Manchmal können sich Eltern am Ende der Nerven nicht vorstellen, wie schnell Kinder wachsen!


Diese Zeilen sind für alle Eltern am Ende der Nerven, die gerade vollkommen müde und gestresst sind, und sich nicht vorstellen können, dass sich ihre Situation ändert oder bessert… Aber das wird es. Alles ändert sich. Alles wird anders.

Das ist keine „Genießt-die-Zeit-solange-sie-klein-sind“-Predigt. Es ist das Gegenteil davon.

Dabei ist aber nicht gesagt, dass ihr die Zeit nicht genießen sollt. Natürlich sollt ihr! Aber Eltern am Ende der Nerven denken meistens nicht mehr ans Genießen… in diesen bestimmten Momenten.

Was ich meine sind diese Momenten am Kinderhaben, in denen wir als Mütter oder Väter verzweifeln.
Und nicht mehr glauben, dass unser Job als Eltern noch eine gute Aussicht hat.

Die gefühlt drölfzigtausendste Nacht, in den wir nicht mehr richtig geschlafen haben, wegen: Durst, Pipi, Monster unter Bett, Vampir am Vorhang, Angst, zu dunkel, zu hell, da gab’s ein Geräusch, Husten, Bauchweh, Pipi, Durst, Warum haben Hasen Zähne, ein Ohr tut weh, Kuscheltier ist weg, heute im Kindergarten war was, nein, morgen im Kindergarten gibt’s was…

Das tausendste Abendessen mit: Igitt es ist grün, bäh das mag ich nicht, ich will nur Nudeln mit ohne Soße, neee nicht die dicken, Spaghetti sind doof ich will lieber Reis, nein Toast, es darf keine Tomate dran sein, schmeckt eklig, Brokkoli in der Kita war besser, also es war kein Brokkoli, es war was anderes, darf ich jetzt aufstehen, ups, das Glas ist umgekippt…

Das hundertste Mal, wenn wir für Kälte gerüstet im Flur stehen und dann heißt es: Muss aufs Klo. Oder einen Wutanfall bekommt, weil eine Playmobifigur verschwunden ist.

Die Momente, wenn wir alles umplanen müssen weil das Kind krank ist: Arbeitstermine, Verabredungen, Familienfeste…

Und das alles fühlt sich an, als würde es nie mehr vorbei gehen. Nie mehr!

Doch: Diese Momente gehen vorbei. Ich schwöre euch das!

Kinder werden mit jedem Tag selbstständiger und unabhängiger. Sie lernen permanent, wie das Leben geht. Sie entwickeln sich.

Sie wollen nicht mehr an- und umgezogen werden, sie können allein aufs Klo und sich fertig machen fürs Bett. Und sie wollen noch in Ruhe was lesen, bis sie wirklich müde sind. Sie werden Sonntags lange ausschlafen.

Sie werden vielleicht immer noch nicht „gute Esser“ – aber ihr werdet sehen und erleben, dass sie trotzdem wachsen und gedeihen. Und vielleicht fangen sie an, selbst zu kochen.

Sie werden ihre eigenen Termine haben, eigene Freunde, eigene Dinge, an denen sie arbeiten und die ihnen wichtig sind.

Wissen wir das nicht? Doch. Aber wir können es in Stressmomenten nicht empfinden.
Uns setzt sowohl der Verstand, als auch die Emotion aus.

Das Problem ist, dass wenn wir als Eltern zu überlastet sind, wir den Blick nicht mehr für das Ende des Tunnels haben. Wir schauen die dunkle Wand an. Wir schauen nicht raus, sondern nur noch tief drin.

Was hilft Eltern am Ende der Nerven?

Mir hat es immer geholfen, mich mit Eltern mit etwas älteren Kindern zu treffen und zu sehen, wie das, was mich gerade arg belastet hat, ganz anders aussieht mit dem Wachstum. Dann habe ich klar gemerkt, dass alles noch mal Entwicklung braucht. Das hat mich beruhigt und mir Hoffnung vermittelt. Und mit der Hoffnung bin ich selbst weniger gestresst gewesen.

Was hilft noch?

Vertrauen in die Kinder hilft.

Und Atmen.

Und vielleicht eine Oma, die uns sagt, dass sich alles wunderbar lohnt.

Noch was?

Was habt ihr für Strategien, diese Momente als Eltern am Ende der Nerven zu überwinden?

Liebe Grüße,

Béa

Titelbild: Photo by Sharon McCutcheon on Unsplash

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Ingrid
Antworten 18. März 2019

Mittendrin mit 4 Kindern zwischen 3 bis 13 Jahren. Manchmal hilft mir mein Mantra "Morgen ist ein neuer Tag". Ansonsten hilft auch ein Kaffee alleine in der Küche während die Kinder vorm TV geparkt sind.

Victoria
Antworten 27. Juni 2019

Kommt gerade richtig - drei Jahre und drei Wochen alt, wir gehen auf dem Zahnfleisch :D

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