Die ICH-ICH-ICH Gesellschaft – welche Werte leben wir unseren Kindern vor?


Wir leben unseren Kindern die Werte vor! Das sollte jedem klar sein und viele Eltern tun dies auch bewusst. Woher kommt sie dann aber? Die immer kälter werdende Gesellschaft, Menschen die immer egoistischer werden, nur auf Äußerlichkeiten schauen, lästern, denen alles gleichgültig ist, was sich nicht auf ihre Bedürfnisse bezieht?

…fragt sich unsere Gastautorin mindfulsun. Mit diesem Beitrag möchte sie euch zum Denken anregen: 

Die ICH-ICH-ICH Gesellschaft

Wenn mir Eltern erzählen, was ihre Kinder so in der Freizeit machen, welche Kurse sie besuchen, welche Sprachen sie schon sprechen, was sie alles schon lernen: Ich möchte am liebsten immer fragen:
„Und? Welche Werte lebst DU ihnen vor und bringst sie ihnen bei?“
Davon erzählt kaum jemand, dabei ist das doch viel wichtiger.

Wie sind eure Kinder? Nicht: Was können die Kinder alles schon?

„Aber das ist doch selbstverständlich!“ werden jetzt viele an dieser Stelle denken. Wenn es denn so selbstverständlich ist, wieso spiegelt sich das in der Gesellschaft und vor allem in Schulen nicht wider?

Nehmen wir mal die Empathie: Sich in eine andere Person einfühlen können, wie man sich dann dementsprechend dem anderen Menschen gegenüber verhält. Spüren, wenn man jemanden verletzt hat, wenn es jemandem nicht gut geht und dementsprechend handeln, wird immer kostbarer.

Dafür taucht das Wort „Mobbing“ immer mehr öfter auf. Und nein, ich glaube nicht, dass früher genauso viel gemobbt wurde.

Empathie wird seltener vorgelebt zu Hause und das wird in die Schulen getragen. Social Media, Smartphones, Messenger machen es möglich: Andere immer mehr und tiefer zu verletzen.

Eltern, die vorleben, dass sie sich für andere oder etwas einsetzen und hilfsbereit sind, emphatisch gegenüber ihren Kindern reagieren, fördern die Empathie ihrer Kinder.

Vorleben! Aber auch gern mal etwas anregen: „Kümmere dich doch mal um XY, spiele mal mit ihm / ihr oder hilf bei den Hausaufgaben. Setze dich für ihn / sie ein, wenn er / sie in der Schule nur geärgert wird.“

Das beginnt schon bei Lästereien:

Vor Kurzem habe ich zwei Mütter beobachtet, ich saß auf der Parkbank neben ihnen. Vor ihnen die spielenden Kinder. Die beiden Frauen lästerten über eine Mutter, die nicht anwesend war.. Da fielen viele unschöne Worte zur Figur, zum Aussehen, zur Kleidung. Boshaft war das, boshaft und ekelhaft.
Die spielenden Kinder haben Ohren. Und natürlich werden sie davon beeinflusst!

„Meine Mama spricht schlecht über andere. Es ist ok sich so zu äußern.“ Und da beginnt er schon: Der giftige Kreislauf.

Wie sich Eltern anderen gegenüber verhalten, prägt die Kinder!

Die Nachhaltigkeit und der Umgang mit Ressourcen:

Hier beginnt es für mich schon mit: Geld wächst nicht auf den Bäumen! Es kann dir nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Es gibt arme und kranke Menschen in unserer Gesellschaft. Nicht alles, was kaputt ist muss man nachkaufen, man kann es auch reparieren! Fleisch wächst nicht auf dem Baum, sondern in der Massentierhaltung. Wir müssen also nicht jeden Abend grillen. Achtsamkeit im Umgang mit der Natur! Wenn WIR das unseren Kindern nicht beibringen, wer dann? Welche Erde wollen wir den Kindern hinterlassen?

Eigentlich wünsche ich mir, dass alle Eltern ihren Kindern diese und viele andere wichtige Werte vermitteln.

Zusätzlich dazu wäre doch ab dem Vorschulalter in Schulen und Kindergärten ein ebensolches Fach wichtig: Kindern ,mehr Empathie nahe bringen, über Umweltschutz sprechen, Verantwortungsbewusstsein fördern, Sozialverhalten festigen, Achtsamkeit lehren, Demut und Respekt.

Die Werte fördern und festigen und dann besonders in Schulen darauf achten, dass sie auch gelebt werden.

Liebe Grüße,

mindfulsun

P.S. von Béa

Wer von euch hat Beispiele, wie Kinder Werte vorgelebt bekommen?
Wie macht ihr das, eigentlich?

Und noch den Beitrag von mindfulsun bei ihr im Blog über Achtsamkeit in der Kommunikation kann ich euch ans Herz legen.

Photo by Christian Joudrey on Unsplash

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Sabine
Antworten 9. Januar 2019

Toller Artikel, den ich gerne kommentieren möchte. Ein Gedanke, den ich selber schön finde und den ich meinen Kindern vorzuleben versuche ist: Wertschätzung der Älteren, insbesondere der Eltern, Großeltern etc. Mein Sohn (8 Jahre) hat sich das zu Herzen genommen und als die Uroma sich so sehr freute über die kleine Entenkerze meinte er ganz selbstverständlich: Ohne Dich gäbe es doch die Oma nicht und daher auch die Mama nicht, deshalb bist Du ganz doll wichtig! Da ist mein Herz richtig aufgegangen! So muss es sein!

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