „richtigen“ Blogbeitrag daraus machen. Denn wir haben uns schon mal mit den Zweifeln am Gute-Mutter-Sein beschäftigt. Und mit dem Thema Lob auch. Na gut, nur für Kinder. Aber braucht auch nicht das innere Kind auch Lob?

Das fragt eine Mutter aus der Community:

Findet euer Partner/eure Partnerin, dass ihr eine gute Mutter seid?

Glaubt ihr, dass unsere Gesellschaft eine positive Antwort erwartet? Und glaubt ihr, daß die Gesellschaft euch quasi dazu erzogen hat, euer persönliches Selbstbewusstsein/Gefühl von Bestätigung an der Antwort fest zu machen?

Ich habe soeben meinen Ehemann gefragt. Wir hatten einen verabredetes Gespräch, weil wir uns in letzter Zeit sehr weh getan haben.

Mein Mann nörgelt viel an mir herum.

Schon seid unsere kleine eine Säugling war, meinte er, viele Dinge besser zu wissen über die Pflege eines Säuglings undenkbar jetzt Kleinkindes. Ich bin Intensivkrankenschwester. Ich beherrsche Krankenbeobachtung und bewahre oft einen kühlen Kopf, während ich alles an meiner Tochter untersuche, wenn ihr mal was zugestoßen ist. Meine Mann meint dann, aktiv zu werden und wirft mir vor, ich mache mir nicht genug Sorgen oder kümmere mich nicht intensiv genug. Ich dachte viele Jahre, das sei nur situative Panikkompensation.

Im Alltag kritisiert er viele Dinge, die ich tue.

Loben tut er nie, nur manchmal, wenn Außenstehende in unserer Nähe sind und wenn ein anderer damit anfängt.

Er ist in einem Haushalt aufgewachsen, wo das beste Lob sozusagen jenes ist, indem man nichts mehr auszusetzen hat und schweigt. Damit rechtfertigt er, dass er nicht lobenswert kann. Im Beruf, als Vertriebsdirektor, kann er das sehr gut. Er motiviert seinen Kollegen, reißt die regelrecht mit sich, ihnen emotionale Flügel, im produktiver Zustand sein.

Nachdem ich emotional wieder sehr erschöpft war, weil er auch in Zeiten schlechter Laune verletzende Worte an mich richtet, um sich emotional zu erleichtern, habe ich ihn gefragt, ob er denke, dass ich eine gute Mutter sei. Ich bat ihn um eine aufrichtige, ehrliche Antwort.

„Bin ich eine gute Mutter?“
Er antwortete : „Ich weiß es nicht.“

Es hat mir irgendwie dein Boden unter den Füßen weggezogen.

Ich kann euch nicht sagen, was genau in mir vorgeht, ob ich bestürzt, enttäuscht oder nur überrascht oder schockiert bin. Ich sitze hier in der Wanne, starre vor mich hin und versuche herauszufinden, was diese Antwort wirklich mit mir macht. Da bei fließen Tränen, aber ich weiß nicht, ob das Trauer ist.

Hat mich die Gesellschaft so sehr darauf indoktriniert, dass mein Partner mich eigentlich für die beste Mutter der Welt halten sollte?

Was ist jenseits dieser Ideale? Was passiert mit einer Mutter, die nicht so toll ist, wie alle essen in der Gesellschaft idealisieren?

Ich habe Angst. Ich bin mit den zweiten Kind in der 14.SSW schwanger.

Wie soll ich das nur hinkriegen? Wenn ich nichtmal den mir nahestehendsten Menschen überzeugen kann, dass ich das Zeug zu einer guten Mutter hab, wie soll ich dann meine Tochter und mein zweites Kind groß kriegen?

_____

Vielen Dank, liebe anonyme Mama. Wir freuen uns über viele, respektvolle Kommentare… und finden auch noch die Frage wichtig:

Wann schafft ihr es, euch eine gute Mutter zu fühlen – und was oder wer hilft euch dabei?

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Vielleicht auch nur einfach so? Reicht das?

 

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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4 Kommentare

melisah
Antworten 5. Mai 2020

eine gute mutter sein bedeutet nicht alles richtig zu machen sondern, das Kind zu lieben und ihm das zu geben was möglich ist. einen mann zu haben der nicht loben und annerkennend sein kann ist da sehr schwer. kann er die kinder loben.
meiner ansicht solltet ihr euch hilfe holen damit die Ehe auf gute art und weise klappen kann.

auch wir haben uns in den 35 ehejahren ab und an hilfe geholt um alles zu schaffen.

ich bin eine gute mutter weil ich fehler gemacht habe, weil ich meine kinder liebe und sie gelobt und gefördert habe. mein mann hat zum glück nie an meiner kompetenz gezweifelt und mit den kindern habe ich oft lange schwierige gespräche geführt. sie führen ihr eigenes selbstbestimmtes leben und haben die 30 überschritten. ja du bist eine gute mutter aber ihr braucht hilfe um ein gutes leben führen zu können.
alles gute melisah

Manuela
Antworten 5. Mai 2020

Ich finde es sehr traurig, das wir Frauen uns ständig hinterfragen, ob wir gut genug sind. Wir kämpfen mit Mehrfachbelastungen und bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn wir (natürlich) nicht alles schaffen. Liebe anonyme Mama, sagt ihr euch gegenseitig, was ihr am anderen mögt oder liebt? Unterstützt ihr euch gegenseitig? Teilt ihr euch die Arbeit auf? Du klingst sehr verletzt, auch zu Recht. Hast du aber auch Mal versucht, die Sicht deines Mannes zu sehen? Habt ihr über eure Vorstellungen von Kindererziehung geredet? Weiss er, wie sehr er dich mit seinem Verhalten verletzt?
Für mich hört es sich an, als hättet ihr grossen Gesprächsbedarf.

Jana Kerbitz
Antworten 5. Mai 2020

Die Frage sollte NICHT lauten, ob er dich für eine gute Mutter hällt, denn er scheint nicht föhig zu sein, dir die Wirklichkeit korrekt zu spiegeln. Die Frage sollte also lauten: brauchst du jemanden wie ihn, um dir ein verzerrtes Bild von dir zurückzumelden? Ist er ein guter Partner für dich?

Sonja Senking
Antworten 8. Mai 2020

Als Hebamme gebe ich immer einen Tipp mit auf dem Weg:
In den Augen anderer werdet ihr die nächsten 18 Jahre eh alles falsch machen. Ein liebendes Elternteil kann aber nicht falsch sein!" Es ist wichtig, dass es sich bei einem selber gut anfühlt. Die Kids geben uns ehrliche Rückmeldung. Ein Kind,was sich nicht gut fühlt wird nicht reden,kuscheln,essen . Die eigene Kindheit spielt sicherlich eine Rolle- darf aber nur untergeordnet sein. Deshalb ist der Dialog mit dem Partner einerseits wichtig, andererseits darf er nicht runterziehen. Wenn du das Gefühl aber hast,gehe deinen Weg mit Überzeugung! Entscheide mit deinem Herzen- und somit wird nie was " falsches" dabei herauskommen. Hab Mut !

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