„Kleinigkeiten“ und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Tier- und Menschenrechte


Ich hatte vor einigen Tagen einen Beitrag zum Thema Luftballons geschrieben, um zu informieren und Bewusstsein zu schaffen. Darüber, wie schädlich in den Himmel losgelassene Luftballons für die Umwelt und wie gefährlich sie für die Tiere sind.

In den Kommentaren der Leser fiel mir etwas auf, was ich oft lese und höre, wenn es um Umweltthemen geht: Die Aussagen, das ist nicht so wichtig und es gibt viel schädlichere Dinge. Flugzeuge zum Beispiel, Kreuzfahrten etc. Luftballons sind doch nur eine Kleinigkeit!

Unsere Gastautorin Darksun, inzwischen mindfulsun, über:
„Kleinigkeiten“ und ihre Auswirkungen auf Umwelt, Tier- und Menschenrechte

Und genau darüber möchte ich heute schreiben, über die vermeintlichen Kleinigkeiten. Weil es eben keine Kleinigkeiten sind, sondern alles ineinandergreift, bedeutungsvoll ist und Auswirkungen hat.

Und vor allem, wie wichtig es ist, unseren Kindern Werte vorzuleben und mit ihnen zu sprechen: Über die Umwelt und darüber, welche Auswirkungen wir darauf haben. Das ist unverzichtbar und nichts Zusätzliches oder Besonderes! Unverzichtbar für unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder, unseres Planeten und allem Leben darauf.

Die „Kleinigkeiten“ am Morgen:

Wenn wir aufwachen, haben viele von uns das Bedürfnis nach einem heißen Kaffee, um unsere Lebensgeister zu wecken. Kapseln, Filterkaffee? Hier wird eine bewusste Entscheidung getroffen, die unsere Umwelt betrifft. Fairtrade? Ja bitte! Einen wertvollen Beitrag leisten, für bessere Lebensbedingungen derer, die uns morgens den Kaffeegenuss quasi ermöglichen. Einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Wo kommt der Strom her, den wir für unsere Kaffeemaschinen nutzen und überhaupt der Strom für unsere Wohnungen und Häuser? Nutzt Ihr Ökostrom?

Also alleine für den morgendlichen Kaffee, lauter Entscheidungen, die viel bewegen können und große Auswirkungen haben. Eine kleine Tasse Kaffee…

Wer keine Zeit für Kaffee zu Hause hat: Packt Ihr Euch Euren Coffee-to-go Becher ein? Alleine in Deutschland werden STÜNDLICH 320.000 Coffee-to-go Becher verbraucht. Pro Jahr kommt das auf 3 Milliarden Einwegbecher.

Wenn jeder Mensch dann denkt: ‚Ach, ist doch nur ein Becher und eine Kleinigkeit. Es gibt viel wichtigere Dinge!‘ würde sich daran nichts ändern. Aber es werden immer mehr Mehrwegbecher gekauft, um die Umweltbelastung und Verschmutzung zu minimieren.

Auch hier: Klein mit großer Wirkung!

Was nehmt Ihr so zum Frühstück zu Euch? Das hat Auswirkungen auf uns selbst, unseren Körper und auch auf die Umwelt und andere Menschen. Generell Nahrung ist ein wichtiger Faktor.

Regional, saisonal, Bio, vegan? Hier geht es nicht nur um die Tiere und deren Leid. Die vegane Ernährung hat massive Auswirkungen auf Klima, Umwelt, Tier- und Menschenrechte.

Menschenrechte? Ja!

„Die weltweite Getreideernte ist rund 2 Milliarden Tonnen pro Jahr. Über 500.000 werden dem Vieh der reichen Nationen verfüttert – während in den 122 Ländern der Dritten Welt pro Tag nach UNO-Statistik 43.000 Kinder an Hunger sterben…“ – schreibt Jean Ziegler, ehemaliger Schweizer Nationalrat und UNO-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung.

Nach dem Frühstück dann ab in die Dusche.

Wie viel warmes Wasser verbrauchst Du? Stellst Du das Wasser beim Einseifen ab? Welche Pflegeprodukte nimmst Du? Hier geht es unter anderen um Mikroplastik, Umweltbelastung, Testen an Tieren etc. Alleine die Kosmetikprodukte und Pflegeprodukte des täglichen „Bedarfs“ haben eine große Auswirkung!

Spätestens: 4 bis 5-lagiges Toilettenpapier, teilweise mit DUFT…  Purer Wahnsinn!

Der Griff in den Kleiderschrank: Wo kaufst Du die Sachen? Sind sie nachhaltig? Sind Deine Schuhe aus Leder? Auch bei Kleidung können wir auf Fairtrade achten.

Es sind eben keine „Kleinigkeiten“ und wenn uns das bewusst ist, können wir unsere Gewohnheiten ändern. Am Ende ist es nichts anderes, Gewohnheit und auch oft Bequemlichkeit. Da schließe ich mich nicht aus. Ich lebe seit ca. zwei Jahren vegan und versuche auf alles Mögliche zu achten, finde allerdings immer Neues und bin dankbar für jede Information.

Hier ist Wissen tatsächlich Macht: Macht etwas zu ändern, um einen wichtigen Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, andere Menschen und vor allem hungernde Kinder zu leisten.

Ich möchte hier weder missionieren, noch den Moralapostel raus kehren.

Ich bin nicht frei von Fehlern und mein ökologischer Fußabdruck ist noch nicht ganz so, wie ich es mir wünsche. Ich bin mir dessen bewusst und weiß: Jede Konsumentscheidung, alles was ich verbrauche, wie ich mit anderen Menschen umgehe, hat Einfluss.

Und genau das lebe ich meinen Kindern vor. In der Schule wurde auch schon über den ökologischen Fußabdruck gesprochen und spätestens dann ist die Zeit angebrochen, sich damit auseinanderzusetzen.
Und wenn sich das Kind dann mit 10 Jahren hinsetzt und bevor er Klamotten kauft, recherchiert: Wird das in Kinderarbeit hergestellt? Ist das eine gute und wichtige Sache. Ich musste nichts sagen, er tat es aus eigenem Antrieb.

Wir leben es den Kindern vor, wir vermitteln ihnen die Werte! Und ich bin sehr dafür, dass in dieser Richtung noch viel mehr davon in Schulen und auch Kindergärten passiert.

Das war nur ein kurzer Umriss. Alles andere würde den Rahmen eines solchen Artikels sprengen.

Wie geht Ihr damit um? Wie vermittelt Ihr Euren Kindern, dass es wichtig ist, auf die Umwelt zu achten?

Eure Darksun, inzwischen mindfulsun

P.S. von Béa: Ich nehme solche Artikel mit Dankbarkeit an, weil sie auch mich zum Nachdenken und nach und nach anders handeln bringen. Ich bin selbst weit weg davon, mich an allen Anregungen zu halten, die Darksun hier schreibt. Für manches habe ich einfach noch nicht den Blick (wie bislang bei Luftballons), bei anderen Dingen sträube ich mich grundsätzlich (Flüge, um die Welt zu sehen). Aber ich tue einen Schritt nach dem anderen. Das erkläre ich euch in einem anderen Blogpost genauer… 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Suse
Antworten 12. Juli 2018

Ich finde auch, daß man gerade mit den kleinen Dingen in Sachen Nachhaltigkeit anfangen sollte.
Zuerst auf die Sachen verzichten, die nicht schwierig sind: Plastiktüten, Strohhalme etc. Das tut nicht weh, hilft aber schon. Und je weiter man sich in das Thema einarbeitet, desto notwendiger erweist sich noch mehr zu ändern.

Manuela
Antworten 15. Juli 2018

Vieles kann man bewusst ändern, ganz klar, aber ich könnte jetzt hier auch ganz viel aufzählen, wo ich als Mutter von drei Kindern und mit einem Mann der als Rettungssanitäter Schicht arbeitet, gar nicht aus diesem Hsmsterrad raus komme, auch wenn ich mich noch so bemühe. Wir können uns einfach nicht leisten , nur frisch vom Markt einzukaufen, wo nix in Plastik verpackt ist, wir können unsichtbar leisten Öko-Kleidung oder Kleidung aus 100% Biobaumwolle für 5 Personen zu kaufen, wir können nicht mal schnell mit dem Fahrrad einkaufen fahren, weil wir erstens auf dem Land leben und zweitens ich nicht viel mit dem Fahrrad heim bringen würde. Wir sind quasi gezwungen auf billige Kleidung/Lebensmittel/Discounterprodukte zurück zu greifen, ob wir wollen oder nicht. Und ehrlich... ich will nicht, aber dafür werden Familien viel zu wenig unterstützt, dass sie umweltschonend leben und es den Kindern vorleben können. Natürlich achte ich auf kleine Dinge wie keine Plastiktüten, Energiesparlampen, Klowasserreduzierungspumpe uvm. Aber mir ist das zu wenig... mein Gewissen leidet sehr darunter😦 aber wir verfügen leider nicht über die notwendigen Mittel, es besser hinzukriegen. Das ist traurig schade belastend und leider keine Vorbildfunktion....

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