Rassismus und Fußball? – 4 Beispiele, wo Rassismus in der WM vertreten ist!


In diesem Beitrag möchte ich 4 Beispiele mit euch, wo Rassismus in der WM vertreten ist!

Ich muss niemanden darauf hinweisen, dass die WM vor über einer Woche fleißig begonnen hat und momentan jeden Tag 3 Fußballspiele stattfinden. Überall läuft der Sport. In Cafés, Bars, Restaurants und in der Glotze zu Hause. Ich hole mal weit aus und sage, dass die meisten Menschen in Deutschland die WM schauen.

Und obwohl ich kein Fußballfan bin, so verstehe ich die Begeisterung daran. All die Wetten, die abgeschlossen werde, sowie die Gespräche, die aus den Spielen entstehen, erzeugen dieses kollektive Gemeinschaftsgefühl. Ganz wichtig ist natürlich auch die Spannung und das tägliche Mitfiebern.

Aber schon in den letzten Wochen sind mir die ein oder anderen diskriminierenden Bemerkungen begegnet, die ich sehr fragwürdig und vor allem unangemessen fand. Auch in den letzten Jahren sind viele Ereignisse geschehen, über die man nicht wegschauen kann.

Hier sind 4 Beispiele, in denen Rassismus in der WM vertreten ist!

1. Die Russen können keinen Espresso kochen!

Vielleicht erinnert ihr euch an diesen Spruch. Ich für meine Verhältnisse finde ihn ziemlich unnötig. Nicht viele erkennen die Macht eines banalen Satzes an. Er stammt von einem berühmten Menschen und schließt aufgrund seiner Erfahrung, dass die „Russen“, eine ganze Nation – keinen Kaffee kochen können. Natürlich ist er abwertend gemeint, denn was man nicht gut kann, ist automatisch negativ. Dies ist ein unscheinbar kleines „zartes“ Beispiel wie Rassismus anfängt.

2. Ein „Brasilien“ Würstchen

Dieses Beispiel ist etwas deutlicher. Die Firma Grillido verkauft in einer Wurstpackung 7 Weißwürste und eine Brasilien-Wurst. Ha ha, wer erkennt noch die Anspielung auf die WM Niederlage vom Jahr 2014, als Deutschland 7:1 gegen Brasilien gewann?

Mit dieser Packung wird auf das mittlerweile schon ausgelutschte Klischee der Hautfarbe aufmerksam gemacht (Deutsche sind weiß, Brasilianer alle braun). Der Hintergrund stellt ein Fußballfeld dar. Außerdem gibt es mehr Würste von der Siegermannschaft. Erkennt ihr die Allegorie mit der Zeit auch?

Quelle: (http://www.bento.de/sport/fussball-wm-2018-grillido-verkauft-wuerstchen-packung-deutschland-brasilien-2523774/)

Und ne, das ist keine Werbung, absolut nicht – sondern das Gegenteil davon. 

3. Bananenschalen, die ins Tor geworfen werden.

Etwas „krasser“ wird es bei diesem Beispiel. Dass Fans aus der Tribüne dunkelhäutigen Spielern Bananenschalen ins Tor werfen, finden sicher viele von euch eindeutiger. Bananenschalen… Eine Anspielung auf Affen? Vermutlich.

Apropos Affen. Wie häufig geschieht es, dass Affenlaute gerufen werden, während schwarze Fußballspieler spielen. Ist ihnen eigentlich klar, wie verletzend es ist, als unterprivilegiertes Tier bezeichnet zu werden? Als schwarze Person in der westlichen Welt hat man ohnehin permanent das Gefühl, eine Minderheit zu sein. Der Vergleich eines nicht menschlichen Wesens aus dem Wald, ein Tier, das Bananen isst und Affenlaute machen, ist für mich nicht nur rassistisch, sondern auch menschenfeindlich. Gehört sowas allen Ernstes in den Fußball?

4. Habe ich da wirklich das „N“-Wort gehört..?!

Japp, schon zwei Mal. Und jedes Mal war ich fassungslos. „Für „N“ haben die aber ganz schon gut gespielt!“ Die Rede war von den Spielern aus Nigeria. Ich war so fassungslos, dass mir die Worte fehlten. Das zweite Beispiel bezog sich auf irgendeinen französischen Schauspieler, der ebenfalls nur mit dem „N“-Wort betitelt wurde. Kein Name, keine Nummer, bloß das „N“.

Leute, das ist doch nicht euer Ernst? Muss ich dieses Wort im Jahr 2018 noch hören?

Ich finde es inakzeptabel, wenn das „N“-Wort insbesondere von weißen Menschen in den Mund genommen wird. Vielleicht findet ihr diese Sicht übertrieben (zum Beispiel, wenn man dieses Wort in einem Song hört und als weiße Person nicht mitsingen sollte), aber im Gegensatz zu weißen Menschen ist es eine Beleidigung für dunke Haut. Sagt man es zu mir, dann ist es ein Schimpfwort und da ist der gewaltige Unterschied. Es ist unheimlich schwer zu verstehen, wie hart es ist, ständig auf die Herkunft oder Hautfarbe reduziert und diskriminiert zu werden.

Das „N“-Wort ordnet schwarze Menschen weißen unter. Es stand einst für die Bezeichnung der „Fremden“, die Jahrhunderte lang versklavt, in ganzen Völkern ermordet und ihren Territorien beraubt wurden. Die sogenannten „N“ wurden in deutschen Zoos ausgestellt, um die „Wilden“ zu repräsentieren. Daher finde ich es unbegreiflich, wenn Menschen dieses Wort rechtfertigen. Worte können so viel transportieren. Und obgleich es damals die übliche Bezeichnung war, so ist es heute nicht mehr zeitgemäß.

Rassismus beginnt mit einer Ausgrenzung.

Gerade jetzt, in einer Zeit des politischen Rückschritts finde ich es sehr hart, mit all diesen diskriminierenden und rassistischen Bemerkungen konfrontiert zu sein. Auch die deutschen Fahnen, die momentan überall wehen, suggerieren einen nationalistischen Charme. Patriotismus ist die eine Sache, aber Nationalismus setzt andere Nationen herab und stellt die eigene über alle. Ich sehe nichts positives im Nationalismus und in heutigen Zeiten, in denen eine nationale, rassistische, sexistische und homophobe Partei mit 92 Sitzen im Bundestag vertreten ist, sollten alle Alarmglocken klingeln.

Fußball ist ein Sport und sollte nichts mit Politik oder Ausgrenzung am Hut haben.

Ich weiß, dass ich mir mit dieser Aussage selbst ins „Tor“ schieße, denn scheinbar sind Sport, Politik und Rassismus in einer Symbiose. Aber das muss es nicht. Ausgrenzungen, sowie Diskriminierungen jeder Art sorgen für Unruhen und zerstören die Harmonie.

Kinder brauchen Vorbilder!

Ihr wisst, dass Kinder oft alles nach grölen, was ihre Eltern sagen. Daher ist es mir wichtig, dass ihre Vorbilder darauf Acht gebt, was sie öffentlich sagen und was nicht. Kinder sollten ihre Grundannahmen nicht auf Klischees stützen. Sie sollten die WM ohne Vorurteile, aber mit doppelt so viel Freude und Spaß genießen.

Und das waren 4 Beispiele, wo Rassismus in der WM vertreten ist!

Zugegeben, das war ein sehr provokanter Beitrag. Was ihr von ihm haltet, weiß ich nicht. Aber alle Meinungen sind willkommen.

Falls euch jedoch ein impulsiver Kommentar in den Fingern juckt, dann haltet bitte nochmal inne und liest euch diesen Beitrag in Ruhe nochmal durch. Eure Meinung ist natürlich sehr erwünscht, aber schaut dabei, inwiefern ihr euch persönlich angegriffen fühlt oder das ganze rational und objektiv betrachtet. Das Thema Rassismus geht mir sehr nahe und es ist mir wichtig, typische Beispiele aus dem Alltag aufzuzeigen und andere Menschen darauf zu sensibilisieren.

Hier ein Youtube Video zum Thema Rassismus im russischen Fußball.

Auch nochmal ein kurzes Video zu Kevin Prince Boateng und seinem Appell gegen Rassismus!

Liebe Grüße,

Mounia

 

Mounia
About me

Ich - 24 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten. Und durch ein Praktikum bin ich nun bei Tollabea gelandet und werde hoffentlich weiterhin viel lernen und den Blog damit erweitern. :)

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2 Kommentare

Julia
Antworten 27. Juni 2018

Schöner Artikel! Gut, dass ihr den bringt, obwohl es wahrscheinlich viele nicht hören wollen. Liebe Grüße, Julia

    Mounia
    Antworten 28. Juni 2018

    Danke für deine Meinung, liebe Julia!
    Liebe Grüße, Mounia

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