Wohnung voll, mehr Gäste als Matratzen und kommt Stress auf oder nicht? – Ein Osternest gegen Stress


Habt ihr viele Gäste über Ostern? Füllt sich euer Zuhause mit ganz vielen lieben Menschen, mit Lachen… aber auch mit hungrigen Gästen, die einen Schlafplatz brauchen? Dann geht es euch wie mir. Freude, und dazu auch noch rotierende Gedanken: Was muss ich noch besorgen? Was fehlt? Was brauchen alle? Wer schläft wo?

Das habe ich vorgestern unserer Gastkolumnistin mindfulsun erzählt… und danach hat sie diesen Text geschrieben:

Ich war mit Béa auf einen Kaffee verabredet und natürlich kam auch das Thema Ostern auf den Tisch.Stichwort: „Wohnung voll, mehr Gäste als Matratzen und kommt Stress auf oder nicht“!

Was ich Béa gefragt habe: „Hast du jetzt gerade den Stress? Tust du gerade jetzt etwas, was damit zu tun hat?“

Sie überlegte kurz und dann kam die überraschte Antwort: „Nein, der Stress ist in der Zukunft… aber jetzt in meinem Kopf. Daran zu denken, ist stressig. Aber ich habe ihn jetzt nicht!“

Wir saßen in der Sonne, mit einem Eis und es war ein wunderschöner Nachmittag. Und genau den haben wir dann genossen: diesen wunderbaren sonnigen Moment! Da war keine Vorbereitung, kein Einkauf, kein Kochen und kein Backen! Und niemand, der eine Matratze brauchte.

Natürlich klingt es einfach: Im Moment sein!

Wo doch gerade vor Feiertagen tausende Sachen im Kopf kreisen – Planungen und Vorbereitungen. UND wir können uns auch Zeit für uns nehmen und diese Momente genießen. Das schafft auch mehr Kraft für jegliche Vorbereitung und auch zwischendurch ist das möglich.

Hier auch gerne mit unseren Kindern zusammen, falls abschalten nicht so einfach möglich ist und für die, die (noch) nicht meditieren: Seifenblasen machen! Einfach still den Seifenblasen zusehen, wie wunderschön sie aussehen, wohin sie fliegen – den Moment der Achtsamkeit und Auszeit genießen.

An dieser Stelle ist auch ein Perspektivenwechsel möglich und vielleicht auch mit Veränderungen verbunden: Wie möchte ich meine Feiertage?

Was ist mir für mich und meine Familie wichtig? Denn all das kochen und backen und die Vorbereitungen sind ja freiwillig und ich kann sie auch dementsprechend gerne machen! Alles was ich nur mit Abneigung getan habe, habe ich verbannt oder verändert. Einiges was ich als „Tradition“ angesehen habe, habe ich reflektiert hinterfragt.

Wer jetzt an dieser Stelle ein „aber das muss doch…“ jeglicher Art im Kopf hat:
Genau hier lohnt es sich, hinzusehen!

Für mich war es extrem wichtig, zu erkennen: Das Bild, was ich im Kopf habe – das sind meine Erwartungen!
(und auch oft die von anderen Menschen in meinem Umfeld)

Es geht nicht um Perfektion. Ich habe mich lange genug selbst unter Druck gesetzt, angefeuert von meinem Bild, wie es zu sein hat. Diese Zeiten sind lange vorbei. Nehmen, wie es ist und den Fokus auf das setzen, was wichtig ist. Die Menschen, die ich liebe. Das ist für mich wichtig geworden: Dankbarkeit empfinden für das was ich habe und mir nicht ausmalen, wie Feiertage aussehen sollten.

„The attitude of gratitude is the highest yoga“
Yogi Bhajan

Wo wir beim nächsten Punkt sind: Feiertage mit Freunden und Familie.

Nicht immer leicht, da wo Menschen zusammenkommen, gibt es auch Reibungspunkte. Hier achte ich auf gewaltfreie Kommunikation und versuche nicht mehr zu bewerten und zu beurteilen. Auch hier ist der Punkt „Stress vorher“ wichtig. An dieser Stelle habe ich für mich gelernt: Menschen kann ich nicht ändern, meine Einstellung schon. Warum mich also schon Wochen vorher damit auseinandersetzen?

Ich kann mir auch vornehmen, neue Seiten an Menschen zu sehen. Hierfür beobachte ich mehr und bewerte nicht aus meiner Erwartungshaltung. Auch Mitgefühl in unangenehmen und stressigen Situationen – gerade an Feiertagen – mit den anderen zu empfinden, hilft mir dabei.

Und wenn es mal wieder hoch hergeht: Zeit für mich und atmen!
Es steht mir jederzeit frei, eine Unterhaltung zu pausieren oder zu beenden und mir eine Auszeit zu nehmen.

Zum Abschluss noch etwas zum Essen – zu viel essen – bereuen.

Früher habe ich mich – ganz offen gesagt – an Feiertagen gnadenlos überfressen und es hinterher bereut. Die Stimme im Kopf: ‚Muss das zweite oder dritte Stück Kuchen jetzt sein und danach noch die Schokoeier?‘ habe ich ignoriert, scherzhaft beiseite geschoben oder mir gesagt: „Ach, nach den Feiertagen achte ich wieder auf mich.“ Und eigentlich ging es mir dabei nicht gut. Auch das gehört für mich in die Vergangenheit.

Achtsam essen und genießen:
Habe ich jetzt Hunger? Wann bin ich satt? Tut mir das gut? Was esse ich da gerade?

Und ich spreche hier nicht von Verzicht oder Diät, einfach nur davon, achtsam zu sein. Wenn ich den Artikel gleich fertig getippt habe, gönne ich mir ein Stück roh veganen Karottenkuchen mit Cashew Frosting! Der steht hier schon neben dem Laptop – Probelauf für Ostern. Falls noch jemand eine last minute Anregung zu Ostern sucht, hier gibt es das Rezept:

Raw Carrot Cake Bites

So sah das bei mir aus:

Was mir an dieser Stelle sehr wichtig ist: Ich schreibe hier von mir und niemandem etwas vor!

Vielleicht möchte sich der eine oder andere eine Anregung ziehen. Ganz sicher macht es jeder so, wie er es für sich selbst für richtig erachtet!

Noch ein kleiner Tipp, der mir oft gut hilft: Bewusst darauf achten, wenn Stress und unangenehme Gefühle nachlassen. Gerade das erreiche ich mit Achtsamkeit. Mit Meditation habe ich gelernt, ein Gespür dafür zu entwickeln.
Innehalten: Was und wie empfinde ich in diesem Moment? Und oft genug werde auch ich davon überrascht.

Ich wünsche euch und euren Familien angenehme Ostertage voller schöner Momente und Dankbarkeit. Und für jeden sein ganz eigenes Osternest gegen Stress!

Eure
mindfulsun

p.S. danke liebe mindfulsun für dein Osternet gegen Stress! Tut gut!

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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